Schäfermeier
„Was soll die Heimlichtuerei der ÖVP?“
Sollte das Land Kärnten die „Lilihill“-Anteile am Flughafen Klagenfurt zurückkaufen, wird laut Landesrat Martin Gruber (ÖVP) bereits an einem Plan B gearbeitet. „Überraschend“, wundert sich Landeshauptmann-Sprecher Andreas Schäfermeier. Er fordert die ÖVP auf, alle Karten auf den Tisch zu legen.
© Johannes Puch/Airport Klagenfurt
Rückkauf der „Lilihill“-Anteile am Flughafen Klagenfurt: Soll das Land Kärnten die Call-Option ziehen, oder nicht? Kurz vor Mitternacht vertagte gestern der Aufsichtsrat der Kärntner Beteiligungsverwaltung (KBV) in seiner Sitzung den entscheidenden Tagesordnungspunkt („KLiCK Kärnten berichtete).
Gemeinsam Lösungen erarbeiten
Darauf reagiert nun Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Sein Pressesprecher Andreas Schäfermeier fasst zusammen: „Es ist bedauerlich, dass die für Landesbeteiligungen verantwortlichen Personen und der Mehrheitseigentümer bis dato nicht willens oder nicht in der Lage waren, ihrer Verantwortung nachzukommen und basierend auf dem von den gleichen Personen damals zugestimmten Teilprivatisierungs-Vertrag gemeinsam Lösungen für die Weiterentwicklung des Flughafens zu erarbeiten.“
Warnung vor jahrelangen Rechtsstreitigkeiten
Schäfermeier warnt: „Der für einige jetzt vermeintlich einfachere Ausweg in Form des Ziehens der Call-Option würde weitreichende Folgen inklusive drohenden jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit enormem Gefahrenpotential nach sich ziehen, bei dem der Flughafen jedenfalls ebenso Schaden davonträgt wie Stadt und Land und am Ende gar eine Betriebsfortführung in Frage gestellt werden könnte.“
Was ist der Plan B?
Landesrat Martin Gruber (ÖVP), zuständiger Referent des Landes Kärnten für Beteiligungsverwaltung, teilte heute in einer Aussendung mit, es gäbe einen Plan B, wie es nach dem Ziehen der Call-Option weitergeht. „Überraschend“, wundert sich Schäfermeier. Es stellt sich die Frage, so der Pressesprecher des Landeshauptmanns, weshalb Gruber diesen Plan nicht offenlegt: „Was soll die Heimlichtuerei um diesen ominösen Plan B? Warum werden die Öffentlichkeit, die Flughafen-Miteigentümer und der Koalitionspartner völlig im Dunkeln gelassen? Was hat die ÖVP zu verbergen?“
Taktische Überlegungen?
Die ÖVP mit Obmann Gruber ist aufgefordert, so Schäfermeier, sofort alle Karten auf den Tisch zu legen: „Es geht um die Zukunft des Flughafens, um über 130 bestehende und tausende zukünftige Arbeitsplätze sowie den Lebens- und Wirtschaftsstandort Kärnten insgesamt. Es kann und darf nicht sein, dass die ÖVP das alles aus irgendwelchen taktischen Überlegungen aufs Spiel setzt.“
Interessen von Land und Stadt wahren
Die Vorgabe von Landeshauptmann Kaiser, dem gemäß der Referatseinteilung der Landesregierung „maximal eine Vermittlerrolle“ zufällt, ist unmissverständlich: Es ist alles zu tun, damit der Flughafen seiner Bestimmung nachkommen kann und die Interessen von Land und Stadt gewahrt sind. „Das ist die gemeinsame Aufgabe, aktuell vom Investor und der Kärntner Beteiligungsverwaltung“, stellt Schäfermeier klar.
Reaktion Gerhard Köfer (Team Kärnten)
„Es war richtig und sinnvoll, die Aufsichtsratssitzung der Kärntner Beteiligungsverwaltung zum Flughafen am späten Dienstagabend zu unterbrechen und am kommenden Montag fortzusetzen. Bis dahin können zusätzliche, wichtige Unterlagen gesichtet werden. Zudem ist es besser, die Sitzung zu unterbrechen als diese ergebnislos zu beenden und die Beratungen erst am Sankt-Nimmerleinstag wieder aufzunehmen“, reagiert auch Landtagsabgeordneter und „Team Kärnten“-Chef Gerhard Köfer. Er hofft, dass am Montag eine möglichst endgültige Entscheidung getroffen werden kann: „Der Eiertanz der vergangenen Wochen, Monate und Jahre muss ein Ende haben und am Flughafen endlich etwas passieren. Den wesentlichen Fokus gilt es dabei auf den Flugbetrieb und nicht auf den sogenannten Non-Aviation-Bereich zu lenken. Wirtschaft und Tourismus sind auf einen intakten Airport angewiesen, dieser ist eine essenzielle Infrastruktur-Einrichtung in Kärnten.“
Aus politischer Sicht sind laut Köfer auch weiterhin die politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen rund um das im Bereich des Flughafens geplante Großkasernen-Projekt betrachtenswert: „Das Abziehen des mit dem Investor des Airports in wirtschaftlichen Beziehungen stehenden Ministerium-Generalsekretärs kann nur der erste Schritt sein. Es gilt auch, die Rolle der SPÖ in Kärnten politisch zu hinterfragen, was dieses Kasernen-Vorhaben betrifft.“