„Birdlife Kärnten“
Störche fliegen auf Kärnten
Auf die „Gefahr“ hin, dass einige Männer jetzt nervös werden: In Kärnten sind die Störche los! Warum sie aktuell auf Kärnten fliegen, erklärt Andreas Kleewein von „Birdlife Kärnten“.
© Pixabay/Alexa
„KLiCK Kärnten“ wird immer wieder Video- und Fotomaterial zugespielt, dass das rege Vorkommen der Störche in Kärnten dokumentiert (siehe Video-Links unten). „Es stimmt. Mehrere Weißstörche sind mit ihren Jungvögeln gerade in Kärnten anzutreffen“, bestätigt Andreas Kleewein von „Birdlife Kärnten“. Die Tiere sind schon unterwegs in ihr Winterquartier und machen bei uns lediglich einen Zwischenstopp. Besonders der Duft der frisch gemähten Wiesen lockt sie an. „Sie können den Geruch über weite Strecken wahrnehmen und fliegen gezielt zur gemähten Fläche, um dort nach Nahrung zu suchen“, erklärt der Experte. Vor allem Heuschrecken stehen auf der Speisekarte der Tiere ganz oben.
Unter Artenschutz
Der Weißstorch zieht bei uns im April durch, kann auch schon im März vereinzelt beobachtet werden. Ab Mitte April bis Mitte Mai schreiten sie zum Brutgeschäft. Durchschnittlich sind es zwei Jungvögel, die flügge werden. Im August und September treten sie den Zug ins Überwinterungsgebiet Afrika an. Es wurden aber auch schon im Oktober Weißstörche am Zug beobachtet. Seit dem Jahr 1951 scheint der Weißstorch für Kärnten als Brutvogel auf. Auf der Roten Listen der Brutvögel Kärntens ist er als vom Aussterben bedroht gelistet.
Tierbestand in Kärnten konstant
In Kärnten kann man durchschnittlich von einem Bestand von sechs bis acht Weißstorch-Brutpaaren ausgehen. Der Bestand ist leicht schwankend aber langfristig konstant. „Mehr Weißstorch-Brutpaare wird es in Kärnten vermutlich nicht geben, weil unser Bundesland abseits der Zugroute liegt“, klärt Kleewein auf. Im Klagenfurter Becken bis St. Veit sind die meisten Weißstorch-Brutpaare zu finden, deshalb kann man hier auch am häufigsten die Vögel beobachten: ein Brutpaar in Klagenfurt, ein Brutpaar in Maria Saal, ein Brutpaar in St. Veit und eines in Glanegg. Die anderen sind in Baldramsdorf, Rosegg, im Rosental und in St. Andrä.
Vorsicht ist geboten
Weißstörche legen ihre Brutplätze in der Nähe von uns Menschen an. Trotzdem bleiben die Tiere auf Abstand und nähern sich nicht von allein. An diese Maxime sollten auch wir uns halten und die Tiere in Ruhe lassen. Kleewein: „Wenn ein Weißstorch länger auf einer Wiese steht, bedeutet das nicht, dass ihm etwas fehlt. Das plötzliche Auffliegen erfordert zudem viel Energie.“ Gefährlich werden kann den Tieren der Verkehr und Barrieren am Zugweg. Bei „Birdlife Kärnten“ können sich Interessierte, die einen Kunsthorst an ihrem Gebäude errichten wollen, beraten lassen und sich zum Thema informieren.
Ein Stammgast bleibt
Einzig und allein ein Weißstorch-Brutpaar zieht auch im Winter nicht weg, und das schon seit Jahren. „Es handelt sich um eines der noch lebenden Ursprungstiere aus einer Pflegestation in der Schweiz“, verrät Kleewein. Man braucht sich aber keine Sorgen zu machen. Rund um das Zollfeld finden die Tiere auch im Winter genügend Futter.


