Präsentation
Isabella Penz ist die neue Bildungsdirektorin
Seit heute ist es offiziell: Isabella Penz folgt mit 1. September 2021 Robert Klinglmair als Bildungsdirektorin des Landes Kärnten nach. Kritik erntet die Bestellung von der Opposition.
© LPD Kärnten/Helge Bauer
Nachdem Robert Klinglmair zum neuen Leiter des Instituts des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen (IQS) aufstieg, war in Kärnten der Posten des Bildungsdirektors vakant. Heute präsentierten Landeshauptmann und Bildungsreferent Peter Kaiser sowie der digital zugeschaltete Bildungsminister Heinz Faßmann dessen Nachfolgerin: Isabella Penz tritt mit 1. September 2021 ihren Dienst als neue Bildungsdirektorin des Landes Kärnten an (siehe „Zur Person“ ganz unten).
Expertise bei der Digitalisierung
„Sie überzeugte mit ihrer schriftlichen Bewerbung, beim Hearing, mit ihrer Expertise, ihrer Ausbildung sowie ihrer praktischen Erfahrung vor allem auch im Bereich der Digitalisierung“, fasst Kaiser die Beweggründe für die Bestellung zusammen. Aus ursprünglich zwölf Bewerbern wurden vier Personen zum Hearing eingeladen. Eine fünfköpfige Bewertungskommission aus zwei Vertretern des Bildungsministeriums, zwei Vertretern des Landes und eines Experten der Alpen-Adria-Universität hatte ihre Bestellung empfohlen.
Normalität im Schulunterricht
„Als bisherige Leiterin des Digitalisierungsfonds der Arbeiterkammer Kärnten bringt sie zudem die für das neue Schuljahr essentielle Erfahrung im Bereich der Digitalisierung im Bildungswesen mit“, stellt Kaiser klar. Bildungsminister Faßmann attestiert Penz: „Sie ist richtige Person an der richtigen Stelle.“ Penz selbst betonte, mit großer Motivation an die neue Aufgabe heranzugehen: „Es steht ein Schulbeginn bevor, der Eltern, Kinder und Lehrer auf Grund der Pandemie unverändert vor große Herausforderungen stellt: Wir müssen Normalität für alle bieten, wir müssen pandemiebegründete Defizite aufholen, wir müssen sogar die notwendige und wichtige Beziehungsarbeit in der Schule zum Teil wieder aufbauen.“
Bildungspolitische Investition
Das neue Schuljahr ist vor allem in Hinblick der laut Faßmann „noch nie dagewesenen bildungspolitischen Investition im neuen Schuljahr“, in dem die fünften und sechsten Klassen mit Laptops ausgestattet werden, richtungsweisend. Laut Penz ist die technische Ausstattung ein gutes Werkzeug für die Zukunft und wichtiges Hilfsmittel für die weitere pädagogische Arbeit. Kein Kind darf in seiner Bildung eingebremst werde, weil es an der Ausstattung fehlt. „Das pädagogische Arbeiten in Verbindung mit der Digitalisierung gibt uns ein gutes Werkzeug für die Zukunft“, versichert Penz.

Team Kärnten
Auf die Bestellung von Isabella Penz zur neuen Bildungsdirektorin reagiert heute die Opposition. Gerhard Köfer (Team Kärnten) stellt nicht ihre Qualifikation in Frage, kritisiert aber: „Dass ausgerechnet eine SPÖ-Gemeindefunktionärin und Mitarbeiterin der von der SPÖ dominierten Arbeiterkammer neue Bildungsdirektorin in Kärnten wird, hat jedenfalls einen sehr bitteren, negativen und parteipolitischen Beigeschmack.“ Köfer kündigt an, Penz an ihren Taten messen zu wollen: „Ich hoffe, dass es ihr gelingt, dieses so wichtige Amt unabhängig und nicht parteipolitisch zu führen. Gerade aufgrund der Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt und aufgrund der vielen Probleme, die der Bildungslockdown verursacht hat, braucht es jetzt eine Person an der Spitze der Bildungsdirektion, die anpackt und sich den Aufgaben engagiert stellt.“
FPÖ Kärnten
Deutlicher in der Wortwahl ist die FPÖ. „Hätte die FPÖ den gut dotierten Top-Job des Bildungsdirektors mit einem blauen Parteifunktionär besetzt, gäbe es jetzt einen landesweiten Aufschrei. Bei der SPÖ hingegen wird das als Selbstverständlichkeit hingenommen“, ärgert sich Erwin Angerer, geschäftsführender Landesparteiobmann der FPÖ Kärnten. Die heutige Vorstellung der langjährigen SPÖ-Funktionärin Isabella Penz zur neuen Kärntner Bildungsdirektorin bedeutet, so Angerer, einen Rückfall in alte Zeiten, als sich SPÖ und ÖVP das Land aufgeteilt haben. „Das ist die klare Offenbarung, dass Rot und Schwarz das Schulsystem wieder in den Würgegriff ihrer Parteigänger bringen wollen“, sagt Angerer. Offen bleibt nur noch, „welche Gegenleistung die ÖVP dafür bekommt, dass sie die Leitung der Kärntner Bildungsdirektion SPÖ-Vertretern überlässt“.
Zur Person
Isabella Penz (46) aus Bodensdorf ist verheiratet, hat zwei schulpflichtige Kinder und wird nach eigenen Angaben Zeit ihres Lebens vom Bildungsbereich begleitet, was sich in ihrer Ausbildung ebenso niederschlug wie in ihren unterschiedlichen beruflichen Stationen. Sie stand seit dem 2019 als Abteilungsleiterin im Dienst der Arbeiterkammer Kärnten und war für den Digitalisierungsfonds zuständig. Zuvor war sie sechs Jahre pädagogische Leiterin der Kärntner Volkshochschulen. Sie ist aktuell auch Vorstandsmitglied im Verein „Bildungsland Kärnten“ und Gemeinderätin in Steindorf am Ossiacher See.
