Region Klimaberg Katschberg

e4f-klimaerde kompensiert CO2 am Katschberg

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind auf dem Katschberg nicht nur leere Worthülsen. Das Ziel in der Region ist klar: CO2-Neutralität bis 2030. Dabei setzt man u. a. auch auf den Einsatz der e4f-klimaerde…

Region Klimaberg Katschberg Die Region Klimaberg Katschberg soll bis 2030 CO2-neutral sein.

© Region Klimaberg Katschberg

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Ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept verfolgt die Region Klimaberg Katschberg ganz offensiv seit dem Jahr 2020. Man will als erste Tourismusregion weltweit bis 2030 CO2-neutral sein und den Tourismus nachhaltig gestalten. „Es geht darum, diese CO2-Neutralität vor Ort zu erreichen, also nicht (irgendwo auf der Welt) CO2-Zertifikate zu kaufen. Unser Motto dabei: CO2 vermeiden, reduzieren und kompensieren“, erklärt Anton Aschbacher, gemeinsam mit Wolfgang Hinteregger ist er Geschäftsführer der Region Klimaberg Katschberg.

Herstellung der e4f-klimaerde

Die CO2-Kompensation soll durch den Einsatz der e4f-klimaerde gelingen. Doch was ist das? Eigentlich kommt hierbei uraltes Know-how zum Einsatz. Vor ca. 5.000 Jahren stellten die Ureinwohner Südamerikas bereits die „Terra Preta“ her, eine kohlenstoffhaltige Erde, welche ihre trockenen Böden fruchtbarer machte. Heute wird in einem Werk in Deutschland, nahe Hamburg, pflanzliche Biomasse (Stauden, Blätter, Schadholz, land- und forstwirtschaftliche Reststoffe) bei der Herstellung nicht verbrannt, sondern unter Reduktion von Sauerstoff „geröstet“. Das Endprodukt ist eine Pflanzenkohle, die mit Erde vermengt und mit Mikroorganismen und Organik aufgeladen wird. Fertig ist die e4f-klimaerde.

Derzeit wird sie im ersten Werk nahe Hamburg produziert, ein zweites Werk in Deutschland und eine Produktion in Fürnitz, also hier in Kärnten, sind geplant.

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Region Klimaberg Katschberg
Wiesen werden auf dem Katschberg mit der Klimaerde angelegt.
© Region Klimaberg Katschberg

Was kann die e4f-klimaerde?

Die Vorteile der e4f-klimaerde: Sie speichert Wasser und Nährstoffe wie ein Schwamm und gibt diese dauerhaft und langsam an Pflanzen ab, sie dient als Erosionsschutz und der mit Mikroorganismen aufgeladene biogene Kohlenstoff speichert CO2 für mehrere 100 Jahre (Pfanzenkohle verrottet nämlich nicht im Boden).

Einsatz der e4f-klimaerde

Auf dem Katschberg kommt die e4f-klimaerde bereits vielfältig zum Einsatz. Seit letztem Jahr werden Hochbeete aufgestellt, in denen Klimaberg-Partnerbetriebe Kräuter, Gemüse und Pflanzen einsetzen. Großen Anklang finden auch Hochbeet-Wanderungen oder Workshops, wobei Angepflanztes verarbeitet wird. Auf den Skipisten wurden teilweise Klimawiesen mit der Klimaerde angelegt, ebenso Blumen-/Bienenwiesen für Insekten zum Erhalt der Biodiversität. Mittlerweile wird sogar Hopfen in der e4f-kKlimaerde eingepflanzt und in Österreichs höchstgelegener Brauerei verwendet.

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Region Klimaberg Katschberg
In Hochbeeten mit der e4f-klimaerde wachsen Kräuter, Gemüse und Pflanzen.
© Region Klimaberg Katschberg

e4f-klimaerde-Zertifikate

Aschbacher: „Bei einigen Betrieben kam die e4f-klimaerde zur Dach- und Fassadenbegrünung zum Einsatz. Wir wollen auch eigene, handelbare CO2-Zertifikate auflegen. So könnten Gäste ihren Urlaub oder Betriebe den nicht weiter reduzierbaren Anteil der CO2-Emission über den Erwerb von e4f-klimaerde-Zertifikaten kompensieren. Das lukrierte Geld fließt dann wieder in Klimaschutz-Projekte in der Region.“

Was Biokohle kann

Mit seinem Unternehmen e4f (energy4future) stellt Aschbacher in Deutschland schon zahlreiche Produkte her, die auf Biokohle basieren: auch Grillkohle, Futter- und Einstreukohle für Heimtiere oder Nutztiere… Letztere kommt z. B. im Pferdezentrum Katschberg zum Einsatz. Geforscht wird in den Bereichen Kunststoff- und Baustoff-Industrie, in der Kulinarik (Esskohle) und Pharmazie (Kohletabletten). „In Kärnten wollen wir eben auch einen Standort entwickeln, der hochwertige Biokohle herstellt“, so Aschbacher.

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Anton Aschbacher
Anton Aschbacher, einer der Geschäftsführer der Region Klimaberg Katschberg
© Anton Aschbacher

Alle ziehen an einem Strang

Natürlich unterstützen auch die Klimaberg-Partnerbetriebe, es sind mittlerweile 22, die Vision durch nachhaltige Unternehmensführung und mit zahlreichen Maßnahmen. Acht touristische Betriebe tragen das Österreichische Umweltzeichen, vier davon sogar das EU-Ecolabel. Es gibt eigene Pakete, in denen emissionsfreies Anreisen enthalten ist etc.
Des weiteren wird versucht, dass am Klimaberg Energieautarkie erreicht wird.

Symposien und Summit

Beim ersten Klimaberg Summit Anfang Juli 2021, der nun regelmäßig stattfinden soll, gab es vier Tage lang nachhaltiges Programm mit einem Symposium, einer Festveranstaltung und anderen spannenden Aktivitäten. Ein weiteres Symposium auf dem Klimaberg Katschberg ist auch Anfang Dezember geplant – zu den Themen Klima, Energie und innovative Mobilität, mit namhaften Speakern und Austellern.

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Region Klimaberg Katschberg
Beim ersten Klimaberg Summit im Juli 2021: Wolfgang Hinteregger, Bgm. Franz Aschbacher, LR Sara Schaar, Anton Aschbacher und Touristiker Siggi Neuschitzer
© Büro LR Schaar

Klimaschutz und Wirtschaft

Aschbacher weiß: „Durch unsere Vision sprechen wir mittlerweile neue Kundenschichten an. Das, was wir tun, werden alle Tourismusregionen machen müssen. Wir müssen mit und für die Natur leben und trotzdem Tourismus, Wirtschaft und Landwirtschaft betreiben. Dass das funktioniert, zeigen wir vor. Die Lösungen findet man in der Natur!“

Mehr zum Klimaberg Katschberg: www.der-klimaberg.at (und demnächst via KLiCK Kärnten)

15.08.2021 18:00 - Update am: 15.08.2021 10:29
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Region Klimaberg Katschberg Die Region Klimaberg Katschberg soll bis 2030 CO2-neutral sein.

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