Völkermarkt

Geden­ken als Mah­nung an Gegen­wart und Zukunft

Die Feier stand im Zeichen des Gedenkens an die NS-Opfer der Höfe Peršman und Hojnik. Der Peršmanhof war ab 1942 Stützpunkt der Widerstandsbewegung. Am 25. April 1945 verübten Angehörige des SS- und Polizeiregiments ein Massaker auf diesem Hof.

Geden­ken als Mah­nung an Gegen­wart und Zukunft Auch Vizekanzler Andreas Babler nahm an der Gedenkveranstaltung teil.

© LPD Kärnten/Varh

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Vor 80 Jah­ren ende­te der zwei­te Welt­krieg, vor 70 Jah­ren wur­de der Staats­ver­trag unter­schrie­ben und vor 30 Jah­ren stimm­ten über 3,5 Mil­lio­nen Öster­rei­cher in einer Volks­ab­stim­mung für den Bei­tritt Öster­reichs zur Euro­päi­schen Uni­on. Das Jahr 2025 steht in Hin­blick auf die ein­schnei­den­den Ereig­nis­se vor 80 Jah­ren, dem Ende des NS-Regimes, der Befrei­ung aus der Nazi-Dik­ta­tur, euro­pa­weit im Zei­chen der Erin­ne­rung.

Jahr der Erin­ne­rungs­kul­tur

Das Land Kärn­ten hat daher Das Jahr der Erin­ne­rungs­kul­tur aus­ge­ru­fen. Aber nicht nur des­halb fand ges­tern (24. Mai 2025) die Gedenk­fei­er am Perš­m­an­hof bei Bad Eisen­kap­pel mit Vize­kanz­ler Andre­as Babler, Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser, Slo­we­ni­ens Staats­se­kre­tär Dejan Židan, dem Drit­ten Land­tags­prä­si­den­ten Andre­as Scher­witzl und Gene­ral­kon­su­lin Maja Balant Slo­bod­ja­nac sowie den Hin­ter­blie­be­nen der vor 80 Jah­ren grau­sam ermor­de­ten Fami­li­en Perš­man und Hoj­nik statt. “Die­ses jähr­li­che Zusam­men­kom­men steht seit Beginn an im Zei­chen des gemein­sa­men Geden­kens, des nicht Ver­ges­sens, des stän­di­gen Erin­nerns – als Mah­nun­gen für Gegen­wart und Zukunft. Ver­nei­gen wir uns vor den Opfern des Faschis­mus”, hielt der Lan­des­haupt­mann in sei­ner Rede fest.

“Dank für ihren Wider­stand”

Vize­kanz­ler Babler dank­te für die Ein­la­dung an die­sen Ort des Wider­stan­des, des Kamp­fes gegen Faschis­ten und nun des Erin­nerns, des Geden­kens und des Ler­nens. Es sei für ihn ein emo­tio­na­ler Moment, hier zu sein an einem Ort, der der­art reich an Sym­bo­lik ist, ein Ort, an dem auch vor 80 Jah­ren der Frie­den greif­bar schien, bis NS-Scher­gen ein men­schen­ver­ach­ten­des Mas­sa­ker ange­rich­tet haben. „Unser Land schul­det die­sen Fami­li­en Dank für ihren Wider­stand und den Hin­ter­blie­be­nen den Dank dafür, dass sie die Erin­ne­rung hoch­hal­ten, dass sie für die slo­we­ni­sche Volks­grup­pe ein­tre­ten und wir müs­sen dan­ken dafür, dass sie die­ses Muse­um erhal­ten als Mahn­mal gegen das Ver­ges­sen“, beton­te der Vize­kanz­ler.

