Frauen verdienen bis zum Equal Pay Day statistisch gesehen weniger als Männer, was einem Zeitraum von 45 Tagen ohne Bezahlung für Frauen entspricht. Männer verdienen im Durchschnitt 12,4 Prozent mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. In Kärnten fällt der Equal Pay Day auf den 18. Februar, wobei der Lohnunterschied hier 13,3 Prozent oder 49 Tage beträgt.
Notwendigkeit von strukturellen Veränderungen
Sara Schaar betont, dass echte Chancengleichheit im Berufsleben eine solide Ausbildung und angemessene Rahmenbedingungen erfordert. Sie verweist auf die aktuelle Erhebung des Momentum Instituts, die zeigt, dass der Gender Pay Gap in männlich dominierten Berufen sogar 35 Prozent beträgt. Die verpflichtende Gehaltstransparenz könnte Diskriminierung vorbeugen, argumentiert Schaar.
Umsetzung der EU-Transparenzrichtlinie gefordert
Die EU-Transparenzrichtlinie, initiiert von der Vizepräsidentin des Europaparlaments Evelyn Regner, stellt einen Meilenstein dar. Sie verpflichtet Unternehmen, Gehaltsinformationen offenzulegen, um Ungleichheiten aufzudecken. Schaar drängt auf eine zügige Umsetzung dieser Richtlinie durch die Bundesregierung.
Fairere Verteilung von Arbeit und Teilhabe für Frauen
Die Zeitverwendungsstudie der Statistik Austria verdeutlicht die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen. Frauen leisten täglich rund zwei Stunden mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Schaar plädiert für eine gerechte Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit sowie die Förderung von Frauen in wirtschaftliche und politische Entscheidungsprozesse.
Stärkung der Frauen, Stärkung der Gesellschaft
Das Referat für Frauen und Gleichstellung im Land Kärnten bietet ganzjährige Programme zur Stärkung von Frauen an. Zusätzlich lädt es in Kooperation mit dem Villacher Frauenreferat zum “FEST” ins Congress Center Villach am 4. März ein.
Der Equal Pay Day ist nicht nur ein Reminder für die bestehenden Ungleichheiten, sondern auch ein Appell für die Schaffung fairer Bedingungen im Arbeitsleben und in der Gesellschaft.