Rudolf Retzer

Der Pfer­de­flüs­te­rer aus Stock­litz

Sieben Tage in der Woche und 17 Stunden am Tag widmet sich Rudolf Retzer (49) seinen Pferden. Der Pferdezüchter aus Stocklitz bei Feldkirchen im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.

Der Pfer­de­flüs­te­rer aus Stock­litz Rudolf Retzer mit Fohlen Elli und Mutterstute Emelie

© kope

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Neben sei­nem Job als Mit­ar­bei­ter des Bau­hofs in Feld­kir­chen bewirt­schaf­tet Rudolf Ret­zer (49) in Stock­litz einen Pfer­de­zucht­be­trieb. „Ich ste­he nor­ma­ler­wei­se zwi­schen vier und fünf Uhr mor­gens auf, ver­sor­ge die Pfer­de und fah­re anschlie­ßend in die Arbeit. Wenn ich am Abend nach Hau­se kom­me, war­ten wie­der mei­ne Pfer­de auf mich“, erzählt Ret­zer im Gespräch mit „KLiCK Kärn­ten“.

Wie alles begann

Der Bau­ern­hof vul­go Peter­jörgl war vor Jahr­zehn­ten eine ganz nor­ma­le Land­wirt­schaft. „Der Groß­va­ter hat, als die Wen­de zu den Maschi­nen gekom­men ist, mit der Land­wirt­schaft auf­ge­hört und ist arbei­ten gegan­gen. Vor 25 Jah­ren habe ich dann wie­der mit der Land­wirt­schaft begon­nen. Den Hof habe ich so her­ge­rich­tet, wie er jetzt dasteht“, erklärt Ret­zer.

Die Pfer­de

Pfer­de woll­te der Hof­er­be schon immer haben. „Unser Päch­ter hat Nori­ker gehabt, mit denen er das Holz aus unse­rem Wald gebracht hat. Als Klein­kind woll­te ich schon immer ein Foh­len haben, habe aber kei­nes bekom­men. Damals habe ich gesagt: Wenn ich ein­mal Geld habe, dann kau­fe ich mir selbst eines. Mit 18 Jah­ren war es dann so weit und ich habe mein ers­tes Foh­len gekauft. Vor 20 Jah­ren habe ich dann mit der Nori­ker-Zucht begon­nen“, schil­dert der Pfer­de­lieb­ha­ber. Aktu­ell ste­hen 16 Pfer­de in den Stal­lun­gen, davon zwei Zucht­hengs­te, drei Jahr­lings­hengs­te, zwei Zucht­stu­ten, ein Wal­lach, mit dem die Toch­ter zu Reit­tur­nie­ren fährt, und eine Haf­lin­ger­stu­te. Der Rest sind Nori­ker-Stu­ten und drei Foh­len.

Die Zucht

Seit sie­ben Jah­ren gibt es am „Peterjörgl“-Hof eine offi­zi­el­le Deck­sta­ti­on des Lan­des­zucht­ver­bands Kärn­ten. Jähr­lich erbli­cken am Hof sechs Foh­len das Licht der Welt. „Unse­re zwei Hengs­te haben im ver­gan­ge­nem Jahr 64 Stu­ten gedeckt. Von April bis Mai bin ich des­halb haupt­säch­lich im Stall. Wenn ich am Abend von der Arbeit nach Hau­se kom­me, ste­hen oft zwei Bau­ern mit ihren Stu­ten zum Decken da“, berich­tet Ret­zer. Er ist auch Obmann des Pfer­de­zucht­ver­eins K13, der in Feld­kir­chen behei­ma­tet ist. Die 70 Ver­eins­mit­glie­der kom­men aus ganz Kärn­ten.

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Ein Nori­ker-Zucht­hengst
© pri­vat

Die Direkt­ver­mark­tung

Lei­der sind nicht alle Tie­re für die Auf­zucht geeig­net. „Die­sen Tie­ren erspa­ren wir den Stress der Tier­trans­por­te nach Ita­li­en und schlach­ten sie des­halb bei uns am Hof. Das Pfer­de­fleisch, das sehr begehrt ist, ver­kau­fen wir ab Hof, oder ver­ar­bei­ten es zu Sala­mi und Haus­würs­teln“, sagt Ret­zer.

Ein Schick­sals­schlag

Eine gro­ße Stüt­ze war bis zuletzt sei­ne Lebens­ge­fähr­tin, die im ver­gan­ge­nen Dezem­ber nach lan­gem Lei­den ver­starb. „Sie fehlt mir sehr, sie ist bis zur letz­ten Minu­te immer zu mir gestan­den“, trau­ert Ret­zer. Nun steht der Land­wirt mit sei­nen erwach­se­nen Kin­dern allei­ne da. Täg­lich ist Ret­zer bis zu 17 Stun­den auf den Bei­nen. „Hin­zu kommt, dass ich am Bau­hof auch noch Win­ter­dienst mache. Das Züch­ten in der Frei­zeit funk­tio­niert nur mit viel Lie­be und Lei­den­schaft zu den Pfer­den. Es gibt für mich kei­nen Sams­tag, Sonn­tag oder Fei­er­tag“, betont der Pfer­de­züch­ter.

Das Anwe­sen umfasst 17 Hekt­ar zum Bewirt­schaf­ten, 12 Hekt­ar Wald und 37 Hekt­ar Alm, die gepach­tet sind. Eine Christ­baum-Plan­ta­ge mit rund 5.000 Bäu­men, die ab Hof ver­kauft wer­den, ist eben­so zu bewäl­ti­gen. Ein Hob­by von Ret­zer ist das Fah­ren mit der Kut­sche.

Foh­len-Ver­stei­ge­rung

So neben­bei ist auch die Ver­eins­ar­beit für den Pfer­de­zucht­ver­ein K13 zu ver­rich­ten. Die jähr­li­che Foh­len-Ver­stei­ge­rung am Gelän­de in Feld­kir­chen muss­te zuletzt wie­der abge­sagt wer­den. „Wir gehen des­halb mit der Ver­stei­ge­rung auf die Ossia­cher Tau­ern, weil kei­ner weiß, wie es mit dem Ver­stei­ge­rungs­ge­län­de und der Hal­le in Feld­kir­chen wei­ter geht. In Kärn­ten gibt es im Jahr drei Ver­stei­ge­run­gen, frü­her oder spä­ter wird es nur noch zwei geben“, ver­mu­tet Ret­zer.

17.02.2022 18:50
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Der Pfer­de­flüs­te­rer aus Stock­litz Rudolf Retzer mit Fohlen Elli und Mutterstute Emelie

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