Gastronomie
„Wirte müssen Zeche für Versäumnisse der Politik zahlen“
Die Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Kärnten schlägt Alarm: Die 2-G-Regel bedeutet für die Branche enorme Umsatzeinbußen.
© Pixabay/Hans Braxmeier
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Die Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Kärnten warnt, dass es viele Betriebe nicht ohne Unterstützung über den Winter schaffen werden. „In unseren Betrieben laufen die Telefone heiß, zahlreiche Weihnachtsfeiern und auch kleinere Familienessen wurden bereits storniert“, zieht Fachgruppen-Obmann Stefan Sternad ein erstes Fazit. Die 2‑G-Regelung kommt, so Sternad, einem „Lockdown light“ gleich, bei dem nicht nur 40 Prozent der potenziellen Gäste wegfallen.
Ankündigung zu kurzfristig
Denn: Die Ankündigung der neuen Maßnahmen war, betont Sternad, wieder einmal zu kurzfristig: „Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit der Maßnahmen: Wir befinden uns seit über eineinhalb Jahren im Ausnahmezustand, aber die Politik setzt noch immer auf Hauruck-Lösungen. So funktionieren Krisenmanagement und Kommunikation nicht!“
Unterstützung gefordert
Die Wirtschaftskammer fordert nun folgende begleitende Maßnahmen, um den Fortbestand der Gastronomie-Betriebe zu sichern:
- Weiterführung der reduzierten Mehrwertsteuer-Regelung (5 statt 10 Prozent)
- Sofortiges Wiedereinführen der Kurzarbeitsregelung für Tourismus-Mitarbeiter in Höhe von 90 Prozent des Gehalts
- Genügend PCR-Testmöglichkeiten (auch im ländlichen Raum muss entsprechende Infrastruktur geschaffen werden)
- Wiedereinführen begleitender finanzieller Maßnahmen wie beispielsweise Umsatzersatz
Höhere Impfrate
Sternad appelliert außerdem an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen: „Fakt ist: Impfen schützt und senkt das Risiko einer schweren Erkrankung. Fakt ist auch: Je schneller die Impfrate in Österreich steigt, desto schneller werden wir wieder zur Normalität zurückkehren können. Und natürlich sind wir alle – Gastronomen wie Gäste – in der Pflicht, uns an der Registrierung und Einhaltung der 2‑G-Kontrolle zu beteiligen, denn nur gemeinsam können wir die Pandemie bewältigen.“
09.11.2021 12:00 - Update am: 09.11.2021 15:23
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