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Pflege

Frü­he Hil­fe statt Heim: Kärn­ten setzt auf Pfle­ge vor Ort

Land setzt auf wohnortnahe Unterstützung, Ausbau regionaler Zentren und weniger Pflegeheime bis 2035

Frü­he Hil­fe statt Heim: Kärn­ten setzt auf Pfle­ge vor OrtGesundheitslandesrätin Beate Prettner setzt nach den Kündigungen in der Interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt auf Gespräche mit allen Beteiligten. Die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung sei weiterhin gewährleistet.

© Büro LHStv. Beate Prettner

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Mit dem „Bedarfs- und Ent­wick­lungs­plan Pfle­ge 2035“ stellt das Land Kärn­ten die Wei­chen für die Pfle­ge der Zukunft. Pfle­ge­re­fe­ren­tin Bea­te Prett­ner prä­sen­tier­te das neue Kon­zept in der Regie­rungs­sit­zung und beton­te dabei den kla­ren Kurs: früh­zei­tig hel­fen, nie­der­schwel­lig unter­stüt­zen und Men­schen mög­lichst lan­ge in den eige­nen vier Wän­den beglei­ten.

„Pfle­ge­po­li­tik heißt für uns: früh, wohn­ort­nah und indi­vi­du­ell anset­zen“, so Prett­ner. Der neue Plan, erstellt vom Pla­nungs­in­sti­tut EPIG, baut auf dem bis­he­ri­gen BEP 2030 auf und erwei­tert den Blick bis ins Jahr 2035. Berück­sich­tigt wur­den unter ande­rem die stei­gen­de Lebens­er­war­tung, mehr Ein­per­so­nen­haus­hal­te und das wach­sen­de Risi­ko sozia­ler Iso­la­ti­on.

Pfle­ge­n­ah­ver­sor­gung als ers­te Anlauf­stel­le

Ein zen­tra­les Ele­ment bleibt die Pfle­ge­n­ah­ver­sor­gung. Sie ist der­zeit in 116 Gemein­den ver­an­kert und wird von rund 600 Ehren­amt­li­chen unter­stützt. Ziel ist es, Betrof­fe­ne früh zu errei­chen, zu bera­ten und an pas­sen­de Ange­bo­te zu ver­mit­teln.

Der Bedarf wird wei­ter stei­gen: Laut Pro­gno­se wird die Zahl der Pfle­ge­geld­be­zie­hen­den bis 2035 von der­zeit rund 40.000 auf etwa 43.750 Per­so­nen anwach­sen. „Unser Anspruch ist, dass Men­schen mög­lichst lan­ge selbst­stän­dig in ihrem ver­trau­ten Umfeld leben kön­nen“, betont Prett­ner.

„Altern im Mit­tel­punkt“ soll aus­ge­baut wer­den

Im Fokus der Emp­feh­lun­gen steht der Aus­bau des Modells „Altern im Mit­tel­punkt“ (AiM). In regio­na­len Zen­tren sol­len künf­tig mobi­le Diens­te, Tages­be­treu­ung, betreu­tes Woh­nen und Bera­tungs­an­ge­bo­te gebün­delt wer­den. Ers­te erfolg­rei­che Bei­spie­le gibt es bereits in St. Andrä im Lavant­tal und in Fin­ken­stein.

Par­al­lel dazu ist ein deut­li­cher Aus­bau der Tages­be­treu­ung geplant – vor allem zur Ent­las­tung pfle­gen­der Ange­hö­ri­ger. Bis 2035 sol­len rund 400 Plät­ze ent­ste­hen. Zudem sind etwa 143.000 zusätz­li­che Betreu­ungs­stun­den im mobi­len Bereich vor­ge­se­hen. Im betreu­ten Woh­nen sol­len künf­tig rund 1.930 Men­schen ver­sorgt wer­den.

Weni­ger Hei­me, mehr Über­gangs­pfle­ge

Ein kla­res Signal setzt der Plan beim sta­tio­nä­ren Bereich: Neue Pfle­ge­hei­me sind nicht vor­ge­se­hen. Statt­des­sen soll die Über­gangs- und Kurz­zeit­pfle­ge gestärkt wer­den. Sie dient als Brü­cke nach einem Spi­tals­auf­ent­halt zurück ins eige­ne Zuhau­se.

Seit Jah­res­be­ginn wird die­se Über­gangs­pfle­ge schritt­wei­se an die Kran­ken­häu­ser ange­bun­den. Ziel ist es, Heim­auf­nah­men zu ver­zö­gern oder ganz zu ver­mei­den und gleich­zei­tig eine gute medi­zi­ni­sche und the­ra­peu­ti­sche Betreu­ung sicher­zu­stel­len.

Selbst­be­stimmt altern

Der BEP 2035 folgt dem Prin­zip „ambu­lant vor teil­sta­tio­när vor sta­tio­när“. Pfle­ge soll mög­lichst im All­tag der Men­schen statt­fin­den – fle­xi­bel, nah und bedarfs­ge­recht.

„Der Ent­wick­lungs­plan bestä­tigt unse­ren Weg: weg von rei­ner Heim­ver­sor­gung, hin zu frü­her Unter­stüt­zung und regio­na­len Lösun­gen“, fasst Prett­ner zusam­men. Für Kärn­ten bedeu­tet das: mehr Hil­fe vor Ort – und mehr Chan­cen auf ein selbst­be­stimm­tes Altern.

11.02.2026 08:00
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Frü­he Hil­fe statt Heim: Kärn­ten setzt auf Pfle­ge vor OrtGesundheitslandesrätin Beate Prettner setzt nach den Kündigungen in der Interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt auf Gespräche mit allen Beteiligten. Die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung sei weiterhin gewährleistet.

© Büro LHStv. Beate Prettner