Gesundheit

Pol­len­be­las­tung auf Rekord­hoch

Verstopfte Nase, juckende Augen, Beschwerden beim Atmen – nicht nur Allergiker sind am Verzweifeln. Warum der Pollenflug heuer so hoch ist wie kaum zuvor, woran das liegt und wann ein Ende in Sicht ist, zeigt ein Gespräch mit dem Leiter des Pollenwarndienstes.

Pol­len­be­las­tung auf Rekord­hoch Helmut Zwander ist der Pollen-Experte in Kärnten. Er leitet den Pollenwarndienst und sammelt seit vierzig Jahren Daten zum Pollenflug.

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„Ich bin heu­er fast am Ende mei­ner Kräf­te. Wir haben eine Pol­len­men­ge, die unfass­bar ist“, sagt Hel­mut Zwan­der, der wis­sen­schaft­li­che Lei­ter des Pol­len­warn­diens­tes Kärn­ten, im Gespräch mit „KLiCK Kärn­ten“. „Auf­grund star­ker Süd­win­de haben wir heu­er im Kla­gen­furt Becken schon sehr früh gro­ße Men­gen an Pol­len aus dem Süden ver­zeich­net“, fasst der Bio­lo­ge zusam­men, „und die hei­mi­sche Vege­ta­ti­on feu­ert auch aus vol­len Roh­ren.“ Die gute Nach­richt ist laut Zwan­der: „Wir errei­chen bereits das Ende der Früh­lings­pol­len­sai­son.“ Das bedeu­tet aber zugleich, dass die Som­mer­grä­ser zu blü­hen begin­nen: „Das Ruch­gras ist bereits in Voll­blü­te. Grä­ser­pol­len-All­er­gi­ker spü­ren das schon“, meint er.

Pol­len­ra­dar für Kärn­ten

Eine Mess­sta­ti­on am Gelän­de des Kli­ni­kums Kla­gen­furt zeich­net rund um die Uhr die Pol­len­be­las­tung in der Luft auf. Es han­delt sich um eine soge­nann­te „Bur­kard-Fal­le“. Sie saugt pro Minu­te zehn Liter Luft durch einen schma­len Schlitz ein. Das ent­spricht der Men­ge, die ein Mensch ein­at­met. An einem dahin­ter­lie­gen­den Mess­strei­fen blei­ben alle grö­ße­ren Par­ti­kel, wie eben Pol­len, kle­ben. „Am Ende des Tages zäh­le ich im Mikro­skop die­se Pol­len“, erklärt Zwan­der. Auf die­se Wei­se kann er fest­stel­len, wann wel­che Blü­ten­staub­be­las­tung herrscht. Gepaart mit jahr­zehn­te­lan­gem Erfah­rungs­schatz las­sen sich dar­aus Pro­gno­sen für die dar­auf­fol­gen­den fünf bis sechs Tage ablei­ten. Die­se Daten gehen an die Lan­des­sa­ni­täts­be­hör­de, die wie­der­um alle Ärz­te infor­miert. So kön­nen Men­schen mit Pol­len­all­er­gie Beschwer­de­ka­len­der füh­ren und kon­trol­lie­ren, ob ihre Sym­pto­me und die Ein­nah­me von Medi­ka­men­ten mit der jewei­li­gen Pol­len­be­las­tung zusam­men­pas­sen.

Pol­len­be­las­tung spie­gelt Kli­ma­wan­del

Zwan­der ist Bio­lo­ge aus Lei­den­schaft. Er ist Prä­si­dent des Natur­wis­sen­schaft­li­chen Ver­eins für Kärn­ten, unter­rich­tet an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le und ist seit sei­ner Grün­dung Mit­ar­bei­ter des Pol­len­warn­diens­tes. Seit dem Jahr 2000 obliegt ihm des­sen wis­sen­schaft­li­che Lei­tung. In den ver­gan­ge­nen vier­zig Jah­ren hat sich in punc­to Pol­len in Kärn­ten eini­ges ver­än­dert – sehr zum Leid­we­sen aller All­er­gi­ker: „Die Inten­si­tät des Pol­len­flugs nimmt kon­ti­nu­ier­lich zu. Die Abstän­de zwi­schen den jewei­li­gen ‚Mast­jah­ren‘ mit extre­mer Pol­len­be­las­tung wer­den immer kür­zer. Und die Pol­len­sai­son beginnt frü­her und endet spä­ter“, schil­dert der Wis­sen­schaft­ler. Noch vor vier­zig Jah­ren konn­ten All­er­gi­ker von Sep­tem­ber bis Febru­ar auf­at­men „Mitt­ler­wei­le sind die ein­zi­gen bei­den Mona­te, in denen ein All­er­gi­ker in Kärn­ten ohne Beschwer­den leben kann, der Okto­ber und der Novem­ber“, sagt Zwan­der bedau­ernd.

Die Daten, die er seit 1980 sam­melt und doku­men­tiert, fin­det Hel­mut Zwan­der „unglaub­lich inter­es­sant“. Der Pol­len­flug ist ein Spie­gel­bild der Kli­ma­än­de­rung, sagt er nicht ohne Begeis­te­rung für sein Metier. Für die Zukunft plant er, all die gesam­mel­ten Daten in einer wis­sen­schaft­li­chen Publi­ka­ti­on zu ver­öf­fent­li­chen.

11.05.2022 19:37
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Pol­len­be­las­tung auf Rekord­hoch Helmut Zwander ist der Pollen-Experte in Kärnten. Er leitet den Pollenwarndienst und sammelt seit vierzig Jahren Daten zum Pollenflug.

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