LH Peter Kaiser

1. Mai ist wich­ti­ger denn je

Kärntens Landeshauptmann zum "Tag der Arbeit".

1. Mai ist wich­ti­ger denn je

© SPÖ Kärnten

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Über den Som­mer­auf­takt

Kai­ser: “Der Auf­takt für den Som­mer war für mich nie der kalen­da­ri­sche Beginn am 20. Juni oder sein meteo­ro­lo­gi­scher Start am 1. Juni. Für mich hat­te der Som­mer immer einen poli­ti­schen Anfang, schon lan­ge, bevor ich ihn kom­plett ver­stan­den habe. Es war und ist der 1. Mai. Der Tag der Arbeit! Der inter­na­tio­na­le Tag der Arbeit!”

Über den his­to­ri­schen Zusam­men­hang

Kai­ser: “Der 1. Mai steht für mich heu­er in einem ganz beson­de­ren Zusam­men­hang. 2024 jährt sich der 150. Geburts­tag der SPÖ – damals im unga­ri­schen Neu­dörfl als „Sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Arbei­ter­par­tei in Öster­reich“ gegrün­det und zur Jah­res­wen­de 1888/89 in Hain­feld vor 135 Jah­ren dann geeint. Und schon kurz danach, am 1. Mai 1890, ström­ten mehr als 100.000 Men­schen in den Pra­ter. Ein sich jähr­lich wie­der­ho­len­des Fest-Ritu­al.”

Über die heu­ti­ge Bedeu­tung die­ses Tages

Kai­ser: “Es geht um uner­müd­li­chen Ein­satz. Es geht um lei­den­schaft­li­ches Enga­ge­ment. Es geht um den Ein­satz für unse­re Rech­te. Für Men­schen­rech­te. Für Rech­te der arbei­ten­den Men­schen. Für Errun­gen­schaf­ten, die uns wie die Demo­kra­tie zu selbst­ver­ständ­lich gewor­den sind.”

Über die Pola­ri­sie­rung

Kai­ser: “Der 1. Mai ist ein Sym­bol, dass der Kampf für eine gute Sache nicht zwin­gend pola­ri­sie­ren muss. Er kann auch über­zeu­gen. Unse­re Vor­kämp­fer haben erreicht, dass in Öster­reich schon 1907 in 62 Pro­zent aller Kol­lek­tiv­ver­trä­ge der 1. Mai mit Arbeits­ru­he ver­bun­den war. Wir hier in Kärn­ten wol­len heu­te auch eine Alter­na­ti­ve zur Pola­ri­sie­rung sein. Wir gehen den Kärnt­ner Weg. Wir zei­gen Öster­reich damit, dass es auch respekt­voll mit­ein­an­der, dass es anders geht. Wie es bes­ser geht.”

Über den per­sön­li­chen Antrieb

Kai­ser: “Kärn­ten hat die höchs­te Lebens­qua­li­tät aller Bun­des­län­der! Und wel­ches Zeug­nis soll­te für die Poli­tik wich­ti­ger sein, als die­se Tat­sa­che? Dafür enga­gie­re ich mich jeden Tag. Die­se höchs­te Lebens­qua­li­tät auch für unse­re Kin­der zu erhal­ten, das ist mein Antrieb und der Antrieb die­ser SPÖ-geführ­ten Lan­des­re­gie­rung. Der 1. Mai ist ein guter Tag, dar­an zu erin­nern und auf­zu­zei­gen, wofür wir ste­hen.”

Über die Her­aus­for­de­run­gen einer moder­nen Arbeits­welt

Kai­ser: “Die digi­ta­li­sier­te, glo­ba­li­sier­te Arbeits­welt stellt uns vor immer neue Her­aus­for­de­run­gen. Her­aus­for­de­run­gen denen wir uns mit neu­en und muti­gen Ant­wor­ten stel­len. Die Arbeits­welt ver­än­dert sich stän­dig und wir müs­sen sicher­stel­len, dass unse­re Geset­ze und Rege­lun­gen und vor allem auch die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen mit die­sen Ver­än­de­run­gen Schritt hal­ten. Der Mensch muss immer im Mit­tel­punkt ste­hen. Wir müs­sen die Kon­trol­le behal­ten. Eine star­ke Sozi­al­de­mo­kra­tie ist dabei von ent­schei­den­der Bedeu­tung, weil wir die Inter­es­sen der Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer sowie der Gewerk­schaf­ten ver­tre­ten und eine Poli­tik gestal­ten, die auf Gerech­tig­keit und Soli­da­ri­tät basiert. Es liegt an uns, die Poli­tik zu ver­än­dern und die Din­ge wie­der auf einen gerech­te­ren Kurs zu brin­gen. Dabei den­ke ich gera­de heu­te an wich­ti­ge The­men wie Arbeits­zeit­ver­kür­zung und gerech­te Pen­sio­nen, die nach vie­len Jah­ren der har­ten Arbeit und des Diens­tes an unse­rer Gesell­schaft einen guten, aber vor allem einen wür­di­gen Lebens­abend garan­tie­ren.”

