Elisabeth Thurner
Imkerinnen im Vormarsch
Bienenwissenschaftlerin Elisabeth Thurner aus Gmünd leitet seit drei Jahren als Obfrau den Kärntner Landesverband für Bienenzucht. Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ erzählt sie über ihr Leben als Imkerin.
Die zweifache Mutter Elisabeth Thurner ist die erste Obfrau des Kärntner Landesverbands für Bienenzucht. Natürlich bewirtschaftet sie in Gmünd auch selbst 15 Bienenstöcke. „Ich bin in einer Landwirtschaft mit Milchbetrieb aufgewachsen, wo auch die Bienen eine wichtige Rolle spielen. Schon im Kleinkindalter habe ich mich sehr für Bienen interessiert“, erzählt die Imkerin. Später beschäftigte sie sich in ihrer Doktorarbeit mit Bienen und dem Bestäubungseinfluss auf 2.000 Metern Seehöhe.
102 Imkervereine in Kärnten
Als Landesobfrau steht Thurner 102 Imkervereinen mit rund 3.400 Imkern vor, die in Summe über 34.000 Bienenvölker verfügen. Ein Bienenvolk besteht im Sommer aus 70.000, im Winter aus 20.000 bis 30.000 Bienen. „Im Winter hat die Biene eine Lebenserwartung von rund sechs Monaten, im Sommer sind es nur ein paar Wochen, weil sie sich in dieser Zeit stark abarbeitet“, erklärt Thurner. Besonders erfreut ist die Landesobfrau über den Zuwachs an Imkerinnen. „Der Frauenanteil ist in den vergangen Jahren mit 538 Mitgliedern auf 16 Prozent angestiegen“, verrät Thurner.
Frühjahrsernte und Fütterung
Das Honigjahr begann nach der Überwinterung positiv. „Im Frühjahr müssen die Imker wegen Temperatur-Unterschieden und Futtermangel aber besonders gut auf die Völker aufpassen und sie ständig kontrollieren. Derzeit haben wir wieder kältere Tage. Bei stärkeren Völkern ist darauf zu achten, dass sie genug Futter haben. Da beschreiten wir zwischen Frühjahrsernte und Fütterung einen schmalen Grat“, schildert Thurner. Die Temperaturen schaden den Bienen allerdings nicht so sehr, weil sie sich gut anpassen können. „Die Trockenheit macht ihnen schon eher zu schaffen, weil die Natur nichts hergibt, wenn es trocken ist“, sagt die Landesobfrau.
Kärntner Honiggütesiegel
Der erste Honig ist der Blütenhonig, dann kommen der Waldhonig und später zeitgemäße Blütenstände wie bei Raps und Kastanien. „Die Bienen richten sich nach dem Blütenangebot. Die Löwenzahn-Zeit im Frühjahr ist für die Bienen besonders ergiebig. Zur Unterscheidung: Der Blütenhonig ist etwas heller als der Waldhonig“, klärt Thurner auf. Ihr eigener Imkereibetrieb wurde im Vorjahr mit dem Kärntner Honiggütesiegel und mit einer Goldmedaille für den Waldhonig ausgezeichnet.
Wissenswert
Der Vorstand des Landesverbands für Bienenzucht
- Obfrau: Elisabeth Thurner
- Obfrau-Stellvertreter: Daniel Hölbling
- Finanzreferentin: Bettina Oberrauter
- Vorstandsmitglieder: Patrik Grausberg, Johann Zmölnig und Willibald Bierbaumer
- Rechnungsprüfer: Gerald Reinwald, Herbert Woltsche und Johann Jansche
- Leiter der Kärntner Imkerschule: Christian Osou
- Elisabeth Thurner, Obfrau des Kärntner Landesverbands für Bienenzucht
- Elisabeth Thurner (Mitte) mit dem Vorstand des Landesverbands für Bienenzucht
- Elisabeth Thurner mit der Goldmedaille für den Waldhonig