Gegen Steinbruch

Der „Rus­si­sche Bär“ ver­dient Unter­stüt­zung!

Und die genervten Bürger fürchten eine „Salami-Taktik“, also die permanente Erweiterung des Steinbruchs um jeweils einer kleinen Einheit, um eine Umweltverträglichkeitsprüfung umgehen zu können. Jetzt können die zuständigen Behörden aber nicht mehr wegsehen oder „blinde Kuh“ spielen.

Der „Rus­si­sche Bär“ ver­dient Unter­stüt­zung!Die Bürgerinitiative machte ihren Unmut vor der Blumenhalle kund.

© Andreas Walcher

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Was hat der „Rus­si­sche Bär“ mit dem „Alpen­bock“ zu tun? Nichts? Der eine ist eine Schmet­ter­lings­art, der ande­re ein sel­te­ner Käfer. Und bei­de streng geschütz­ten Tier­ar­ten kom­men im 700 Hekt­ar umfas­sen­den Natu­ra-2000-Euro­pa­schutz­ge­biet Manns­berg-Boden (Bezirk St. Veit/Glan) vor. Genau­so wie sel­te­ne Orchi­deen und ein­zig­ar­ti­ge Buchen­wäl­der.

Nur weni­ge Meter von die­ser unbe­schreib­li­chen Natur-Per­le ent­fernt soll plötz­lich ein Stein­bruch aus dem Boden gestampft wer­den, wo Lärm, Staub, Schmutz, Erschüt­te­run­gen und hef­ti­ge Explo­sio­nen mit gewal­ti­gen Deto­na­tio­nen auf der Tages­ord­nung ste­hen. Wo bleibt der Schutz der Umwelt, des Kli­mas und der stän­dig bedroh­ten Natur? Das fra­gen sich besorg­te Bür­ger, die den geplan­ten Stein­bruch am Win­disch­berg (Kappel/Krappfeld, wir berich­te­ten) als zusätz­li­che „uner­träg­li­che Lärm­kis­te“ bekämp­fen. Und für die Men­schen ist klar: Die Behör­de muss dem Antrag einer Gört­s­chitz­ta­ler Fir­ma die Geneh­mi­gung ver­sa­gen. Der­zeit läuft näm­lich ein Ver­fah­ren nach dem Mine­ral­roh­stoff­ge­setz. In einer Zeit, in der stän­dig von gesund­heits­ge­fähr­de­ten Lärm­sün­den und kata­stro­pha­len Ein­grif­fen in Mut­ter Natur samt schwer­wie­gen­den Fol­gen gespro­chen wird, darf eine Land­schaft, die an ein Bil­der­buch-Schutz­ge­biet grenzt, nicht ein­fach geop­fert wer­den, sind sich Kri­ti­ker einig. Und man hofft, dass zustän­di­ge Poli­ti­ker end­lich auf­wa­chen und die ohne­hin schon geplag­te Bevöl­ke­rung nicht im Stich las­sen. Eine enga­gier­te Bür­ger­initia­ti­ve spricht von acht betrof­fe­nen Ort­schaf­ten mit rund 1000 Bür­gern. In die­sem Gebiet gibt es schon zwei Stein­brü­che und eine Schot­ter­gru­be! Sind die­se Men­schen Bür­ger zwei­ter Klas­se, müs­sen sich zahl­rei­che Anrai­ner „alles gefal­len las­sen“ und jeden Dreck ein­fach schlu­cken? Den Betrof­fe­nen reicht es! Das ist mehr als ver­ständ­lich! Schließ­lich geht es um die Lebens­qua­li­tät, die – im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes – in die Luft gesprengt wer­den soll. Zusätz­li­che LKW-Ladun­gen und Staub­fon­tä­nen las­sen grü­ßen und jedem Green­peace-Akti­vis­ten die Haa­re senk­recht zu Ber­ge ste­hen!

Bei allem Ver­ständ­nis für Unter­neh­men, die Gewin­ne machen müs­sen, kann man Men­schen doch kei­nen per­ma­nen­ten Stein­flug zumu­ten! Dazu kommt ein unsäg­li­cher Lärm-Ter­ror. Bis­her hät­ten die dort woh­nen­den Men­schen ohne­hin vie­le Belas­tun­gen geschluckt, aber eine zusätz­lich geplan­te Abbau­maß­nah­me grenzt schon an Fol­ter, sind sich Ver­tre­ter der Bür­ger­initia­ti­ve einig, die immer noch an den Rechts­staat und sei­ne Ver­tre­ter glau­ben. Selbst die Feu­er­wehr warnt vor zu schnel­len Last­wä­gen und zusätz­lich Hun­der­ten Fahr­ten der „schwe­ren Brum­mer“. Vor allem Bau­ern stel­len sich die Fra­ge: „Ja ist denn so etwas erlaubt?“ Schließ­lich dür­fen Land­wir­te kei­nen unnö­ti­gen Staub, kei­nen Gestank und schon gar kei­nen Lärm ver­ur­sa­chen, weil ihnen sonst saf­ti­ge Ver­wal­tungs­stra­fen dro­hen. Was ist mit den der­zei­ti­gen Vor­ga­ben, mit ent­spre­chen­den Geset­zen? Bür­ger­meis­te­rin Andrea Feicht­in­ger hat es bereits klar zum Aus­druck gebracht: „Wir haben kein Inter­es­se an einem zusätz­li­chen Stein­bruch und kah­len Fel­sen!“. Und Gerald Sei­ler, Obmann der Bür­ger­initia­ti­ve „Nein zum Neu­per­stein­bruch am Win­disch­berg in Unter­pas­se­ring“, fühlt sich der­zeit „abwer­tend“ und „von oben her­ab“ behan­delt, von Ver­ant­wort­li­chen ins Abseits gestellt. Wo bleibt die Demo­kra­tie? Und die generv­ten Bür­ger fürch­ten eine bewähr­te „Sala­mi-Tak­tik“, also die per­ma­nen­te Erwei­te­rung des Stein­bruchs um jeweils einer klei­nen Ein­heit, um eine Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung umge­hen zu kön­nen. Jetzt kön­nen die zustän­di­gen Behör­den aber nicht mehr weg­se­hen oder „blin­de Kuh“ spie­len. Sie müs­sen han­deln! Im Sin­ne der Bür­ger!

-mg

18.05.2024 19:00
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Der „Rus­si­sche Bär“ ver­dient Unter­stüt­zung!Die Bürgerinitiative machte ihren Unmut vor der Blumenhalle kund.

© Andreas Walcher