Über die Arbeits­zeit

Kai­ser: “Es ist an der Zeit, dass wir die Arbeits­zeit an die rea­len Bedürf­nis­se anpas­sen.
Und zwar an die Bedürf­nis­se der arbei­ten­den Men­schen und der Fami­li­en. Und nicht an die finan­zi­el­len Bedürf­nis­se von allein an Gewinn­ma­xi­mie­rung Inter­es­sier­ter und eine sie unter­stüt­zen­de Lob­by. An die­ser Stel­le ganz unmiss­ver­ständ­lich: Nein zu einer Arbeits­zeit­ver­län­ge­rung auf 41 Stun­den! Wer heu­te allen Erns­tes for­dert, die Men­schen müs­sen mehr arbei­ten und weni­ger ver­die­nen, hat den Bezug zur Lebens­rea­li­tät der Men­schen offen­bar kom­plett ver­lo­ren. Gera­de in den immer wich­ti­ger wer­den­den Berei­chen der Pfle­ge- und der Gesund­heits­ver­sor­gung, in denen die kör­per­li­chen und psy­chi­schen Anfor­de­run­gen enorm sind, ist ein Umden­ken der ein­zi­ge Weg – auch um dem Arbeits­kräf­te­man­gel und dem demo­gra­phi­schen Wan­del und sei­nen Fol­gen ent­ge­gen­tre­ten zu kön­nen.”

Über die Ver­kür­zung der Arbeits­zeit

Kai­ser: “Eine Ver­kür­zung der Arbeits­zeit könn­te auch das Pro­blem der hohen Teil­zeitra­te lösen. Aus der Teil­zeit von heu­te wird die Voll­zeit von mor­gen. Das Ende der schlech­ter bezahl­ten Teil­zeit-Ver­trä­ge wür­de auch höhe­re Ein­kom­men bedeu­ten. Zu Ende gedacht bedeu­tet mehr Ein­kom­men natür­lich auch eine höhe­re Pen­si­on. Auch im Bereich der Pen­sio­nen ist es die Sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei, die immer wie­der für die Men­schen in die­sem Land ein­tritt. Die stän­di­ge Angst­ma­che um die Pen­si­ons­si­cher­heit muss end­lich ein Ende haben. Wer jah­re­lang gear­bei­tet hat, muss dar­auf ver­trau­en kön­nen, eine siche­re Pen­si­on zu erhal­ten.”

Über die Steu­er­ge­rech­tig­keit

Kai­ser: “Wir for­dern mehr Steu­er-Gerech­tig­keit. Nicht von unge­fähr spre­chen sich schon 2/3 der Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher für die längst fäl­li­ge Ein­füh­rung einer fai­ren Mil­lio­närs­steu­er aus. Weil es eben nicht ein­zu­se­hen ist, dass eine Hand­voll Super­rei­cher so viel Ver­mö­gen hat, wie die unte­ren 50 Pro­zent aller Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher. Und nur dar­um geht es. Super­rei­che Mil­lio­nä­re und Mil­li­ar­dä­re sol­len ein­fach einen gesetz­lich fest­ge­leg­ten fai­ren und gerech­ten Bei­trag dazu leis­ten, dass wir unse­re Gesund­heits­ver­sor­gung wei­ter schüt­zen, den Bediens­te­ten in den Spi­tä­lern fai­re Löh­ne zah­len kön­nen. Sie sol­len einen fai­ren und gerech­ten Bei­trag dazu leis­ten, dass unse­re Kin­der in die bes­ten Kin­der­gär­ten und Schu­len gehen kön­nen, dass Stra­ßen und Rad­we­ge für alle aus­ge­baut und in Schuss gehal­ten wer­den kön­nen ….”

Über die bevor­ste­hen­de Euro­pa­wahl am 9. Juni

Kai­ser: “Die Euro­päi­sche Uni­on, als Instru­ment der Zusam­men­ar­beit und Soli­da­ri­tät zwi­schen ver­schie­de­nen Regio­nen und Kul­tu­ren, ist für die Zukunft Euro­pas, für uns alle in die­sem Bun­des­land von imma­nen­ter Wich­tig­keit. Gera­de in Kärn­ten, einem wich­ti­gen Akteur im Her­zen Euro­pas, spü­ren wir die Aus­wir­kun­gen der euro­päi­schen Zusam­men­ar­beit deut­lich. Die EU-För­de­run­gen haben maß­geb­lich zur posi­ti­ven Wei­ter­ent­wick­lung unse­res Bun­des­lan­des bei­getra­gen, und es ist wich­tig, heu­te und in Zukunft, aktiv an den euro­päi­schen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen teil­zu­neh­men, um unse­re Inter­es­sen zu ver­tre­ten. Die Rech­te arbei­ten­der Men­schen sind ein wesent­li­cher Teil der euro­päi­schen Idee. Nir­gend­wo sonst auf der Welt sind Wirt­schaft und Arbeit der­art als Yin und Yang, als die zwei Sei­ten einer Medail­le gleich­be­rech­tigt ver­knüpft wie in Euro­pa. Dar­an darf nicht gerüt­telt, son­dern dar­auf muss wei­ter auf­ge­baut wer­den! Wir brau­chen die EU heu­te mehr als jemals zuvor. Der gerings­te Auf­wand, die­ses Bedürf­nis aus­zu­drü­cken, ist zu wäh­len. Die EU bie­tet uns die Mög­lich­keit, gemein­sam glo­ba­le Her­aus­for­de­run­gen anzu­ge­hen und den Wan­del zu gestal­ten, den wir benö­ti­gen. Euro­pa ist für Kärn­ten und Öster­reich viel­leicht nicht alles, aber ohne die EU ist Kärn­ten, ist auch Öster­reich gemäß einem abge­wan­del­ten Scho­pen­hau­er-Zitats qua­si Nichts.”
30.04.2024 15:00 - Update am: 30.04.2024 15:03
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