Business-Teens
Erfolg mit Erfindergeist
Ein Getränk ohne Verpackung – mit dieser Geschäftsidee sorgen zwei junge Kärntner für europaweites Staunen. Paul Trieb und Luca Zeitler aus Maria Rain starten mit 16 Jahren ihr eigenes Unternehmen.
© Drinkhalm
„Mein Leben hat sich um 180 Grad gewandelt. Neben dem Mountainbiken war Fortgehen mein liebstes Hobby. Jetzt bin ich Businessman“, meint der sympathische Luca Zeitler. Gemeinsam mit seinem Freund und Klassenkameraden Paul Trieb hat er sich im vorigen Schuljahr in der modularen Oberstufe des BG Mössinger in Klagenfurt für die „Junior Company“ eingeschrieben. Ein einjähriges Programm, in dem die Jugendlichen gefordert sind – zusätzlich zum regulären Stundenplan – ein Unternehmen zu gründen und zum Erfolg zu führen. Wirtschaftsunterricht nach US-amerikanischem Vorbild.
Die umweltfreundlichste Limonade
Was haben 11.000 afrikanische Elefanten damit zu tun? Sie haben dasselbe Gewicht wie die 2,6 Milliarden Einweg-Plastikflaschen, die pro Jahr in Österreich im Umlauf sind. Paul Trieb und Luca Zeitler wollten mit ihrer Company eine Alternative finden, um den Müll zu reduzieren. Die Lösung: der „Drinkhalm“. Das ist Limonadenpulver verpackt in einen Strohhalm aus Papier. Oder wie die beiden Burschen aus Maria Rain es werbereif formulieren: „Der Geschmack einer Flasche in einem Strohhalm.“ Wirtschaftlich rentiert sich das auch, rechnet Paul vor: „Eine Plastikflasche braucht gleich viel Platz wie 16 ‚Drinkhalme‘. Unser Produkt spart also Platz, Transportkosten und CO2-Emmissionen.“

Für jedes Problem eine Lösung
Neben der Herausforderung, den Geschmack der Limonade perfekt hinzubekommen, war der Verschluss des Strohhalms besonders knifflig. „Es sollte ja ein zu hundert Prozent natürliches Produkt werden“, erzählt Paul Trieb. „Der Papa einer Mitschülerin ist Uhrmacher. Er hat eine Presse, mit der er Metall biegen kann. Wir haben versucht, damit die Enden der Strohhalme fest zusammenzupressen. Es hat funktioniert – wir hatten unseren Verschluss!“ Am Ende bleibt absolut kein Müll, weil das Limonadenpulver mit Wasser den Gaumen hinunterzischt und das Papier verrottet.
Erfolg und Anerkennung
Die beiden Burschen haben ihr Unternehmen mittels Anteilsscheinen finanziert und mussten Verlust oder Gewinn am Ende auf alle Investoren aufteilen. Paul Trieb, voll motiviert: „Wir hatten 800 Euro zur Verfügung. Davon haben wir uns eine eigene Presse gekauft und Löhne ausgezahlt. Am Ende konnten wir einen Gewinn von 30 Prozent verbuchen.“ Von allen „Junior Companies“ wurden am Ende des Schuljahres die Besten gekürt. Paul Trieb und Luca Zeitler waren mit ihrem Team die besten Kärntens, die besten Österreichs und schließlich die zweitbesten im Europa-Wettbewerb. Ihr Preis: ein Studienjahr an der „Estonian Business School“, einer privaten Wirtschaftsuniversität in Tallinn (Estland).
Die Zukunftspläne
Zunächst haben die beiden noch zwei Schuljahre bis zur Matura zu absolvieren. Am Unternehmen und am „Drinkhalm“ arbeiten sie weiter. „Wir wollen das Pulver und den Geschmack optimieren. Wir haben bereits Kontakt zu einem Fruchtpulverhersteller in Südtirol geknüpft“, verrät Luca. Und Paul ergänzt: „Wir werden unsere Geschäftsidee bei diversen Start-up-Veranstaltungen vorstellen. Vielleicht schaffen wir es auch in die TV-Show ‚2 Minuten 2 Millionen‘?!“
Wissenswert
Die Erfolgsstory der beiden sympathischen Burschen ist auch online zu verfolgen.
- Facebook: @drinkhalm
- Instagram: @drinkhalm
- Website: www.drinkhalm.at
- Jung, innovativ und erfolgreich: Luca Zeitler (links) und Paul Trieb mit ihrem „Drinkhalm“
- Ihr nächtelanges Tüfteln und ihre umweltfreundliche Geschäftsidee wurden von Erfolg gekrönt: Paul (links) und Luca bei der Siegerehrung in Tallinn.
- Von der Idee bis zum Design und zur Werbung …
- … die Schüler haben sich in nur einem Jahr umfangreiches Wirtschaftswissen angeeignet.
- Paul Trieb (links) und Luca Zeitler (vorne Mitte) mit ihrem Team vom BG Mössinger beim Europa-Wettbewerb in Tallinn (Estland)
