Sicherheitsvorkehrungen gefordert

Nach Amok in Gra­zer Schu­le

Der Amoklauf an einem Grazer BORG, bei dem zehn Menschen – darunter Schülerinnen, Schüler und ein Erwachsener – getötet wurden, erschüttert ganz Österreich. Es handelt sich um den folgenschwersten Amoklauf in der Geschichte des Landes. Sicherheitsmaßnahmen werden nun bundesweit gefordert, um Schulen besser zu schützen und solche Tragödien künftig zu verhindern.

Nach Amok in Gra­zer Schu­le

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Tra­gö­die an Gra­zer Schu­le: Zehn Men­schen ster­ben bei Amok­lauf

Ein schwe­rer Amok­lauf erschüt­tert die Stadt Graz. An einem BORG im Bezirk Lend kam es am Vor­mit­tag zu einem bewaff­ne­ten Angriff, bei dem ins­ge­samt zehn Men­schen ums Leben kamen – dar­un­ter meh­re­re Schü­le­rin­nen und Schü­ler, eine erwach­se­ne Per­son sowie der Täter selbst.

Amok­lauf an Schu­le in Graz: Neun Tote und zwölf Ver­letz­te

Ein 21-jäh­ri­ger ehe­ma­li­ger Schü­ler hat am Diens­tag­vor­mit­tag in einer Schu­le in der Drei­er­schüt­zen­gas­se in Graz neun Men­schen getö­tet und min­des­tens zwölf wei­te­re ver­letzt. Nach Anga­ben des Innen­mi­nis­ters han­delt es sich bei den Todes­op­fern um sechs weib­li­che und drei männ­li­che Per­so­nen. Nach der Tat nahm sich der Täter das Leben.

Kei­ne Vor­mer­kun­gen – Waf­fen waren legal

Zum Täter ist bekannt, dass er kei­ne poli­zei­li­chen Vor­mer­kun­gen hat­te. Er besaß legal eine Lang­waf­fe und eine Faust­feu­er­waf­fe. Laut Poli­zei han­delt es sich um einen ehe­ma­li­gen Schü­ler der Schu­le, der sei­nen Abschluss jedoch nicht gemacht hat­te.

Schu­le bleibt bis auf Wei­te­res geschlos­sen

Die betrof­fe­ne Schu­le wird vor­erst nicht wie­der geöff­net. In einer gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz wur­de ange­kün­digt, dass der­zeit die Unter­stüt­zung für Betrof­fe­ne und Ange­hö­ri­ge im Vor­der­grund ste­he. Erst danach wer­de über wei­te­re Schrit­te gespro­chen, um die Sicher­heit an Schu­len wei­ter­hin zu gewähr­leis­ten.

Schwers­ter Amok­lauf in Öster­reichs Geschich­te

Noch nie zuvor hat es in Öster­reich einen Amok­lauf mit so vie­len Todes­op­fern gege­ben. Die Hin­ter­grün­de der Tat sind der­zeit noch Gegen­stand poli­zei­li­cher Ermitt­lun­gen.

 


State­ments

Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser

“Das schreck­li­che Atten­tat an einer Gra­zer Schu­le mit meh­re­ren Toten & Ver­letz­ten hat mich, hat uns alle zutiefst geschockt. Im Namen Kärn­tens spre­che ich allen Ange­hö­ri­gen der Todes­op­fer mein auf­rich­ti­ges Bei­leid aus. Allen Ver­letz­ten wün­sche ich rasche & voll­stän­di­ge Gene­sung.”

“Die Ermitt­lun­gen des Her­gan­ges müs­sen rasch & frei von poli­ti­scher Ein­fluss­nah­me erfol­gen, um für ganz Öster­reich Schlüs­se zur wei­te­ren Gewähr­leis­tung der Sicher­heit an allen unse­ren Schu­len zu zie­hen.”

Lan­des­haupt­mann-Stv. Mar­tin Gru­ber

„Als Vater, aber auch als Poli­ti­ker, bewegt mich die­se Tra­gö­die zutiefst. Wir müs­sen als Gesell­schaft alles dar­an­set­zen, jun­ge Men­schen früh­zei­tig auf­zu­fan­gen, Gewalt vor­zu­beu­gen und unse­re Schu­len als siche­re Orte des Mit­ein­an­ders zu schüt­zen. Die­ses Ziel eint uns über alle Par­tei­gren­zen hin­weg.“

Kla­gen­fur­ter Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der

„Städ­te, Län­der und der Bund müs­sen für die Sicher­heit der Men­schen an einem Strang zie­hen und Maß­nah­men set­zen. Es kann nicht sein, dass in Ruck­sä­cken oder Taschen Waf­fen unbe­merkt in Schu­len gera­ten kön­nen. Hier muss sofort gehan­delt und auf manu­el­le oder tech­ni­sche Sys­te­me gesetzt wer­den, die die Sicher­heit der Schü­ler, Leh­rer und der Bediens­te­ten an päd­ago­gi­schen Ein­rich­tun­gen gewähr­leis­tet“, so Schei­der.
Ob per­sön­li­che Kon­trol­len oder Sicher­heits­schleu­sen – laut Bür­ger­meis­ter gehö­ren sol­che Maß­nah­men umge­hend umge­setzt.