Über das Geden­ken hin­aus

Kai­ser rief Erin­ne­run­gen wach, als er vor 40 Jah­ren hier am Perš­m­an­hof als jun­ger Poli­ti­ker an einer Gedenk­ver­an­stal­tung teil­ge­nom­men hat und für die Medi­en nur die­ses zu berich­ten blieb, „dass jun­ge Men­schen so etwas tun“. Kai­ser erin­ner­te aber auch an die Gedenk­fei­ern mit dem ehe­ma­li­gen slo­we­ni­schen Staats­prä­si­den­ten Bor­ut Pahor oder mit Bun­des­prä­si­dent Alex­an­der Van der Bel­len: “Die musea­le Bedeu­tung geht weit über das Geden­ken an die Opfer hin­aus. Eine jahr­zehn­te­lan­ge Ver­tu­schung der Gescheh­nis­se hat ein Ende gefun­den und wir haben alles zu tun, damit die­se Opfer nicht umsonst waren, die­se Gräu­el­ta­ten nie­mals ver­ges­sen wer­den.”

“Ort des Wider­stands und der Hoff­nung”

Ber­nard Sadov­nik dank­te allen Ehren­gäs­ten für ihre Anwe­sen­heit und die Wert­schät­zung: “Die­ser Ort ist tief in unse­rer Fami­li­en­ge­schich­te ver­an­kert. Es ist ein Ort des Schmer­zes, des Wider­stan­des, der Mah­nung und der Hoff­nung. Das Mas­sa­ker damals rich­te­te sich gegen Men­schen, gegen die slo­we­ni­sche Spra­che und Iden­ti­tät.” Man wol­le den Opfern mit dem Geden­ken an sie ihre Wür­de zurück­ge­ben, die sich durch die­se Taten ver­lo­ren haben. “Sie haben zur Befrei­ung, zur Demo­kra­tie bei­getra­gen.”

Eisen­kap­pels Bür­ger­meis­te­rin, Eli­sa­beth Lob­nik, ver­wies dar­auf, dass die Pfle­ge einer wür­di­gen Erin­ne­rungs­kul­tur wich­tig sei. Es habe sich dies­be­züg­lich in den letz­ten Jahr­zehn­ten vie­les zum Posi­ti­ven gewen­det durch stän­di­gen Dia­log und Aus­tausch. Orte wie der Perš­m­an­hof sei­en Orte der Begeg­nung und des Ler­nens.

Wis­sens­wert

Die Fei­er am Perš­m­an­hof steht im Zei­chen des Geden­kens an die NS-Opfer der Höfe Perš­man und Hoj­nik sowie an die vie­len Wider­stands­kämp­fer der Regi­on. Der Perš­m­an­hof war ab 1942 Stütz­punkt der Wider­stands­be­we­gung, die sich auch in Kärn­ten aus­ge­brei­tet hat­te. Am 25. April 1945 ver­üb­ten Ange­hö­ri­ge des SS- und Poli­zei­re­gi­ments 13 ein Mas­sa­ker auf die­sem Hof. Es wur­den elf Per­so­nen der Fami­li­en Sadov­nik und Kogoj erschos­sen — vier Erwach­se­ne und sie­ben Kin­der. Die Lei­chen der Ermor­de­ten sind am Fried­hof von Eisen­kap­pel beer­digt. Am Perš­m­an­hof befin­det sich heu­te ein Muse­um mit dem Inhalt der Geschich­te und des Wider­stan­des der Kärnt­ner Slo­we­nen wäh­rend des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Der Ver­ein Perš­man wur­de 2001 in Kla­gen­furt gegrün­det, um die Ver­diens­te des kärnt­ner-slo­we­ni­schen Wider­stan­des gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus im öffent­li­chen Gedächt­nis zu för­dern. Der Ver­ein posi­tio­niert sich gegen rechts­extre­me und faschis­ti­sche Ten­den­zen der Gegen­wart und unter­stützt den Betrieb des Muse­ums und der Gedenk­stät­te Perš­m­an­hof in Eisen­kap­pel.

25.05.2025 14:50 - Update am: 25.05.2025 14:53
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