Buchpräsentation

Arno Wie­der­gut: „Viel mehr geht nicht“

Arno Wiedergut, langjähriger Chef der APA (Austria Presse Agentur) in Kärnten, veröffentlichte die bisher wohl schonungsloseste Autobiografie. In „Viel mehr geht nicht“ berichtet er über unglaubliche berufliche und private Erlebnisse im In- und Ausland.

Arno Wie­der­gut: „Viel mehr geht nicht“ Patrizia und Martin Spendel (Neurochirurg), Arno Wiedergut sowie die ehemaligen Politiker Christine Muttonen und Rudolf Schober (von links)

© Kropf

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Span­nend, scho­ckie­rend, ent­hül­lend, berüh­rend und erhei­ternd sind die Geschich­ten und Anek­do­ten, die der Vil­la­cher Arno Wie­der­gut aus sechs Jahr­zehn­ten sei­nes Lebens erzählt. In sei­nem jetzt erschie­ne­nen Buch „Viel mehr geht nicht“ berich­tet er über bis­her unbe­kann­te Vor­komm­nis­se, die man kaum glau­ben möch­te. Die Prä­sen­ta­ti­on des 480 Sei­ten umfas­sen­den Werks, das bereits neun­te Buch Wie­der­guts, fand am Frei­tag in der „Kla­gen­fur­ter Sezes­si­on“ in den Räum­lich­kei­ten der „Tisch­le­rei mit For­mat“ statt. Unter den rund hun­dert Gäs­ten waren auch Poli­ti­ker von einst und jetzt.

Unglaub­li­che Din­ge

Eini­ges, was der Autor in sei­nem lan­gen Berufs­le­ben als innen- und außen­po­li­ti­scher Redak­teur der Aus­tria Pres­se Agen­tur nie ver­öf­fent­li­chen hät­te dür­fen, kommt hier zur Spra­che. Zudem gibt es nahe­zu unglaub­li­che Din­ge, die er beruf­lich und pri­vat im In- und Aus­land erlebte und die man bes­ser nicht machen soll­te. Stich­wor­te: Krieg, Dro­gen, Mafia, Kor­rup­ti­on, Spiel­sucht und Frau­en.

Vie­le der Erzäh­lun­gen sind mit den dazu pas­sen­den Ori­gi­nal­fo­tos ange­rei­chert, die Stau­nen und Schmun­zeln her­vor­ru­fen. Und zwei Garan­tien gibt es auch. „Jedes Wort in die­sem Buch ist wahr und es hat wohl noch nie jemand so scho­nungs­los über sein Leben berich­tet“, beton­te Wie­der­gut.

Ein Mann der Mit­te

Eine „Lau­da­tio“ hielt der frü­he­re Lan­des­haupt­mann Ger­hard Dörf­ler. Er ver­si­cher­te, dass Wie­der­gut stets „ein Mann der Mit­te“ war. Er habe in den damals sehr tur­bu­len­ten poli­ti­schen Zei­ten immer dar­auf geach­tet, objek­tiv zu berich­ten. „Du hat­test stür­mi­sche Zei­ten als Innen- und Aus­lands­jour­na­list. Der Titel des Buchs ist ‚Viel mehr geht nicht‘ – und mehr kann man dazu nicht sagen“, erklär­te Dörf­ler.

Epi­so­de aus Gmünd

Mit einer herr­li­chen Epi­so­de war­te­te der euro­pa­weit bekann­te Tou­ris­ti­ker Sig­gi Neu­schit­zer auf. Er erzähl­te, dass er sei­ner­zeit Wie­der­gut gebe­ten hat­te, nach Gmünd zu einem Inter­view mit Josef Jury, dem ers­ten BZÖ-Bür­ger­meis­ter Öster­reichs, zu kom­men. Zuvor hat­te er die­sen davor gewarnt, sich jede Äuße­rung genau zu über­le­gen, denn: „Arno weiß, auch wenn wir alle besof­fen sind, am nächs­ten Tag noch jedes Wort und Zitat!“ Und so war es. Je län­ger die Nacht dau­er­te, umso mehr schimpf­te Jury über sei­nen bis­he­ri­gen Par­tei­chef Jörg Hai­der, der die FPÖ ver­las­sen und das BZÖ gegrün­det hat­te. Am nächs­ten Tag fleh­te Neu­schit­zer Wie­der­gut an, die Mel­dung nicht zu ver­sen­den – und so geschah es.

