Barmherzige Brüder
Gütesiegel für Krebs-Behandlung
Die Deutsche Krebsgesellschaft rezertifizierte das Viszeralonkologische Zentrum am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit, bestehend aus dem Darmkrebs- und Pankreas-Zentrum.
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Der heutige 4. Februar ist der Weltkrebstag. In Österreich erkranken jährlich fast 4.500 Menschen (rund 350 in Kärnten) an Darmkrebs, bei 1.829 Menschen (162 in Kärnten) wird Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert (Quelle: Statistik Austria 2019). Die Therapie dieser Tumore ist keine alltägliche Aufgabe. Die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert deshalb nach strengen Qualitätskriterien Zentren mit hohen Fallzahlen, deren Behandlungsteams über viel Erfahrung verfügen.
Eines von zwei Zentren Österreichs
Als eines von nur zwei Zentren in Österreich wurde das Viszeralonkologische Zentrum am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit kürzlich von der Deutschen Krebsgesellschaft für Behandlungen von Tumorerkrankungen des Darms und des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) rezertifiziert. Nach erfolgreicher Erstzertifizierung des Darmkrebszentrums im Jahr 2013 wurde das Zentrum im Rahmen der Rezertifizierung 2017 um das Modul Pankreas erweitert. Somit ist jenes der Barmherzigen Brüder in St. Veit seit 2017 ein anerkanntes Viszeralonkologisches Zentrum und garantiert damit Patienten eine umfassende, fächerübergreifende und qualitätsvolle Behandlung und Therapie auf dem neuesten Stand der Wissenschaft.

Diagnose- und Therapie-Möglichkeiten
„Der große Vorteil einer Behandlung in einem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Zentrum liegt darin, dass alle Diagnose- und Therapie-Möglichkeiten vorgehalten werden und die Patienten von einem Experten-Team unterschiedlicher Fachabteilungen des Krankenhauses, niedergelassener Ärzte und weiterer Kooperationspartner nach strengen Qualitätskriterien betreut werden“, erklärt Zentrumskoordinator und Chirurg Dr. Dominik Weihs. Dieses multidisziplinäre Experten-Team stammt aus verschiedenen Fachgebieten (Gastroenterologie, Chirurgie, Anästhesie, Radiologie, Pathologie, Onkologie und Strahlentherapie) und weist ein langjähriges Fachwissen in der Behandlung von Darm- und Pankreaskrebs aus.
Wissenschaftlicher Fortschritt
Nach Abschluss aller Untersuchungen werden die erhobenen Befunde in der Tumorkonferenz (Tumorboard) des Krankenhauses evaluiert. Dann werden ein dem Stadium des Tumors gerechter, individueller Behandlungsvorschlag festgestellt und der zu erwartende Behandlungserfolg besprochen. Für die nächsten Jahre nehmen sich die Ärzte in St. Veit vor, noch mehr Patienten die Möglichkeit zu bieten, an klinischen Studien teilzunehmen und so vom wissenschaftlichen Fortschritt abseits von bereits etablierten Standardtherapien zusätzlich zu profitieren.
Darmkrebsforschungs-Studie
Erst vor wenigen Tagen erhielt das Viszeralonkologische Zentrum des Krankenhauses positive Rückmeldung für die Teilnahme an einer großen internationalen Darmkrebsforschungs-Studie. Die sogenannte „Circulate“-Studie wird länderübergreifend an ausgewählten spezialisierten Darmkrebszentren durchgeführt und untersucht die adjuvante Chemotherapie bei Patienten mit Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) im Stadium II. Der Begriff „adjuvante Therapie“ steht dabei für eine ergänzende oder unterstützende Behandlungsmaßnahme in der Krebstherapie. Eine adjuvante Chemotherapie wird nach der Haupttherapie durchgeführt, etwa nach der operativen Tumorentfernung.
Konkret geht es bei der Studie darum zu erforschen, welches Rest-Risiko bei Darmkrebs-Patienten besteht, erneut an Darmkrebs zu erkranken. Eine simple Blutprobe soll dabei den wesentlichen Aufschluss geben.
Eine Blutprobe als Basis
Studien-Initiator ist Dr. Harald Weiß, leitender Onkologe des St. Veiter Krankenhauses. Er erklärt: „Darmkrebs-Patienten wird vier bis acht Wochen nach der Operation eine Blutprobe genommen. Mit neuen, hoch sensitiven Techniken können im Blutplasma DNA-Bestandteile, sogenannte zirkulierende Tumor-DNA, nachgewiesen werden. Wird im Blut noch positiv zirkulierende Tumor-DNA nachgewiesen, erhält der Betroffene zusätzlich zur Operation eine adjuvante Chemotherapie.“ Diese unterstützende Chemotherapie hat das Ziel, Metastasen zu bekämpfen, um ein Wiederauftreten des Krebses, ein Rezidiv, zu verhindern. „Wir wissen, dass es bei diesen Patienten in den ersten beiden Jahren nach der Erkrankung sehr häufig zu einem Wiederauftreten des Darmkrebses kommt. Das lässt sich mit der adjuvanten Chemotherapie zum Teil verhindern“, betont Weiß.