Klagenfurt
Ein neues Zuhause für Schwalben im Strandbad
Im Strandbad Klagenfurt wurden 40 Mehlschwalbennester montiert, um dem Rückgang der Schwalbenpopulation entgegenzuwirken.
© STW/Michael Stabentheiner
Jahr für Jahr nimmt der Schwalbenbestand in Österreich ab. Es mangelt an Nahrung, weil es immer weniger Insekten gibt. Es fehlt auch an Brutmöglichkeiten, weil Nester von Hausfassaden und Dachvorsprüngen oft entfernt werden. Im Klagenfurter Stadtgebiet sind die Mehlschwalben nahezu ganz verschwunden, nur an wenigen Gebäuden brüten sie noch. Das liegt daran, dass sie kein Nestbaumaterial mehr finden, weil die Böden fast vollständig versiegelt sind.
Unterstützung von „Birdlife Kärnten“
Auch auf den Fassaden des Stadtwerke-Strandbads in Klagenfurt fanden Schwalbennester keinen Halt mehr. Mit Hilfe der Vogelschutzorganisation „Birdlife Kärnten“ konnte die Ursache dafür festgestellt werden: Die Nester trocknen beim Bau wegen der zunehmend wärmeren Temperaturen zu schnell aus, werden daher brüchig und zerfallen. Um dem Rückgang des Schwalbenbestands entgegenzuwirken, wurden im Strandbad nun 40 künstliche Mehlschwalbennester befestigt, die den Vögeln Brutmöglichkeiten und somit ein neues Zuhause für ihren Nachwuchs geben. Das Konzept wurde gemeinsam mit „Birdlife Kärnten“ erarbeitet.
Schwalben-Ankunft im April
„Mehlschwalben haben es mittlerweile sehr schwer, Plätze zu finden, wo sie und ihr Nest toleriert werden. Daher ist es umso erfreulicher, dass sich die Stadtwerke im Strandbad Klagenfurt der Förderung dieses Nützlings angenommen haben“, erklärt Andreas Kleewein von „Birdlife Kärnten“. Mehlschwalben verfüttern für eine Brut etwa einen Kilogramm Insekten, überwiegend Mücken. Das entspricht rund 250.000 Insekten. Die künstlichen Nisthilfen im Strandbad sind eine Erleichterung im Brutgeschäft der Schwalben. Bei ihrer Ankunft im April stehen ihnen die Nester schon zur Verfügung.
Schwalbenbestand zumindest halten
„Wir freuen uns, gemeinsam eine Lösung für die Schwalben im Strandbad gefunden zu haben. Durch die Anschaffung der Nistkästen hoffen wir stark, dass der Schwalbenbestand mindestens erhalten bleiben kann. Erfreulich wäre natürlich eine Steigerung über die nächsten Jahre hinaus“, ergänzt Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole.
