Gudrun Kofler
Die Blues-Lady von Velden
Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“: Gudrun Kofler blickt als Chefin des Clubs „Bluesiana“ in Velden auf ein ereignisreiches Leben zurück.
„Bluesiana“-Chefin Gudrun „Gundi“ Kofler hat ein bewegtes Leben hinter sich. Finanziell stand die Powerfrau vor rund acht Jahren vor dem finanziellen Abgrund, doch in Sachen Musik ließ sich die Veldnerin nie unterkriegen.
Das erste Zwillingspaar
Gudrun Kofler und ihr Bruder Günther waren das erste Zwillingspaar, das im Krankenhaus „Maria Hilf“ in Klagenfurt zur Welt kam. Volks- und Hauptschule besuchte sie in Velden. „Danach habe ich die Hotelfachschule in Villach absolviert. Die nächste Station war eine Internatsschule in Frankreich, um die französische Sprache zu erlernen“, erzählt Kofler. Österreich war kein Mitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), weshalb Kofler im Anschluss nicht in Frankreich arbeiten durfte.
Internationale Hotels
Sie übersiedelte nach Deutschland, um für große Hotelkonzerne im Marketing und in den Verkaufsabteilungen zu arbeiten. „In dieser Zeit habe ich die Welt gesehen. England, die USA und Kanada waren einige meiner Stationen. In dieser Zeit habe ich viele interessante Leute kennengelernt, die mir später sehr geholfen haben“, sagt Kofler. Im Jahr 1986 kehrte die musikbegeisterte Kärntnerin nach Velden zurück. „Damals war ich einige Jahre mit einem Italiener liiert, der mich unbedingt nach Rom holen wollte. Leider ist damals meine Mutter erkrankt. Ich habe sie viele Jahre bis zu ihrem Tod gepflegt“, schildert Kofler.
Das K.K.K.
1986 gründete sie das K.K.K. in Velden. „Der Name hat so viel geheißen wie Kegelkeller Kofler und später Koflers kulinarische Köstlichkeiten“, klärt die Eventerin auf. Mehrmals in der Woche stand Tanzmusik auf dem Prorgamm. Die erste Musikgruppe, die auftrat, hieß „WIG Trio“. Ihr gehörte der Vater von Musicalsängerin Sabine Neibersch an. Sehr schnell bewarben sich zahlreiche Bands und Sänger, die im K.K.K. auftreten wollten. „Einmal war sogar eine Band aus Jamaika zu Gast. Die Musiker wollten aber nicht in unseren Keller gehen: Sie brachten das K.K.K. mit dem amerikanischen Ku-Klux-Klan in Verbindung“, schmunzelt Kofler.

Unzählige Musiker
1990 wurde das K.K.K. umbenannt. In Anlehnung an Louisiana, eine Hochburg des Blues, wurde aus dem Club das „Bluesiana“. In den 36 Jahren seit 1986 traten rund 1.500 Musiker, Sänger und Bands in Koflers Club auf. Die ausgezeichneten Kontakte in der Musikwelt waren dabei immer von Vorteil. „Denn die meisten Künstler hätte ich mir nie leisten können“, erklärt Kofler. Das „Bluesiana“ entwickelte sich zur Kraftquelle für die Club-Lady, aber auch für die Künstler und das Publikum.
Der Supergau
Ein Formfehler, wie sie sagt, hatte für Kofler folgenschwere Auswirkungen. Daraus wurde ein Konkurs, der sie an den Rand des Ruins brachte. Doch mit Hilfe ihrer unzähligen Freunde in der Musikbranche in der ganzen Welt konnte sie letztendlich die finanzielle Katastrophe abwenden. „Schon damals habe ich die Energie über die Künstler und das Publikum gespürt. Ich lasse mich deshalb auch nicht unterkriegen“, betont Kofler. Ihren Club beschreibt die Blues-Lady heute so: „Das ‚Bluesiana‘ ist zwar außen nicht so ‚schicki‘, aber innen auch nicht ‚micki‘!“
Große Begegnungen
Besonders stolz ist die Veldnerin auf Begegnungen mit den ganz Großen der Musikwelt. „Ich hatte das Glück, Bob Marley ein Jahr vor seinem Tod in Hamburg zu treffen. Auch Curtis Knight, den Entdecker von Jimi Hendrix, durfte ich persönlich kennenlernen. Mit der Wegbegleiterin von Martin Luther King, Odetta Holmes, hatte ich eine ganz große Künstlerin im Club“, ist Kofler stolz. Auf ihrem Wunschzettel für einen Auftritt steht der Name Steven Tyler („Aerosmith“). „Ich habe ihn bereits getroffen. Er hat mir gesagt, dass er eines Tages auf meiner Bühne stehen wird“, hofft Kofler.
Die nächsten Termine
- 27. Mai 2022, 20.30 Uhr: Neil Zaza (USA) mit „Melodic Rock“ (20.30 Uhr)
- 2. Juni 2022, 20.30 Uhr: Sugar Ray & The Bluetones feat. Duke Robillard (USA)
- 7. Juni 2022, 20.30 Uhr: Paul Gilbert Band
Eintrittskarten: www.bluesiana.net