Trotz Krisen
Gründergeist in Kärnten ungebrochen
Pandemie, hoher Inflation und Energiekrise zum Trotz: Eine aktuelle Auswertung der Wirtschaftskammer Kärnten belegt, dass der Unternehmergeist unverändert aufblüht.
© WKK/Alexander Wieselthaler
Auch in unsicheren Zeiten blüht der Unternehmergeist in Kärnten auf. Das belegen aktuelle Auswertungen der Wirtschaftskammer Kärnten: 1.160 Personen wagten im ersten Halbjahr 2022 den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Zahl ist zwar im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 leicht gesunken, jedoch deutlich höher als noch vor der Pandemie (erstes Halbjahr 2019: 1.076; zweites Halbjahr 2020: 935).
Starkes Zeichen für Standort Kärnten
„Damit setzen unsere Gründerinnen und Gründer ein starkes Zeichen für den Standort Kärnten“, freut sich Lucija Wakounig, Leiterin des Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten. Weshalb begeben sich so viele Menschen in die Selbstständigkeit? Wakounig hat Erklärungen parat: „Der Großteil der Gründerinnen und Gründer entscheidet sich bewusst für die Selbständigkeit, um sich in einem erfüllteren Arbeitsleben zu verwirklichen. Der eigene Chef zu sein, in der Zeit- und Lebensgestaltung frei zu sein und das Ausmaß an Verantwortung, das bereits als Angestellte oder Angestellter getragen wurde, ins eigene Unternehmen einzubringen, gelten als Hauptmotive für eine Firmengründung.“
Frauenanteil bei 44 Prozent
Rund 76 Prozent der Gründer starten als Einzelunternehmer. Davon beginnen 48 Prozent gleich hauptberuflich mit ihrer selbstständigen Tätigkeit. Die Sparten Gewerbe und Handwerk, Handel sowie Information und Consulting sind die beliebtesten Branchen für Unternehmensneugründungen. „Im Schnitt ist die Kärntner Gründerin oder der Kärntner Gründer knapp 36 Jahre alt“, berichtet Wakounig. Der Frauenanteil bei den Gründungen liegt bei 44 Prozent. Die größten Herausforderungen im Zuge der Neugründungen sind Sozialversicherung, Steuern, allgemeine rechtliche Anforderungen und Amtswege. „Auch die Themen Inflation und Fachkräftemangel beschäftigen unsere Gründerinnen und Gründer. In so einer wirtschaftlichen Lage ist es besonders wichtig, dass man sich mit Expertinnen und Experten unterhält und Beratungsleistungen in Anspruch nimmt“, empfiehlt die Gründerservice-Leiterin.
Wirtschaftskammer als Anlaufstelle
Das Gründerservice und die Bezirksstellen der Wirtschaftskammer Kärnten sind die ersten Anlaufstellen für alle Neugründenden. „Wir bieten ein breites Informationsangebot und persönliche Beratungen zu Gewerberecht, Gewerbeanmeldung, Sozialversicherung, Steuern, Nachfolge, Businessplan und Entwicklung des Geschäftsmodells. Zudem gibt es kostenlose Workshops zum Einmaleins der Unternehmensgründung, zu Kalkulation, Marketing und Buchhaltung“, zählt Wakounig die Themen auf. Neben der individuellen Beratung unterstützten Wakounig und ihr Team Gründer mit zahlreichen Online-Tools. Dazu gehören Gründer-Guide, Rechtsform-Ratgeber, Finanzierungs-Ratgeber, Mindestumsatz-Berechnung und die Businessplan-Software „plan4you“.

