Kärnten
Integration, Polizei, Online-Radikalisierung: Klare Worte beim Ministerbesuch
Beim Arbeitsgespräch mit Innenminister Gerhard Karner thematisierten LH Peter Kaiser und LHStv. Martin Gruber zentrale Sicherheits- und Integrationsfragen.
© LPD Kärnten/Bauer
Kärnten setzt auf verbindliche Integration
Kärnten plant eine neue Integrationsvereinbarung für Asylwerber*innen. Sie soll gemeinnützige Arbeit und den verpflichtenden Besuch von Deutsch- und Wertekursen festschreiben. Landeshauptmann Peter Kaiser stellte das Modell bei einem Arbeitsgespräch mit Innenminister Gerhard Karner vor. Dieser begrüßte den Vorstoß ausdrücklich: Kärnten setze damit ein wichtiges Zeichen und könne auf die Erfahrungen des Bundes zurückgreifen. Seit Juli 2024 sind ähnliche Regelungen bereits in den Bundesbetreuungseinrichtungen in Kraft, wo bei Nichterfüllung auch das Taschengeld gekürzt wird.
Polizeipräsenz bleibt gewährleistet
Innenminister Karner stellte klar, dass die allgemeinen Budgeteinsparungen keine Auswirkungen auf die Sichtbarkeit der Polizei haben werden. Polizeiinterne Prozesse werden zwar geprüft, doch der nächste Ausbildungslehrgang mit 28 Teilnehmer*innen in Kärnten sei bereits fixiert. Ein Rückgang bei Asylzahlen ermögliche zusätzliche Einsparungen im Asylbereich.
Online-Radikalisierung als wachsende Bedrohung
Einigkeit herrschte auch beim Thema Online-Radikalisierung. Landeshauptmann Kaiser forderte strengere Maßnahmen der Plattformbetreiber auf EU-Ebene. LHStv. Martin Gruber ging einen Schritt weiter: Für Unternehmen, die sich dauerhaft nicht an Spielregeln halten, brauche es konsequente Sanktionen – notfalls bis hin zur Schließung. Karner verwies auf die Rolle der Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), die Radikalisierung im Netz gezielt bekämpfen soll – mit dafür notwendigen Befugnissen, wie im Regierungsprogramm vorgesehen.
