In Klagenfurt

Siri­us-Hal­le: Bund öff­net am Mon­tag Quar­tier für Flücht­lin­ge

Landesrätin Sara Schaar und Bürgermeister Christian Scheider sind empört: „Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt!“ Die Kritik richtet sich an Innenminister Gerhard Karner. Die Kritik in den Reaktionen von FPÖ Kärnten und Team Kärnten fallen unterschiedlich aus.

Siri­us-Hal­le: Bund öff­net am Mon­tag Quar­tier für Flücht­lin­ge Die scharfe Kritik aus der Kärntner Landesregierung ist an das Innenministerium gerichtet.

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Lan­des­rä­tin und Flücht­lings­re­fe­ren­tin Sara Schaar sowie Kla­gen­furts Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der sind empört. Der Grund: Heu­te teil­te das Innen­mi­nis­te­ri­um tele­fo­nisch mit, dass am Mon­tag das Bun­des­quar­tier Siri­us-Hal­le in Kla­gen­furt, das bereits in der Flücht­lings­kri­se als Groß­quar­tier belegt und bis dato das Zen­tral­de­pot der Bun­des­be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen in Öster­reich war, wie­der­eröff­net wird. Die Maxi­mal­be­le­gung beträgt 450 Per­so­nen. Das Inn­mi­nis­te­ri­um spricht von einer stu­fen­wei­sen Bele­gung.

„Das ist das zwei­te Mal, dass wir als Land Kärn­ten erst ganz kurz vor einer Eröff­nung eines Bun­des­quar­tiers infor­miert wer­den. Es ist abso­lut nicht in Ord­nung, wie das Innen­mi­nis­te­ri­um hier mit dem Land umgeht“, kri­ti­siert Schaar scharf.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie über­den­ken

Bereits Anfang Dezem­ber 2021 bat das Land Kärn­ten das Innen­mi­nis­te­ri­um schrift­lich um eine Stel­lung­nah­me hin­sicht­lich Über­le­gun­gen, wei­te­re Bun­des­quar­tie­re in Kärn­ten hoch­zu­fah­ren. Der Grund war und ist die hohe Zahl von Asyl­an­trä­gen in Öster­reich. Kon­kret lau­te­te die Fra­ge, ob es Über­le­gun­gen gibt, in Kärn­ten wei­te­re Bun­des­quar­tie­re zu bele­gen. Bei Bun­des­quar­tie­ren wie der Siri­us-Hal­le ent­schei­det das Innen­mi­nis­te­ri­um näm­lich allei­ne, ob und wie vie­le Asyl­wer­ben­de unter­ge­bracht wer­den. Weder das Land noch die Stadt hat ein Mit­spra­che­recht. Lan­des­rä­tin Schaar und Bür­ger­meis­ter Schei­der erwar­ten sich aller­dings eine offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on: „Weder das Land Kärn­ten noch die Stadt Kla­gen­furt haben Infor­ma­tio­nen zum kon­kre­ten Plan oder zu einem zeit­li­chen Rah­men der Bele­gung erhal­ten, auch nicht auf die Nach­fra­ge hin. Das geht so nicht! Schließ­lich wol­len wir die Bevöl­ke­rung trans­pa­rent infor­mie­ren kön­nen. Das Innen­mi­nis­te­ri­um ist drin­gend ange­hal­ten, sei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie zu über­den­ken.“

Unter­brin­gungs­quo­te bereits bei 96 Pro­zent

Flücht­lings­re­fe­ren­tin Schaar erin­nert erneut an die durch­ge­hend hohe Unter­brin­gungs­quo­te in Kärn­ten: „Kärn­ten kommt sei­ner huma­ni­tä­ren und mora­li­schen Ver­ant­wor­tung, geflüch­te­te Men­schen unter­zu­brin­gen, vor­bild­lich nach. Nach Wien mit über 160 Pro­zent beträgt die Unter­brin­gungs­quo­te in Kärn­ten seit Mona­ten rund 96 Pro­zent. Damit lie­gen wir weit vor ande­ren Bun­des­län­dern. Bei unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen gibt es kei­ner­lei freie Kapa­zi­tä­ten mehr. Hier beträgt unse­re Erfül­lungs­quo­te sogar 152,7 Pro­zent! Es ist unver­ständ­lich, war­um Kärn­ten nun schon wie­der aus­ba­den muss, was der Innen­mi­nis­ter ver­schla­fen hat, näm­lich ange­sichts der seit Mona­ten stei­gen­den Antrags­zah­len für einen natio­na­len Schul­ter­schluss zu sor­gen, um die Situa­ti­on gemein­sam zu meis­tern.“

