„Max“ Dorner

Vom Flie­sen­le­ger zum Tier­pfle­ger auf dem Affen­berg

Seit 25 Jahren gibt es den Affenberg in Landskron. Ebenso lang ist Tierpfleger Markus „Max“ Dorner bei diesem außergewöhnlichen Zoo-Projekt dabei. Im „KLiCK Kärnten“-Interview erzählt er von seinen Anfängen auf dem Affenberg.

Markus Dorner Der Affenberg wurde für Tierpfleger Max Dorner zur zweiten Heimat.

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Der gebür­ti­ge Stei­rer Mar­kus Dor­ner (47) ist eigent­lich gelern­ter Haf­ner und Flie­sen­le­ger. Zum Tier­pfle­ger wur­de er eher zufäl­lig. Auf dem Affen­berg in Lands­kron rufen ihn alle „Max“.

KLiCK Kärn­ten: Wie ver­schlug es Sie nach Lands­kron auf den Affen­berg?

Max Dor­ner: Das war eher zufäl­lig. Ich kann­te einen der Affen­berg-Pro­jek­tan­ten. Er bat mich, beim Auf­bau des Zoos im Jahr 1996 zu hel­fen.

Ging es dabei um hand­werk­li­che Kennt­nis­se?

Auch, weil es auf dem vier Hekt­ar gro­ßen Gelän­de viel zu tun gab. Ich war auch dabei, als die 39 Japanmaka­ken am Flug­ha­fen in Wien in Emp­fang genom­men wur­den. Das waren schon ein­prä­gen­de Erleb­nis­se für mich. Ich selbst leb­te damals mit mei­ner Fami­lie noch in Grat­korn und muss­te stän­dig nach Lands­kron pen­deln.

Am Anfang gab es ein­mal Schwie­rig­kei­ten.

Ja, am 12. August 1996 bra­chen die Affen auf­grund eines tech­ni­schen Defekts aus. Sie muss­ten dann müh­sam wie­der ein­ge­fan­gen wer­den. Lei­der wur­de ein Affe auf der nahe gele­ge­nen Auto­bahn über­fah­ren.

Wann tra­fen Sie die Ent­schei­dung, stän­dig auf dem Affen­berg zu arbei­ten?

Das kann ich so nicht sagen, das ist flie­ßend gesche­hen. Ich kann mir mitt­ler­wei­le kei­nen bes­se­ren Arbeits­platz vor­stel­len.

Was sind Ihre Auf­ga­ben?

Die Anla­ge instand zu hal­ten, Neu­bau­ten im Gehe­ge vor­zu­neh­men und die Anla­ge sau­ber zu hal­ten. Natür­lich füh­re ich auch die Besu­cher auf den Affen­berg und erklä­re ihnen die Lebens­wei­se der Maka­ken. Immer­hin ken­ne ich zu 85 Pro­zent die Namen aller Affen. Der­zeit haben wir 173 Affen inklu­si­ve Babys. Das ältes­te Weib­chen ist 30 Jah­re alt. In frei­er Natur wer­den die Affen zumeist nicht älter als 25 Jah­re.

Zwei Affen­ba­bys konn­ten von ihrer Mut­ter nicht gesäugt wer­den. Die nahm ich für zwei Mona­te mit nach Hau­se, um sie mit dem Fläsch­chen auf­zu­zie­hen.

Mar­kus Dor­ner

Tier­pfle­ger

Wie weit grei­fen Sie in das Leben der Affen ein?

Über­haupt nicht, sie leben ihr Leben und haben ihr eige­nes Matri­ar­chat, in dem die Weib­chen das Sagen haben. Bei uns wer­den die Tie­re nicht ver­mensch­licht. Wir füt­tern und ver­sor­gen sie nach Ver­let­zun­gen oder im Krank­heits­fall.

Was pas­siert im Win­ter?

Das Leben der Affen geht ganz nor­mal wei­ter, es gibt nur kei­ne Besu­cher. Das Stamm­per­so­nal macht Instand­hal­tungs­ar­bei­ten und ver­sorgt die Tie­re. Schnee und Käl­te sind die Japanmaka­ken vom Ursprungs­land her gewohnt.

Gab es in den 25 Jah­ren auch außer­ge­wöhn­li­che Situa­tio­nen für Sie?

Ja, zwei Affen­ba­bys konn­ten von ihrer Mut­ter nicht gesäugt wer­den. Die nahm ich für zwei Mona­te mit nach Hau­se, um sie mit dem Fläsch­chen auf­zu­zie­hen. Das war für mich eine tur­bu­len­te Zeit, aber unglaub­lich schön und emo­tio­nal.

Gab es im Gehe­ge auch nen­nens­wer­te Vor­fäl­le?

Ja, immer wie­der. Am 17. August singt mei­ne Che­fin Sven­ja Gau­batz jedes Jahr vor den Besu­chern im Gehe­ge ein Geburts­tags­ständ­chen für mich. Was mir eigent­lich pein­lich ist, aber auch Freu­de berei­tet. Natür­lich gibt es immer wie­der Besu­cher, die Affen pro­vo­zie­ren oder rei­zen. Da schrei­ten wir ein und haben es sehr schnell im Griff.

Kön­nen Sie sich einen ande­ren Job vor­stel­len?

Nein, ein Leben ohne Affen ist für mich nicht vor­stell­bar. Sie sind mei­ne zwei­te Fami­lie. Der Affen­berg ist noch bis 2. Novem­ber geöff­net. Wir füh­ren im Stun­den­takt die Besu­cher durch die Anla­ge.

 

28.09.2021 18:30 - Update am: 28.09.2021 19:54
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Markus Dorner Der Affenberg wurde für Tierpfleger Max Dorner zur zweiten Heimat.

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