Natur-Dokumentation
Auf den Spuren des Vogelzugs
Zwei Jahre lang begleitete der Klagenfurter Mario Kreuzer Zugvögel vom Polarkreis bis nach Afrika. Nun hat er alle Aufnahmen für seine neue „Universum“-Dokumentation im Kasten. Es sind faszinierende Einblicke und wunderschöne Aufnahmen.
© PKM Filmproduktions GmbH
Stundenlanges Ausharren im Tarnzelt, allzeit bereit, das Verhalten und Leben der Vögel mit der Kamera einzufangen. Viele Wochen und Monate verbrachte der Klagenfurter Kameramann und Filmproduzent Mario Kreuzer mit dem Ornithologen Leander Khil in der Natur. Zuletzt waren die beiden am Polarkreis in Norwegen, wo sie den einzigartigen Balztanz der Doppelschnepfe in der Mitternachtssonne beobachten konnten. Mario Kreuzer: „Wir betreiben einen riesengroßen Aufwand, und wissen nie, ob wir am Ende die Aufnahmen bekommen, die wir uns erhoffen.“
Begeistertes Publikum
Zwei erfolgreiche „Universum“-Sendungen gestaltete der Klagenfurter Naturfilmer bereits: über das Leben der Turmfalken im Stadtgebiet und Gartenvögel in Österreich. Gedreht wurde jeweils zum größten Teil in Klagenfurt. „Es handelt sich um Themen, die vielleicht alltäglich erscheinen, aber großes Potential besitzen, weil das Interesse der Zuschauer enorm ist“, sagt Kreuzer zufrieden. Nun geht der Film über den Vogelzug in den Endspurt. „Wir begleiten Vögel, die einen Bezug zum Seewinkel im Burgenland haben. Das ist eine wichtige Drehscheibe des Vogelzugs zwischen Europa, Afrika und Asien“, schildert der Filmemacher. In neun Ländern wurde diesmal gedreht.
Immer der Nahrung nach
Der Film zeigt die vielen Facetten des Vogelzugs. Porträtiert werden Vogelarten, die tausende Kilometer weit fliegen, aber auch solche, die nur wenige Kilometer weiterziehen, um ein neues Revier zu finden. Der Bergpieper, der etwa am Dobratsch oberhalb der Baumgrenze zuhause ist, wechselt zum Überwintern nicht in den Süden, sondern einfach in tiefere Tallagen. „Es geht meistens um die Nahrung“, erzählt Kreuzer, „dort, wo der Vogel genug Futter zum Überleben findet, lässt er sich nieder. Manche Vögel ziehen aber aus anderen Gründen. Etwa, um an einem entlegenen Ort in Ruhe ihre Federn zu wechseln“.
Frühe Leidenschaft
Kreuzer übernahm bereits in jungen Jahren die PKM-Filmproduktionsfirma seines Vaters. Er drehte unzählige Sportfilme für Red Bull und eignete sich dabei essenzielle Fähigkeiten als Kameramann an: Schnelligkeit, Effizienz und technisches Know-how. Davon, eines Tages eine „Universum“-Dokumenation zu produzieren, träumte er immer: „Eines Tages habe ich den Ornithologen Leander Khil kennengelernt und bin damit meinem Traum nähergekommen. Er hat ein gigantisches Wissen über alle Vögel dieser Welt.“ Mittlerweile sind die beiden befreundet und drehen einen Film nach dem anderen. „Wir wollen die Natur darstellen, wie sie ist. Wir erfinden nichts und greifen nicht ein“, betont Kreuzer mit großem Respekt vor der Natur.
Große Herausforderungen
Die größte Motivation, neben seiner Leidenschaft fürs Filmemachen, ist für Kreuzer die Herausforderung, seltenes Verhalten der Tiere mit der Kamera festzuhalten. „Der Mauersegler verbringt sein ganzes Leben in der Luft. Er frisst und schläft im Flug, nur zum Brüten lässt er sich nieder. Das mit der Kamera einzufangen, ist sehr anspruchsvoll und reizt mich am meisten.“
Online: www.pkmfilm.com
TV-Tipp
Der geplante Sendetermin für die „Universum“-Dokumentation über den Vogelzug ist am 8. November 2022 um 20.15 Uhr in ORF2. Neben Mario Kreuzer und Leander Khil, der übrigens aus Graz stammt, wirkten viele weitere Menschen an dieser Produktion mit, darunter die Klagenfurter Andreas Frei (Sounddesign) und Monte Nero Productions (3D-Animation).
- Naturfilmer Mario Kreuzer schwört auf beste technische Ausrüstung. Eine „12K“ Kamera und Objektive mit extremer Vergrößerung ermöglichen ihm, kleinste Vögel aus weiter Entfernung ganz groß darstellen, ohne sie zu stören.
- Sonnenhelle Nacht am Polarkreis: Der Filmemacher wartet im Tarnzelt darauf, dass der ersehnte Vogel in Aktion tritt.
- Die Brandgans fliegt mehrmals über Europa: Sie brütet im Seewinkel, fliegt zur Mauser nach Norden und anschließend in den warmen Süden.
- Der Rotmilan fliegt auf dem Weg vom Seewinkel nach Sardinien weite Strecken übers Meer. Im „Universum“-Film wird zu sehen sein, wo er in Notsituationen auf offenem Meer landen kann.
- Dreamteam: Leander Khil (links) und Mario Kreuzer in Namibia, wo viele europäische Brutvögel überwintern.