Schei­der sagt in einer ers­ten Reak­ti­on: „Die­se kurz­fris­ti­ge Infor­ma­ti­ons­po­li­tik ist unmög­lich! Man wird vor voll­ende­te Tat­sa­chen gestellt und kann sich nicht ent­spre­chend vor­be­rei­ten. Gera­de in einer so hoch­sen­si­blen Zeit wie jetzt ist es wich­tig, die Bevöl­ke­rung so früh wie mög­lich infor­mie­ren zu kön­nen.“

Reak­ti­on FPÖ Kärn­ten

Die FPÖ Kärn­ten reagiert auf die­se Mel­dung mit Kri­tik an der SPÖ. „Das heu­ti­ge Gejam­me­re von Flücht­lings­re­fe­ren­tin Schaar über die Bele­gung des Asyl­quar­tiers Siri­us-Hal­le in Kla­gen­furt ist heuch­le­risch und völ­lig unglaub­wür­dig. Es ist ihre eige­ne Par­tei mit Lan­des­haupt­mann Kai­ser an der Spit­ze, die klar für Zuwan­de­rung und offe­ne Gren­zen steht. Dass jetzt wei­te­re Bun­des­quar­tie­re in Kärn­ten geöff­net wer­den, ist genau das Resul­tat die­ser fal­schen Zuwan­de­rungs­po­li­tik“, erklärt Lan­des­par­tei­ob­mann und Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ter Erwin Ange­rer.

Die FPÖ ist, so Ange­rer, die ein­zi­ge Par­tei in Öster­reich, die schon lan­ge geschlos­se­ne Gren­zen und eine Null-Zuwan­de­rung for­dert. „Das ist die ein­zig rich­ti­ge Lösung im Sin­ne unse­rer Bevöl­ke­rung“, betont Ange­rer. Er for­dert die SPÖ und die ÖVP-Grü­ne-Bun­des­re­gie­rung auf, die Poli­tik der offe­nen Gren­zen sofort zu been­den. „Es darf kein neu­es 2015 mit unkon­trol­lier­ter Mas­sen­zu­wan­de­rung geben“, for­dert Ange­rer.

Reak­ti­on Team Kärn­ten

Auf mas­si­ves Unver­ständ­nis stößt bei „Team Kärnten“-Chef und Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ger­hard Köfer „das über­falls­ar­ti­ge Vor­ge­hen des Innen­mi­nis­ters“, was die Bele­gung des Asyl-Quar­tiers Siri­us-Hal­le in Kla­gen­furt betrifft: „Egal ob der Innen­mi­nis­ter Neham­mer oder jetzt Kar­ner heißt, immer wird von Bun­des­sei­te gleich intrans­pa­rent vor­ge­gan­gen und nicht offen kom­mu­ni­ziert. Es kann nicht sein, dass man Kärn­ten und die Lan­des­haupt­stadt Kla­gen­furt im Dun­keln tap­pen lässt, was die zukünf­ti­ge Bele­gung die­ses Quar­tiers betrifft. Solch eine Form der Nicht-Kom­mu­ni­ka­ti­on des Innen­mi­nis­te­ri­ums ist zutiefst abzu­leh­nen.“

Köfer for­dert sofor­ti­ge, trans­pa­ren­te Auf­klä­rung, was die geplan­te „stu­fen­wei­se Bele­gung“ für Kla­gen­furt im Detail bedeu­tet: „Die Bür­ger haben ein Recht dar­auf, zu erfah­ren, was in die­ser Hal­le pas­sie­ren wird.“ Köfer ver­langt vom Bund gegen­über dem Land und der Stadt Kla­gen­furt einen „offe­nen Dia­log“ auf Augen­hö­he und stellt aber­mals fest, dass Kärn­ten sei­ne Ver­pflich­tung im Bereich der Unter­brin­gung von Asy­lan­ten voll­ends erfül­le.

07.01.2022 15:36 - Update am: 07.01.2022 17:44
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Siri­us-Hal­le: Bund öff­net am Mon­tag Quar­tier für Flücht­lin­ge Die scharfe Kritik aus der Kärntner Landesregierung ist an das Innenministerium gerichtet.

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