Menschenrechtspreis
Preis für das „Impulshaus“ der FH Kärnten
Für die Konzeption und Umsetzung des Projekts „Impulshaus“, das in Not geratenen Menschen ein Zuhause bietet, wurden Studierende im Studiengang Architektur der Fachhochschule Kärnten mit dem Kärntner Menschenrechtspreis ausgezeichnet.
© LPD Kärnten/Wajand
In diesem Jahr dürfen sich das Ingeborg-Bachmann-Gymnasium in Klagenfurt und die Fachhochschule (FH) Kärnten über die Auszeichnung mit dem Kärntner Menschenrechtspreis freuen (siehe unten). Die Fachhochschule erhielt diesen Preis für das Forschungsprojekt „Impulshaus“. Studierende des Architektur-Studiengangs untersuchten über fünf Semester hinweg die Möglichkeiten von alternativen Wohn- und Lebensformen für in Not geratene Menschen. Dabei wurden bauliche Lösungsvorschläge, sowohl für das einzelne Zuhause eines langzeitobdachlosen Menschen, als auch Pläne für eine Gemeinschaftsanlage als Altenheim mit Hospiz für von Armut betroffene Menschen, entwickelt.
Alexander Hagner, der die Stiftungsprofessur für „Soziales Bauen“ an der FH Kärnten inne hat, und Stefan Breuer, Senior Researcher/Lecturer im Studiengang Architektur, begleiteten das Projekt konzeptionell und wissenschaftlich.
Geteiltes Leid ist halbes Leid
Im Laufe der begleitenden Forschung und Entwicklung des Projekt „Impulshaus“ und seinen Rahmenbedingungen stellte sich heraus, dass der Prototyp das Potential hat, auch in anderen Krisensituationen zum Einsatz zu kommen. Ob wegen Armut, Umweltkatastrophen oder Flucht – Unterkünfte für die Not können und müssen mehr sein, als „nur“ ein Dach über dem Kopf. Die FH Kärnten kam zu folgender Schlussfolgerung: Betroffene haben in solchen Situation das Bedürfnis, sich einerseits zurückziehen und sich andererseits mit anderen Betroffenen austauschen zu können – bisherige Notunterkünfte berücksichtigen diesen Umstand kaum. Die Studierenden zeigen mit dem „Impulshaus“ eine Alternative auf.
Gesellschaftliche Veränderungen
„Es gibt keinen Preis, über den ich mich mehr freuen würde,“ stellt Alexander Hagner klar. Den Kärntner Menschenrechtspreis für das Projekt zu erhalten, betrachtet er als Bestätigung für die Bemühungen in den vergangenen Jahre. Im Rahmen seiner Stiftungsprofessur an der FH Kärnten hatte er in den vergangenen sechs Jahren realisierungsrelevante Projekte für benachteiligte Menschen im Fokus. „Der Preis zeigt, dass es möglich ist, mit Architektur gesellschaftliche Veränderungen und Verbesserungen zu bewirken,“ ist Hagner überzeugt.
Stefan Breuer, der das Projekt mitbetreut, ergänzt: „Das Menschenrecht auf Wohnen gilt für alle, auch für die marginalisierten Mitglieder unserer Gesellschaft. Dass unser gemeinsames Engagement mit ein- und feinfühliger Architektur gesellschaftlich wirksam ist und nun diese Anerkennung erfährt, hilft mit, die am Rand gestrandeten Menschen wieder würdevoll in die Mitte zu bringen. In der baulichen Umsetzung steckt durch großteils zirkuläres Bauen auch Nachhaltigkeit.“
Kärntner Menschenrechtspreis
In Würdigung besonders herausragender Leistungen für die Menschenrechtsarbeit mit Kärnten-Bezug vergibt das Land Kärnten jedes Jahr den Kärntner Menschenrechtspreis. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro, das in diesem Jahr an das Studierenden-Projekt „Impulshaus“ der Fachhochschule Kärnten und an das Projekt „Change the World“ des Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Gymnasiums zu gleichen Teilen vergeben wurde. Über die Vergabe entschied eine vierköpfige Fachjury, die sich aus je einem Mitglied von „Amnesty International Österreich“, der Kärntner Juristischen Gesellschaft, der Kärntner Hochschulkonferenz und der Ökumenischen Kontaktkommission in Kärnten zusammensetzte.
- Über fünf Semester entwickelten Studierende bauliche Lösungsvorschläge für in Not geratene Menschen.
- Für die Konzeption und Umsetzung des Projekts „Impulshaus“ wurden Studierende im Studiengang Architektur der Fachhochschule Kärnten ausgezeichnet.
- Landeshauptmann Peter Kaiser (rechts) bei der Verleihung des Kärntner Menschenrechtspreises an Alexander Hagner von der Fachhochschule Kärnten