Offener Brief aus Kärnten
Ärztekammer warnt vor Vertrauensverlust
Ärztekammer-Präsident Markus Opriessnig hat am 27. Oktober in einem offenen Brief vor einem wachsenden Vertrauensverlust im Gesundheitssystem gewarnt. Er fordert mehr Zusammenarbeit und weniger gegenseitige Schuldzuweisungen.
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Kritik an ständigen Schuldzuweisungen
Der Präsident der Kärntner Ärztekammer, Markus Opriessnig, hat sich am 27. Oktober in einem offenen Brief zur aktuellen Situation im Gesundheitssystem geäußert. Er kritisiert, dass Ärztinnen und Ärzte aus seiner Sicht immer wieder für Probleme wie lange Wartezeiten, fehlende Kassenstellen oder niedrige Durchimpfungsraten verantwortlich gemacht werden.
Opriessnig betont, dass Kassenärzte, Wahlärzte, Spitalsärzte, Pflegekräfte und weitere Gesundheitsberufe gemeinsam Teil des Versorgungssystems seien. Diese Gruppen gegeneinander auszuspielen, löse seiner Ansicht nach die bestehenden Probleme nicht. Besonders in den Krankenhäusern würden viele Ärzte bereits an ihrer Belastungsgrenze arbeiten.
Mehr Zusammenarbeit gefordert
Der Ärztekammer-Präsident warnt außerdem davor, dass die öffentlichen Diskussionen das Vertrauen der Patienten in Ärzte und die medizinische Versorgung beschädigen könnten. Gleichzeitig räumt er ein, dass auch die Ärztekammer frühere Positionen selbstkritisch hinterfragen müsse.
Opriessnig fordert mehr Zusammenarbeit zwischen Politik, Ärzteschaft und anderen Beteiligten im Gesundheitssystem. Er sei bereit, an Lösungen mitzuarbeiten, wolle aber nicht akzeptieren, dass Ärzte pauschal für strukturelle Probleme verantwortlich gemacht werden.

