Hannes Dopler
„Ohne Startbonus haben wir keine Chance“
Veranstaltungen sind wieder möglich, aber: „Bis Umsätze erwirtschaftet werden, wird es noch Wochen und Monate dauern“, gibt Hannes Dopler von der Wirtschaftskammer Kärnten zu bedenken.
© WKK/Helge Bauer
Nachdem seit vergangenem Samstag Veranstaltungen wieder erlaubt sind, kann Kärntens Veranstaltungsbranche fürs Erste aufatmen. Die Herausforderungen bleiben aber bestehen. „Seit zwei Jahren ist die Veranstaltungswirtschaft von Beschränkungen und Berufsverboten betroffen. Die Betriebe jetzt wieder hochzufahren, ist nicht nur ein Kraftakt, sondern mit großem finanziellem Aufwand verbunden“, sagt Hannes Dopler, Sprecher des Kärntner Beirats für die Veranstaltungswirtschaft in der Wirtschaftskammer Kärnten.
Wiederhochfahren kostet viel Geld
Die Begründung: Während es noch Wochen oder Monate dauern wird, bis Umsätze erwirtschaftet werden können, beginnen die Fixkosten bereits jetzt zu laufen. Mitarbeiter sind einzustellen und zu entlohnen, Fahrzeuge wieder anzumelden, unterschiedlichste Materialien einzukaufen sowie Versicherungsbeiträge und Mietkosten zu entrichten. Hinzu kommen Rückzahlungen für Überbrückungskredite, die zahlreiche Unternehmer in Anspruch nehmen mussten. „Diese Situation setzt unsere Branche massiv unter Druck. Viele Kollegen berichten, dass es für sie kaum möglich ist, wieder neu durchzustarten. Das Wiederhochfahren kostet enorm viel Geld, aber die Reserven sind aufgebraucht“, bringt Dopler das Problem auf den Punkt.
Startbonus gefordert
Um der heimischen Veranstaltungswirtschaft die Chance auf einen gelungenen Neustart zu geben, fordert die Wirtschaftskammer Kärnten einen Startbonus. „Wichtig wäre eine branchenspezifische Lösung. Einerseits benötigen wir die Verlängerung der Kurzarbeit um zumindest zwei bis drei Monate. Andererseits wird es nicht ohne finanziellen Zuschuss wie Umsatzbonus oder Fixkostenzuschuss gehen“, stellt Dopler klar. Sonst droht vielen Betrieben das Aus, wovon auch Zulieferer und Mitarbeiter betroffen wären.
Das Erfolgsvideo
Um auf die bedrohliche Situation aufmerksam zu machen, legt der Wirtschaftskammer-Beirat nun ein Erfolgsvideo neu auf: Der als „Matratzen-Video“ bekannt gewordene Clip der Kärntner Veranstaltungswirtschaft (siehe „Wissenswert“ unten) wird nun in umgekehrter Reihenfolge gezeigt. Man sieht also nicht, wie die Matratzen umfallen, sondern wie sie wieder aufstehen. Doch es dauert, bis die letzte Matratze wieder aufgerichtet ist – und ebenso lange dauert es auch für die Veranstaltungswirtschaft, bis wieder alle Betriebe hochfahren können.
Wissenswert
Das „Matratzen-Video“ erreichte im Vorjahr 1,5 Millionen Menschen. Auch die Medien griffen das Thema auf: In ORF, Puls 4, Servus TV und KT 1 wurde darüber ebenso berichtet wie in Printmedien und auf Online-Plattformen (auch „KLiCK Kärnten“ berichtete).