Bei der Buch­prä­sen­ta­ti­on gab es auch eini­ge Kost­pro­ben zu hören. Der Büh­nen- und Film­dar­stel­ler Charles Elkins scho­ckier­te das Publi­kum mit Wie­der­guts Erin­ne­run­gen an die schreck­li­che Zeit im Bun­des­kon­vikt Lienz und der Her­aus­ge­ber der „Faschings­zei­tung“, Rein­hard Eber­hart, ser­vier­te lus­ti­ge Anek­do­ten aus Wie­der­guts beweg­tem Leben.

 

Zur Per­son

Arno Wie­der­gut sam­mel­te sei­ne ers­ten jour­na­lis­ti­schen Erfah­run­gen wäh­rend des Gym­na­si­ums in Arti­keln für die „Klei­ne Zei­tung“. Wäh­rend des Publi­zis­tik- und Geschich­te-Stu­di­ums in Wien war er in der Wirt­schafts­re­dak­ti­on der Tages­zei­tung „Die Pres­se“ und bei ande­ren Print­me­di­en tätig. 1980 kam er in Wien zur Aus­tria Pres­se Agen­tur, wo er zunächst den ORF-Tele­text betreu­te. Es folg­ten sie­ben Jah­re im Außen­po­li­tik-Res­sort, ehe Wie­der­gut von 1988 bis 2008 das APA-Büro in Kla­gen­furt lei­te­te. Danach arbei­te­te er als frei­er Jour­na­list, Chef­re­dak­teur des „Kärn­ten Jour­nal“ und Medi­en­be­ra­ter beim Land Kärn­ten und der Stadt Kla­gen­furt sowie für sei­ne Agen­tur „Pres­se Ser­vice Süd – PSS“.

Wie­der­gut ist Mit­au­tor der Bücher „Jörg Hai­der – Mensch. Mythos. Medi­en­star“ (2008), „Tri­est: Leben­di­ger Treff­punkt Mit­tel­eu­ro­pas“ (2012) und „Habt’s a bissl Zeit?“ (2016) sowie Autor der Anek­do­ten­bü­cher „Du hast den Max umge­bracht“ (2009) und „Bit­te nicht die Letz­te Ölung!“ (2014). Zudem ver­fass­te er für „Lisa Film“ die Bücher „Hol­ly­wood am Wör­ther­see – 100 Jah­re Film­land Kärn­ten“ (2015), „Unter­hal­tung ist unse­re Lei­den­schaft“ (2017), „Ange­li­ka – Ein Sonn­tags­kind auf und abseits der Lein­wand“ (2018) und „Die Super­na­sen – Die Legen­de lebt“ (erscheint 2022). Für eine Rei­he von Büchern über­nahm er die Funk­ti­on des Lek­tors. Wie­der­gut ist mit Ste­fa­nie ver­hei­ra­tet, ihr gemein­sa­mer Sohn heißt Dori­an.

Das Buch

  • „Viel mehr geht nicht!“ (Eigen­ver­lag)
  • Hard­co­ver, 480 Sei­ten, bebil­dert, 25 Euro
  • Erhält­lich in allen guten Buch­hand­lun­gen und per E‑Mail (arno.wiedergut@chello.at)
07.11.2021 13:43
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Arno Wie­der­gut: „Viel mehr geht nicht“ Patrizia und Martin Spendel (Neurochirurg), Arno Wiedergut sowie die ehemaligen Politiker Christine Muttonen und Rudolf Schober (von links)

© Kropf