Helmut Lechthaler

40 Jah­re für die Ebern­dor­fer Som­mer­spie­le

Seit 1981 gehört Helmut Lechthaler dem Ensemble der Eberndorfer Sommerspiele an. Wie alles begann und was er in diesen 40 Jahren erlebte, erzählt Lechthaler im Gespräch mit„KLiCK Kärnten“.

40 Jah­re für die Ebern­dor­fer Som­mer­spie­le Helmut Lechthaler spielte unter allen Regisseuren der Eberndorfer Sommerspiele.

© Helmut Kutej

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Gebo­ren wur­de Hel­mut Lech­tha­ler 1948 in Bad Eisen­kap­pel als Sohn eines Stör­schus­ters, der sich in der Süd­kärnt­ner Gemein­de nie­der­ge­las­sen hat­te. Der jun­ge Hel­mut erlern­te im Dampf­kraft­werk St. Andrä den Beruf des Elek­tro­tech­ni­kers. „Nach der Leh­re woll­te ich die Kon­zes­si­ons­prü­fung able­gen und mich selbst­stän­dig machen. Da mein­te mein Schwie­ger­va­ter: Spinnst du, du wirst doch nicht vom Ver­bund weg­ge­hen?! Damit war das Kapi­tel Selbst­stän­dig­keit erle­digt“, erzählt Lech­tha­ler. Ehe­frau Hel­ga stammt wie Hel­mut aus Bad Eisen­kap­pel. Sie haben zwei Kin­der.

Beginn der Schau­spiel­kar­rie­re

Die Lie­be zur Lite­ra­tur wur­de ihm in die Wie­ge gelegt. „Mein Vater hat uns Kin­dern schon sehr früh Bal­la­den vor­ge­le­sen. Das hat bei mir eine gro­ße Wir­kung hin­ter­las­sen. In der ÖDK hat­te ich einen Arbeits­kol­le­gen, mit dem ich Bal­la­den rezi­tiert habe: eine Stro­phe ich, die nächs­te er, dann wie­der ich“, berich­tet Lech­tha­ler. 1967 kam der ers­te Auf­tritt im St. Andrä­er Kino­saal, als er im Stück „Rui­ne Raben­stein“ sein Debüt fei­er­te. „Da waren so bekann­te Spie­ler wie Hubert Men­ner, Hans Mori­anz, Hei­di Orie­sch­nig und noch vie­le ande­re dabei“, erin­nert sich der Thea­ter-Enthu­si­ast.

In die­ser Zeit lern­te er auch Nico Schwab ken­nen. „Mit­ein­an­der haben wir die Thea­ter­grup­pe ‚Kul­tur aktiv‘ in der Volks­schu­le Jakling gegrün­det. Das ers­te Stück hieß ‚Robin­son darf nicht ster­ben‘. Schwab, der 2014 all­zu früh aus dem Leben geschie­den ist, lei­te­te die Thea­ter­grup­pe bis 2002“, erin­nert sich Lech­tha­ler. Sohn Alex­an­der Schwab trat in die Fuß­stap­fen sei­nes Vaters und grün­de­te eben­so eine Thea­ter­grup­pe. „Thea­ter­le­ben“ brach­te die­sen Som­mer die Komö­die „Din­ner für Spin­ner“ höchst erfolg­reich auf die St. Andrä­er See­büh­ne.

Ebern­dor­fer Som­mer­spie­le

1980 lern­te der St. Andrä­er bei einem Semi­nar den legen­dä­ren Thea­ter­fach­mann und Regis­seur Lud­wig Skumautz (1929 – 1987) ken­nen. Damals sag­te Skumautz zu Lech­tha­ler: „Dich brau­che ich, du spielst bei mir.“ 1981 war es dann so weit: Lech­tha­ler debü­tier­te bei den Ebern­dor­fer Som­mer­spie­len in „Hopp­la, Spio­ne“. Skumautz war es auch, der Lech­tha­ler sprach­lich am meis­ten präg­te. „Wenn es um die Beto­nung ging, mein­te Skumautz bei den Pro­ben: ‚Ihr müsst es in die Gosch’n kriagn.‘ Auch Sät­ze wie ‚Kas­sie­ren tut ihr wie die Pro­fis und spie­len wie die Ama­teu­re. Auch da müsst ihr einen Anspruch auf das Pro­fes­sio­nel­le stel­len‘ gehen auf Skumautz zurück“, erin­nert sich Lech­tha­ler.

Regis­seu­re in Ebern­dorf

Lech­tha­ler spiel­te in Ebern­dorf bis­her unter den Regis­seu­ren Lud­wig Skumautz, Alex­an­der Kuch­in­ka, Adi Peichl, Jörg Schla­min­ger, Patrick Stein­wid­der und zuletzt im Johann-Nes­troy-Stück „Frü­he­re Ver­hält­nis­se“ unter der Regie Ste­phan Wapen­hans. Dar­in kommt auch der weit­hin bekann­te Aus­spruch „… ‘s gibt vie­le gute Men­schen, aber noch mehr schlech­te Leut’“ vor.

Vie­le Anek­do­ten

Mit Adi Peichl kam die Unter­hal­tung mit Ernst­haf­tig­keit nach Ebern­dorf. „Nach einem Poin­ten-Vor­schlag von mir sag­te er: ‚Moch­ma, is’ a Locha.‘ Aber es gab in den Stü­cken nie ein ‚Kittl aufe und Hosn obe‘. Alles hat­te immer Niveau“, zollt Lech­tha­ler dem ver­stor­be­nen Schau­spie­ler, Regis­seur und „Malec“-Darsteller aus „Ein Schloss am Wör­ther­see“ Respekt.

Das Reper­toire an Anek­do­ten Lech­tha­lers ist schier unend­lich. Wenn er von sei­ner Thea­ter­zeit zu erzäh­len beginnt, müs­sen sich die Zuhö­rer viel Zeit neh­men. Auch als Mode­ra­tor ist der St. Andrä­er gefragt. Egal ob Feu­er­wehr­fest oder Kirch­tag in Bad Eisen­kap­pel – er hat das Mikro­fon immer fest in der Hand. Auf die Fra­ge, wie lan­ge er noch Thea­ter spie­len möch­te, meint er: „Wenn Ebern­dorf anruft, bin ich dabei. Solan­ge die Men­schen mich mögen und ich bei bes­ter Gesund­heit bin, ste­he ich auf der Büh­ne. Ansons­ten besu­che ich ger­ne mit mei­ner Frau Hel­ga Thea­ter­pro­duk­tio­nen in ganz Kärn­ten und auch in Graz.“

16.08.2021 06:47 - Update am: 16.08.2021 06:50
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40 Jah­re für die Ebern­dor­fer Som­mer­spie­le Helmut Lechthaler spielte unter allen Regisseuren der Eberndorfer Sommerspiele.

© Helmut Kutej