St. Veit/Glan
Steinbruch-Entscheidung liegt bei BH St. Veit
Nach Gerichtsbeschluss muss die Bezirkshauptmannschaft über das umstrittene Steinbruchprojekt entscheiden – Bürgerinitiative fordert klare Absage.
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Das Landesverwaltungsgericht Kärnten hat im Rechtsstreit rund um den geplanten Neupersteinbruch am Windischberg einen klaren Beschluss gefasst: Die Bezirkshauptmannschaft St. Veit muss binnen acht Wochen eine Entscheidung treffen – für oder gegen das Projekt der Dolomit Eberstein Neuper GmbH. Damit geht die Verantwortung zurück an die erste Instanz, die das Verfahren ursprünglich mitgetragen hatte.
Widerstand gegen „Unsinnsprojekt“
Für Gerald Seiler, Obmann der Bürgerinitiative „Nein zum Neupersteinbruch!“, ist das Urteil logisch. „Wer das Projekt mitentwickelt hat, soll nun auch selbst darüber befinden“, sagt Seiler und fordert zugleich, dass die BH nicht über den Willen der Bevölkerung und den Schutz sensibler Naturflächen hinweggehen dürfe.
Nur 40 Meter neben Europaschutzgebiet
Besonders brisant: Das geplante Abbaugebiet liegt nur 40 Meter vom Natura-2000-Europaschutzgebiet Mannsberg-Boden entfernt. Auch die Standortgemeinde Kappel am Krappfeld und Bürgermeisterin Andrea Feichtinger-Sacherer lehnen den neuen Steinbruch vehement ab. Die Befürchtung: Der Eingriff würde nicht nur Naturraum vernichten, sondern auch die Lebensqualität im Krappfeld massiv beeinträchtigen.
Schotterlobby unter Druck
Während die Montanbehörde Süd aus Leoben in dem Vorhaben ein öffentliches Interesse erkennt, kritisiert die Bürgerinitiative diese Einschätzung als „grotesk“. Unterstützung erhält sie vom renommierten Umweltgutachter Robert Unglaub, der in seinem Bericht nachweist, dass das Projekt gegen die FFH-Richtlinie der EU verstößt. Unglaub sieht durch das Vorhaben geschützte Arten und deren Lebensraum gefährdet.
Klare Ablehnung durch Land Kärnten
Auch aus dem Amt der Kärntner Landesregierung gibt es bereits zwei ablehnende Stellungnahmen – sowohl vom Fachbereich Naturschutz als auch von der Raumordnung. Die Bürgerinitiative kämpft seit 16 Jahren gegen die Wiedererrichtung eines Neupersteinbruchs in Unterpassering. Jetzt liegt der Ball bei der BH – und damit eine richtungsweisende Entscheidung für Mensch und Natur im Krappfeld.
