Lockdown

Kai­ser: „Unter­richt ist gewähr­leis­tet!“

Ab Montag (22. November 2021) muss ganz Österreich für 20 Tage in den Lockdown. Landeshauptmann Peter Kaiser stellt klar: „Ziehen Notbremse, um Leben zu retten!“ Alle Maßnahmen und politischen Reaktionen im „KLiCK Kärnten“-Überblick (siehe unten).

Kai­ser: „Unter­richt ist gewähr­leis­tet!“ Landeshauptmann Peter Kaiser: „Es ist gewährleistet, dass alle Schüler den gleichen Lernstoff vermittelt bekommen, unabhängig ob sie in der Schule oder daheim sind.“

© LPD Kärnten/Peter Just

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser bezeich­net den heu­te ver­kün­de­ten öster­reich­wei­ten Lock­down ab Mon­tag (22. Novem­ber 2021) als unaus­weich­lich. „Um die dra­ma­tisch stei­gen­den und mit vie­len Toten ver­bun­de­nen Infek­ti­ons­zah­len in den Griff zu bekom­men“, begrün­det Kai­ser.

Appell, sich imp­fen zu las­sen!

„Natür­lich wäre uns allen lie­ber, wir müss­ten die­se Not­brem­se nicht zie­hen. Aber ein noch län­ge­res Zuwar­ten des Bun­des hät­te ange­sichts der auch in Kärn­ten dra­ma­tisch stei­gen­den Zah­len bedeu­tet, dass der Brems­weg noch kür­zer und der Ein­schlag noch viel hef­ti­ger und dra­ma­ti­scher wäre“, betont Kai­ser. Gleich­zei­tig bit­tet er die Bevöl­ke­rung, im eige­nen und im all­ge­mei­nen Inter­es­se die Maß­nah­men mit­zu­tra­gen: „Es geht dar­um, Leben zu ret­ten, Inten­siv­sta­tio­nen und die Spi­tals­mit­ar­bei­ter nicht wei­ter zu über­las­ten. Wir kön­nen und wer­den die­se Pan­de­mie nur gemein­sam bewäl­ti­gen.“ Der Lan­des­haupt­mann erneu­ert sei­nen Appell: „Bit­te nut­zen Sie die ein­zi­ge Mög­lich­keit, sich und ande­re zu schüt­zen. Hel­fen Sie mit, las­sen Sie sich imp­fen!“

Prä­senz und Distance Lear­ning

Kai­ser waren öster­reich­weit ein­heit­li­che Maß­nah­men zum Schutz der Bevöl­ke­rung wich­tig. Was bedeu­tet der Lock­down für Schu­len? Hier setzt die Bun­des­re­gie­rung auf das kom­bi­nier­te Modell „Prä­senz und Distance Lear­ning“. Es gewähr­leis­tet, dass alle Schü­ler den glei­chen Lern­stoff ver­mit­telt bekom­men, unab­hän­gig ob sie in der Schu­le oder daheim sind. „Damit wer­den auch lang­fris­tig nega­ti­ve Fol­ge­wir­kun­gen für Schü­ler ver­hin­dert“, ver­si­chert Kai­ser. Der Lan­des­haupt­mann trägt auch die für Febru­ar 2022 anvi­sier­te Impf­pflicht mit. „Sonst wür­de sich Öster­reich wei­ter von Lock­down zu Lock­down han­teln müs­sen“, stellt Kai­ser klar.

Reak­ti­on Lan­des­rat Mar­tin Gru­ber (ÖVP)

„Es fällt sehr schwer, die­se Schrit­te zu set­zen, und wir haben dafür gekämpft, den Kärnt­nern wei­te­re Ver­schär­fun­gen erspa­ren zu kön­nen. Aber das lässt die sich immer wei­ter zuspit­zen­de Lage nicht mehr zu, das bestä­ti­gen alle wis­sen­schaft­li­chen Exper­ten. Des­halb müs­sen wir jetzt eine har­te, aber kur­ze Voll­brem­sung des gesell­schaft­li­chen Lebens voll­zie­hen, um die Kran­ken­an­stal­ten zu ent­las­ten und die Situa­ti­on bis Weih­nach­ten für die gesam­te Bevöl­ke­rung, die Wirt­schaft und den Tou­ris­mus zu ver­bes­sern“, sagt Lan­des­rat Mar­tin Gru­ber (ÖVP) zum bevor­ste­hen­den Lock­down. Die­se Ver­schär­fun­gen dürf­ten nun aber nicht das obers­te Ziel, die Erhö­hung der Imp­fun­gen bis zum drit­ten Stich, über­de­cken.

