In Gemeinden
Land Kärnten startet Initiative für Topotheken
Topotheken verfolgen das Ziel, Erinnerungen zu archivieren. Die ersten 30 Gemeinden, die sich anmelden, erhalten die Startkosten für die Errichtung einer Topothek zur Gänze gefördert.
© Büro LR Fellner/Novak
Eine Topothek ist ein digitales Archiv von Gemeindebürgern, in dem historische Fotos, Videos, Texte und Audiodateien im Internet veröffentlicht werden. Im Kärntner Landesarchiv in Klagenfurt, das quasi das Gedächtnis des Landes Kärnten ist, fand diese Woche die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Eine Gemeinde erinnert sich – Topotheken in den Kärntner Gemeinden“ statt. Betrieben wird die Topothek von der jeweiligen Gemeinde.
Traurige Aktualität
Der Zugang von Landesrat und Gemeindereferenten Daniel Fellner zu diesem Thema hat traurige Aktualität: „Ich hoffe, dass Menschen, die in fünfzig oder hundert Jahren in unsere Kärntner Topotheken schauen und die 2020er Jahre suchen, Leute sehen, die Masken tragen und Klopapier horten, und nicht Menschen, die Angst und Sorge haben, eine der wichtigsten Errungenschaften der Demokratie zu verlieren – den Frieden“. Fellner, selbst leidenschaftlicher Ahnenforscher, bezeichnet das Wissen über vergangene Zeiten, Sitten und Gebräuche generell als einen Schatz, der gepflegt, gehegt und öffentlich zugänglich gemacht gehört.
Bereits 22 Anmeldungen
„Topotheken gibt es in mehreren Ländern Europas. Bisher wurden insgesamt mehr als eine Million Dokumente von über 2.000 ehrenamtlichen Topothekarinnen und Topothekaren in die Topotheken hochgeladen. In Österreich haben bereits über 300 Gemeinden eine Topothek eingerichtet, führend sind hier vor allem Nieder- und Oberösterreich“, verrät Franz Sturm, Leiter der Abteilung 3 (Gemeinden, Raumordnung und Katastrophenschutz) in der Landesregierung. Das Gemeindereferat des Landes Kärnten übernimmt die Startkosten für die Errichtung der ersten dreißig Topotheken in den Kärntner Gemeinden, 22 Gemeinden meldeten sich bereits an.


