Kärnten
Was muss in den Osterkorb und warum?
Am Karsamstag werden in Kärnten und in Osttirol die Speisen für die Osterjause gesegnet. Dieser Brauch findet in Kirchen, aber auch im Freien statt. „KLiCK Kärnten“ fragte bei Brauchtum-Experten Wolfgang Lattacher nach, was es damit eigentlich auf sich hat.
„Der alte Brauch der Speisensegnung lässt sich auf das siebte Jahrhundert zurückverfolgen“, erklärt Wolfgang Lattacher vom Brauchtumsverband Kärnten. Eier und Fleisch, die in der mittelalterlichen Fastenordnung verboten waren, gewannen durch die Segnung besondere Kräfte – so zumindest der Volksglaube. Im Speisenkorb befinden sich der Beinschinken, bunte Eier, Kren, Reindling und rote Eier. „Sie werden auch als die Blutstropfen Christi bezeichnet“, verrät Lattacher. Die Weihkorbdecken dienen zur „Wetterabwehr“.
Kirchliche Verbundenheit
„Durch die Speisensegnung wird die kirchliche Verbundenheit in der Gemeinde dokumentiert“, ergänzt der Experte. Die Osterspeisen werden nach der langen Fastenzeit zur besseren Verdauung gekocht. Dem Salz kommt eine ganz eigene Bedeutung zu: Es ist das Ursymbol der Würze und der Geschmack des Lebens. Zu Ostern geht es um erlöste, auferstandene Menschen. Und das spiegelt sich in den gewürzten Speisen wider, die in der Fastenzeit ja eher fad waren – zumindest war dem damals so. Zu Hause wird die Osterkerze als Beginn des Osteressens entzündet. Nach der Speisensegnung geht es also rasch nach Hause. Nach dem gemeinsamen „Vaterunser“ darf gegessen werden.
Bräuche und Rituale
Am Karsamstag werden in der Früh vor den Kirchen Feuerstellen entzündet. Der Pfarrer segnet mit Weihwasser das Feuer und auch die mitgebrachten Lärchenschwämme, die auf Eisendraht aufgebunden sind. Der Osterbrauch der Feuer- und der Schwammweihe soll Segen ins Haus bringen sowie Unheil und Krankheit fernhalten. Am Ostermontag erfolgt oft ein gemeinsamer Spaziergang. „Er soll an den Emmausgang von zwei Aposteln erinnern“, erklärt Lattacher. Das Lukas-Evangelium berichtet nämlich davon, dass zwei Jünger am Ostermontag auf dem Weg nach Emmaus waren. Der auferstandene Jesus schloss sich ihnen auf diese Reise an.