Wolfsberg
Wasserkraft-Projekt im Rathaus präsentiert
Im Laufe des kommenden Jahres soll das bestehende Auslaufkraftwerk hinter dem Autohaus Dohr durch ein modernes Flusskraftwerk ersetzt werden.
© Stadtgemeinde Wolfsberg
Ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt stellte die Kittel Mühle Wasserkraft GmbH im Rathaus der Stadtgemeinde Wolfsberg vor. Im Mittelpunkt der Präsentation vor einer Gruppe interessierter Anrainer stand das Lavantkraftwerk Ritzing, das — ebenso wie das Kraftwerk Prielhammer im Wolfsberger Stadtgebiet (Trattl) — seit 2021 im Eigentum des niederösterreichischen Familienunternehmens steht.
Das sind die Ziele
Im Laufe des kommenden Jahres soll das bestehende Auslaufkraftwerk hinter dem Autohaus Dohr durch ein modernes Flusskraftwerk ersetzt werden. Der neue Standort ist rund 250 Meter flussabwärts, oberhalb der hölzernen Fußgängerbrücke, geplant. Mit dem Ersatzneubau verfolgen die Betreiber mehrere Ziele:
- Erhöhung der Stromerzeugung: Die jährliche Energieproduktion soll von 1,0 GWh (Versorgung von ca. 300 Haushalten) auf 2,2 GWh (600 Haushalte) gesteigert werden.
- Integrierter Hochwasserschutz: Im Rahmen des Projekts wird von der Mündung des Auenbachs bis zur Mündung des Schudelbachs auf rund 800 Meter ein Hochwasserschutz umgesetzt, der in der Lage ist, ein 100-jährliches Hochwasser zu bewältigen. Derzeit besteht in diesem Abschnitt der Lavant kein Hochwasserschutz.
- Fischaufstiegshilfe: Eine moderne Fischwanderhilfe soll künftig die ökologische Durchgängigkeit der Lavant für Fische und andere Wasserlebewesen sicherstellen – ein Element, das bei der bisherigen Anlage fehlt.
Das Projekt befindet sich derzeit in der Phase vor der Einreichung. Im Idealfall könnte im ersten Quartal 2026 mit den Bauarbeiten begonnen werden, eine Fertigstellung wäre dann im ersten Quartal 2027 realistisch. Investiert werden mehrere Millionen Euro.
Vizebürgermeister bedankt sich
Der im Eigentum der Stadtgemeinde befindliche Spielplatz am Ostufer der Lavant sowie der angrenzende Parkplatz werden für die Dauer der Bauarbeiten auf nahegelegene Ersatzflächen verlegt und nach Projektabschluss an ihren ursprünglichen Orten wiedererrichtet.
Vizebürgermeister Alexander Radl dankte den Projektverantwortlichen für die offene Kommunikation und unterstrich die Bedeutung des Vorhabens: „In diesem Abschnitt der Lavant besteht bislang kein Hochwasserschutz. Mit dem geplanten Kraftwerksneubau gelingt es, nachhaltige Energiegewinnung aus Wasserkraft mit effektiven Hochwasserschutzmaßnahmen zu verbinden.“
