NR-Wahl
SPÖ landet auf Platz drei
Nach den ersten Hochrechnungen liegt die FPÖ mit 29,1 Prozent der Stimmen deutlich voran, gefolgt von der ÖVP mit 26,2 Prozent und der SPÖ mit 20,4 Prozent.
© Daniel Kattnig
In Kärnten sind 432.330 Frauen und Männer wahlberechtigt, was rund 5.000 weniger sind als bei der letzten Nationalratswahl vor fünf Jahren. Nach den ersten Hochrechnungen liegt die FPÖ mit 29,1 Prozent der Stimmen deutlich voran, gefolgt von der ÖVP mit 26,2 Prozent und der SPÖ mit 20,4 Prozent.
Wahllokale in Kärnten gut besucht
Am Wahlsonntag waren in ganz Kärnten 735 Wahllokale geöffnet. Während die ersten bereits um 7.00 Uhr ihre Türen aufschlugen, schlossen die letzten um 16.00 Uhr, in Klagenfurt sogar schon eine Stunde früher um 15.00 Uhr. Die Stimmen der Urnenwahl werden noch am Sonntagabend ausgezählt. Da eine hohe Zahl an Wahlkarten eingereicht wurde, wird ein endgültiges Ergebnis jedoch erst im Laufe der Woche, spätestens am Donnerstag, erwartet.
Nur 30 Prozent der Stimmen in Städten ausgezählt
Die Schwankungsbreite der Hochrechnung liegt derzeit bei zwei Prozent. Bisher sind erst rund 30 Prozent der Stimmen in den Städten ausgezählt. Aufgrund dieser unvollständigen Daten kann es noch zu Verschiebungen kommen, vor allem durch die Auszählung der Wahlkarten.
Neun Parteien zur Auswahl
In Kärnten standen bei dieser Nationalratswahl neun Parteien zur Wahl. Sehbeeinträchtigte Wähler konnten Schablonen nutzen, um sicherzustellen, dass sie ihre Stimme korrekt abgeben. Zusätzlich konnten Vorzugsstimmen auf der Bundes‑, Landes- und Regionalliste vergeben werden, um bestimmten Kandidatinnen und Kandidaten einen Vorteil zu verschaffen.
SPÖ Kärnten sieht bitteres Ergebnis
Der Spitzenkandidat der SPÖ Kärnten, Philip Kucher, zeigte sich enttäuscht vom Abschneiden seiner Partei: „Es ist ein dramatisches Ergebnis für die SPÖ, hier möchte ich nichts schönreden. Die Regierungsparteien ÖVP und Grüne kommen gerade mal auf ein Drittel der Zustimmung. Es zeigt sich also, dass die Bundesregierung die Probleme der Wähler nicht lösen. So wie wir es bereits in den Nachbarländern sehen, hat der Rechtsruck auch in Österreich keinen Halt gemacht. Unsere Aufgabe wird es sein, uns selbstkritisch zu hinterfragen, wo wir besser werden müssen.”

Kaiser: “Wahlziel klar verfehlt”
Auch Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser nahm kein Blatt vor den Mund: „Wir haben unser Wahlziel klar verfehlt, da gibt es kein Herumdeuten. Ich hoffe, dass sich das Ergebnis noch ein wenig verbessert und in Richtung des letzten Ergebnisses gehen wird, aber das, was wir wollten, nämlich ganz nach vorne zu kommen, ist uns misslungen. Die innerparteilichen Querelen haben sicher nicht positiv dazu beigetragen, ein positives Erscheinungsbild der SPÖ zu erzeugen – das war hausgemacht.” Kaiser betonte zudem, dass die FPÖ als Protestpartei in der Opposition alle Stimmen auf sich vereinen konnte. „Die Regierung ist mit knapp einem Drittel der Wählerstimmen abgestraft worden.”
Wie es in der SPÖ weitergeht, müsse nun ohne Vorbehalte und Tabus besprochen werden.
Wahlkarten als entscheidender Faktor
Die Frist für die Beantragung von Wahlkarten endete bereits am Freitagmittag. Am Sonntag mussten alle Wahlkarten bis spätestens 17.00 Uhr bei der zuständigen Bezirkswahlbehörde eingelangt sein, um berücksichtigt zu werden. Die erste Hochrechnung, inklusive Wahlkartenprognose, wurde bereits um 17.00 Uhr vom Institut Forsight im ORF veröffentlicht.
- Ruhig und angespannt ist die Stimmung in der SPÖ Landesorganisation Kärnten.
- Sonja Kosnjek (links), SPÖ-Frauen Geschäftsführerin mit Isabella Rauter (rechts) SPÖ Frauen Villach
- SPÖ-Nationalratsabgeordneter Philip Kucher feierte am Wahlsonntag seinen 43. Geburtstag.
© Daniel Kattnig
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