Auch das Per­so­nal müs­se ent­spre­chend geschult wer­den. Schei­der ver­weist auf die Initia­ti­ve „Gemein­sam sicher“, über die es in Kla­gen­furt spe­zi­el­le „Amok­schu­lun­gen“ durch Poli­zis­ten gibt. Die­se Schu­lun­gen soll­ten aus­ge­wei­tet und ver­stärkt genutzt wer­den.

Schei­der zeigt sich der finan­zi­el­len und orga­ni­sa­to­ri­schen Her­aus­for­de­run­gen bewusst:
„Für die Sicher­heit unse­rer Kin­der, aber auch der Päd­ago­gen und Bediens­te­ten darf uns kein Auf­wand zu hoch sein.“

Kla­gen­fur­ter Vize­bür­ger­meis­ter Roland Rabit­sch

Ronald Rabit­sch, Kla­gen­fur­ter Vize­bür­ger­meis­ter und zustän­di­ger Refe­rent für Schu­len, for­dert ein struk­tu­rier­tes und lang­fris­ti­ges Maß­nah­men­pa­ket zur Stär­kung der Sicher­heit und Prä­ven­ti­on an Schu­len.

  1. Sicher­heits­en­quete und koor­di­nier­te Prä­ven­ti­on
    Die Stadt Kla­gen­furt wird eine jähr­li­che schul­be­zo­ge­ne Sicher­heits­en­quete ein­füh­ren. Ziel ist es, in Zusam­men­ar­beit mit Poli­zei, Schul­auf­sicht, Päd­ago­gin­nen und Päd­ago­gen, Psy­cho­lo­gin­nen und Psy­cho­lo­gen und Blau­licht­or­ga­ni­sa­tio­nen Bedro­hungs­po­ten­zia­le früh­zei­tig zu erken­nen und prä­ven­ti­ve Stra­te­gien zu ent­wi­ckeln. The­men wie Extre­mis­mus­prä­ven­ti­on, Medi­en­kom­pe­tenz und Kri­sen­in­ter­ven­ti­on sol­len dabei zen­tral behan­delt wer­den.
  2. Elek­tro­ni­sche Zutritts­kon­trol­le drin­gend erfor­der­lich
    Ein beson­ders sen­si­bler Punkt betrifft die phy­si­sche Sicher­heit in Schul­ge­bäu­den. In fast jedem Pro­to­koll von sicher­heits­tech­ni­schen Bege­hun­gen fin­det sich fol­gen­der Satz: „Der Zutritt von schul­frem­den Per­so­nen ist unein­ge­schränkt mög­lich und mit bestehen­den Ein­rich­tun­gen nicht kon­trol­lier­bar. Eine Sicher­heits­pro­ble­ma­tik ist gege­ben. Eine elek­tro­ni­sche Zutritts­kon­trol­le wäre laut Rück­spra­che mit meh­re­ren Schul­lei­tun­gen erfor­der­lich!“ Rabit­sch for­dert daher die sofor­ti­ge Umrüs­tung der Kla­gen­fur­ter Schu­len mit elek­tro­ni­schen Zutritts­kon­trol­len!
  3. Mehr psy­cho­so­zia­le Unter­stüt­zung für Schü­le­rin­nen und Schü­ler
    Neben bau­li­chen Maß­nah­men braucht es auch per­so­nel­le Ent­las­tung: „Lehr­per­so­nen sto­ßen bei der Betreu­ung psy­cho­so­zi­al belas­te­ter Kin­der und Jugend­li­cher an ihre Gren­zen. Es braucht end­lich aus­rei­chen­des, pro­fes­sio­nel­les Sup­port­per­so­nal – Schul­so­zi­al­ar­beit, Schul­psy­cho­lo­gie und Kri­sen­in­ter­ven­ti­on – dau­er­haft und finan­ziert durch den Bund.“
  4. Prä­ven­ti­ve Bil­dungs­ar­beit aus­bau­en
    Mit geziel­ten Work­shops an Schu­len – zu Demo­kra­tie­ver­ständ­nis, digi­ta­ler Zivil­cou­ra­ge, Medi­en­kri­tik und Kon­flikt­be­wäl­ti­gung – will Rabit­sch auch die inhalt­li­che Prä­ven­ti­on stär­ken. Es brau­che nicht nur Schutz nach außen, son­dern auch Stär­kung von Resi­li­enz und sozia­ler Kom­pe­tenz inner­halb der Schul­ge­mein­schaft.

„In enger Abstim­mung mit Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der wol­len wir noch vor dem Som­mer eine gemein­sa­me Platt­form mit allen rele­van­ten Akteu­ren – aus Bil­dung, Sicher­heit, Sozia­lem und Ver­wal­tung – ein­rich­ten. Denn nur im Schul­ter­schluss wird es gelin­gen, Schu­len zu dem zu machen, was sie sein müs­sen: siche­re Lern – und Lebens­räu­me für die nächs­te Gene­ra­ti­on.“

10.06.2025 13:38 - Update am: 10.06.2025 17:26
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Nach Amok in Gra­zer Schu­le

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