Reak­ti­on FPÖ Kärn­ten

„Die Bun­des­re­gie­rung sperrt ab Mon­tag alle Bür­ger im Zuge eines Lock­downs wie­der ein und zeigt damit, dass sie in kür­zes­ter Zeit alle ihre gegen­tei­li­gen Ver­spre­chen bin­nen kür­zes­ter Zeit bricht. Sie führt einen Impf­zwang ein und über­schrei­tet damit die jahr­zehn­te­lang gel­ten­den Gren­zen staat­li­chen Han­delns“, kri­ti­sie­ren der Kärnt­ner FPÖ-Lan­des­vor­sit­zen­de Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ter Erwin Ange­rer und Klub­ob­mann Ger­not Darm­ann. Der Lock­down ist das trau­ri­ge Resul­tat des Regie­rungs­ver­sa­gens. „Für tau­sen­de Unter­neh­men und zehn­tau­sen­de Arbeit­neh­mer ist dies exis­tenz­ge­fähr­dend. Die Regie­rung ver­ord­net die­sen Aus­nah­me­zu­stand im Wis­sen, dass er sich bereits als stump­fe Waf­fe gegen die Pan­de­mie ent­puppt hat“, sagen Ange­rer und Darm­ann.

Aus ihrer Sicht ist nicht nach­voll­zieh­bar, dass auch der Kärnt­ner Lan­des­haupt­mann Kai­ser die­se Beschlüs­se mit­trägt. „Erst ges­tern hat sich sei­ne Stell­ver­tre­te­rin Bea­te Prett­ner aus­drück­lich gegen einen Impf­zwang aus­ge­spro­chen.“ Darm­ann weist dar­auf hin, dass die Impf­pflicht im Wider­spruch zu einer Ent­schei­dung des Euro­pa­rats steht, der am 27. Jän­ner 2021 beschloss, dass kein Staat Bür­ger unter Druck set­zen dür­fe, sich zu imp­fen, und Unge­impf­te kei­nes­falls dis­kri­mi­nie­ren dür­fe: „Die Regie­rung macht genau das Gegen­teil!“

Reak­ti­on Lan­des­rat Sebas­ti­an Schu­sch­nig (ÖVP)

Auch Lan­des­rat Sebas­ti­an Schu­sch­nig, Wirt­schafts- und Tou­ris­mus­re­fe­rent des Lan­des Kärn­ten, bezieht Stel­lung: „Der neu­er­li­che Lock­down ist wie­der ein her­ber Schlag für die Wirt­schaft mit einem bit­te­ren Bei­geschmack. Denn mit einer höhe­ren Impf­quo­te wäre er wohl ver­meid­bar gewe­sen.“ Er ergänzt: „So zah­len wie­der jene, die sich an Maß­nah­men hal­ten und sich imp­fen lie­ßen, die Zeche. Beson­ders der Tou­ris­mus, der viel in die Sicher­heit der Gäs­te inves­tiert hat und kurz vor der Win­ter­sai­son steht. So kann es nicht wei­ter gehen, wir dür­fen uns nicht wei­ter von einem Lock­down zum nächs­ten han­teln, das ist für die Wirt­schaft kei­ne Alter­na­ti­ve.“

 

Die Maß­nah­men im Über­blick

  1. Lock­down bun­des­weit für alle, also Unge­impf­te und Geimpf­te (0 bis 24 Uhr), mit den Aus­nah­men für alle wie in der aktu­ell in Gel­tung ste­hen­den 1. Novel­le der 5. Schu­MaV („Lock­down für Unge­impf­te“) für 20 Tage, Eva­lu­ie­rung nach zehn Tagen, nach 20 Tagen Rück­kehr zum „Lock­down für Unge­impf­te“
  2. Schu­len: Eltern ent­schei­den selbst, ob ihre Kin­der wei­ter den Unter­richt in den Schu­len besu­chen, oder die glei­chen Lern­in­hal­te zu Hau­se via Distance Lear­ning ver­mit­telt bekom­men. Mas­ken­pflicht für alle Schul­stu­fen im gesam­ten Schul­ge­bäu­de, auch in den Klas­sen. In Pri­mar- und Sekun­dar­stu­fe 1 Mund-Nasen­schutz, dar­über FFP2. Test­re­gime in Schu­len bleibt auf­recht.
  3. Impf­of­fen­si­ve: Drit­te Dosis bei Vek­torimpf­stof­fen ab dem vier­ten Monat emp­foh­len, drit­te Dosis bei mRNA-Impf­stof­fen ab dem vier­ten Monat mög­lich, Ver­kür­zung des Grü­nen Pas­ses auf sie­ben Mona­te Gül­tig­keit ab spä­tes­tens 1. Febru­ar 2022.
  4. Ver­schär­fung von Kon­trol­len und Erhö­hung von Stra­fen
  5. Home-Office-Emp­feh­lung
  6. Home-Office im Bun­des­dienst
  7. FFP2-Mas­ken­pflicht in allen geschlos­se­nen Räu­men, auch am Arbeits­platz
  8. Ein­lei­tung eines Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens (inklu­si­ve Begut­ach­tungs­ver­fah­ren) zur Ein­füh­rung einer all­ge­mei­nen Impf­pflicht mit Kund­ma­chung des ent­spre­chen­den Geset­zes am 1. Febru­ar 2022 (unter Beach­tung einer gebo­te­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Frist zur ope­ra­ti­ven Umset­zung)
19.11.2021 12:01 - Update am: 19.11.2021 12:16
Anzeige
Kai­ser: „Unter­richt ist gewähr­leis­tet!“ Landeshauptmann Peter Kaiser: „Es ist gewährleistet, dass alle Schüler den gleichen Lernstoff vermittelt bekommen, unabhängig ob sie in der Schule oder daheim sind.“

© LPD Kärnten/Peter Just