Kirche
Superintendentin Mattioli in Amt eingeführt
Für die Dauer von zwölf Jahren wurde sie am 26. April 2025 von den 90 Delegierten der Superintendentialversammlung zur Superintendentin gewählt. Das Amt entspricht dem des Diözesanbischofs in der römisch-katholischen Kirche.
© LPD Kärnten/Pleschberger
Die neue Superintendentin der evangelischen Diözese Kärnten-Osttirol, Andrea Mattioli, wurde heute (31. Jänner 2026) durch Bischöfin Cornelia Richter feierlich in ihr Amt eingeführt. Am Festgottesdienst in Zlan nahmen seitens der Landesregierung Landeshauptmann Peter Kaiser, Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig, Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber, Landesrat Sebastian Schuschnig und Landesrätin Beate Prettner teil. Mattioli hat ihren Dienst bereits am 1. Dezember 2025 angetreten. Sie folgte auf den pensionierten Superintendenten Manfred Sauer. In Kärnten und Osttirol ist sie die erste Frau in diesem Amt.
Kirche und Politik
Der Landeshauptmann gratulierte Mattioli namens des gesamten Regierungskollegiums in seiner Festansprache nach dem Gottesdienst. Er ist sich sicher, dass es auch mit der neuen Superintendentin zu einer guten Kooperation zwischen Kirchen und Politik kommen werde. Gerade in der aktuell sehr herausfordernden Zeit gehe es um „die Zusammenarbeit aller Kräfte, die Humanität, Toleranz, Miteinander und Solidarität zum Leitfaden haben“. „Lassen Sie uns gemeinsam im Kleinen dem begegnen, was uns geopolitisch Sorgen macht“, appellierte er.
„Wir sind Schwesternkirchen“
Die neue Superintendentin verwendete in ihrer Predigt auch ein paar Metaphern mit Star Wars-Bezug. Bei der heutigen Feier spüre man Freude, Kraft und Liebe. Dies solle man überall hinaustragen, wo man Menschen begegne – gerade auch in den alltäglichen Begegnungen. Bischöfin Cornelia Richter hob Mattiolis kulturelle Vielfalt, ihre Erfahrungen durch die bisherigen beruflichen Stationen sowie ihre den Menschen zugewandte Freundlichkeit hervor. „Wir sind Schwesternkirchen“ betonte Diözesanbischof Josef Marketz. Er zeigte sich sicher, dass die evangelische und katholische Kirche weiterhin zusammen gut arbeiten, beten und feiern werden. Die ökumenische Zusammenarbeit sei von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt.
„Lass uns gemeinsam tun”
Imam Hasudin Atanović hob hervor, dass es für die Muslime eine Ehre sei, an dieser Festveranstaltung teilnehmen zu dürfen. Er sagte, dass es nicht Unterschiede zu betonen gelte, sondern die gemeinsamen Werte, die uns verbinden: „Wir sind alle Menschen und die Menschlichkeit spricht eine universale Sprache.“ Die Rektorin der Diakonie de La Tour, Astrid Körner, richtete sich an die Superintendentin mit den Worten: „Lass uns gemeinsam tun, was für die Kirche selbstverständlich ist.“ Das sei, für jene da zu sein, die es am schwersten haben, aber auch, ein starkes Wort der Würde, Haltung, Verbundenheit und Nächstenliebe zu sprechen.
“Sowas war noch nie da”
Martin Fischer vom Kultusamt im Bundeskanzleramt gratulierte Mattioli und würdigte auch die Verdienste ihre Vorgängers Manfred Sauer. Superintendentialkuratorin Margarethe Prinz-Büchl sprach über die Amtseinführung von einem historischen Ereignis: „Sowas war noch nie da“, sagte sie und meinte damit, dass Kärnten und Osttirol eine Frau als Superintendentin bekommen haben.
Wissenswert
Andrea Mattioli wurde im deutschen Neckarsulm geboren. 2002 wurde sie in Ludwigsburg nördlich von Stuttgart als Pfarrerin ordiniert und war dann dort als Gemeindepfarrerin tätig. Lange war sie auch Urlaubsseelsorgerin in Kärnten, 2019 zog sie schließlich nach Kärnten. Bis Ende November 2025 war sie amtsführende Pfarrerin des Pfarrgemeindeverbands Zlan-Ferndorf. Mattioli ist erst die dritte Superintendentin in der Geschichte der Evangelischen Kirche in Österreich. Sie ist verheiratet und hat drei Söhne. Für die Dauer von zwölf Jahren wurde Mattioli am 26. April 2025 von den über 90 Delegierten der Superintendentialversammlung zur Superintendentin gewählt. Das Amt entspricht dem des Diözesanbischofs in der römisch-katholischen Kirche. Die evangelische Superintendenz Kärnten-Osttirol hat in 33 Pfarrgemeinden rund 41.000 Mitglieder.
