Wirtschaft

Noch 105 Mil­lio­nen Euro Covid-Ent­schä­di­gun­gen aus­stän­dig

Behörden sind mit Entschädigungszahlungen nach dem Epidemiegesetz überfordert, kritisiert die Wirtschaftskammer Kärnten. Franz Ahm begrüßt die angekündigte Personalaufstockung in Kärnten. Aber: Er ortet noch Verbesserungspotenzial.

Noch 105 Mil­lio­nen Euro Covid-Ent­schä­di­gun­gen aus­stän­dig Franz Ahm, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klagenfurt

© WKK/Daniel Waschnig

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„End­lich reagiert das Land Kärn­ten und holt sich zusätz­li­ches Per­so­nal, um die knapp 80.000 offe­nen Anträ­ge abzu­ar­bei­ten“, sagt Franz Ahm, Obmann der Wirt­schafts­kam­mer-Bezirks­stel­le Kla­gen­furt. Er bezieht sich damit auf Ent­gelt­fort­zah­lun­gen und Ent­schä­di­gun­gen.

För­de­run­gen drin­gend benö­tigt

Kon­kret: Wur­de ein Mit­ar­bei­ter wegen einer Coro­na-Erkran­kung oder als Kon­takt­per­son von der Behör­de abge­son­dert oder hat­te Betreu­ungs­pflich­ten von min­der­jäh­ri­gen Kin­dern wahr­zu­neh­men, stand ihm eine Ent­gelt­fort­zah­lung und dem Arbeit­ge­ber eine Ent­schä­di­gung für die­se Kos­ten zu. Aber: Seit Mona­ten läuft die Abwick­lung die­ser Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen durch die öffent­li­che Ver­wal­tung schlep­pend, kri­ti­siert die Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten. Ahm hofft nun, dass die offe­nen rund 105 För­der­mil­lio­nen, die gera­de jetzt drin­gend in den Betrie­ben benö­tigt sind, rasch aus­be­zahlt wer­den.

Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al bei Digi­ta­li­sie­rung

„Wir sind froh, dass wir mit unse­rer For­de­rung end­lich Gehör gefun­den haben. Aller­dings bezweif­le ich, dass es für die Abar­bei­tung tat­säch­lich gut aus­ge­bil­de­te Juris­ten braucht“, meint Ahm. Er ortet spe­zi­ell in der Antrags­ab­wick­lung Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al: „Unse­re Behör­den müs­sen end­lich digi­ta­ler wer­den. Wäre der Akten­lauf bei­spiels­wei­se auch inner­halb der Behör­de digi­ta­li­siert, wür­de das nicht nur Zeit, son­dern auch Geld spa­ren.“ Er rät zudem, den Blick in ande­re Bun­des­län­der zu rich­ten. „Wenn man die Fäl­le nach Kom­ple­xi­tät reiht, kann man bei Ein­rei­chun­gen, die kei­ne Ver­bes­se­rung oder Prü­fung erfor­dern, eine rasche Erle­di­gung gewähr­leis­ten. So eine Pro­zess­struk­tur bewirkt, dass in der Stei­er­mark nur noch 30 Pro­zent aller Fäl­le offen sind, in Kärn­ten hin­ge­gen 80 Pro­zent der Anträ­ge bereits Staub anset­zen“, begrün­det Ahm.

Rasche Auf­ar­bei­tung zur Liqui­di­täts­si­che­rung

Die Wirt­schafts­kam­mer begrüßt die Auf­sto­ckung des Per­so­nals, das vor allem in den Bezirks­ver­wal­tungs­be­hör­den aus­hilft. Aber: Auch in den Magis­tra­ten sta­peln sich die Akten. „Das Land Kärn­ten darf nicht über­se­hen, dass spe­zi­ell in den Magis­tra­ten vie­le unbe­ar­bei­te­te Anträ­ge lie­gen. Auch hier wäre mehr Per­so­nal erfor­der­lich“, unter­streicht der Bezirks­stel­len­ob­mann. Die För­de­run­gen sind für Kärn­tens Unter­neh­mer, so Ahm, von immenser Bedeu­tung: „Unse­re Betrie­be haben, wie wir alle, mit enor­men Preis­stei­ge­run­gen zu kämp­fen. In man­chen Fäl­len kann das tat­säch­lich eine exis­tenz­be­dro­hen­de Situa­ti­on bedeu­ten. Nur eine rasche Auf­ar­bei­tung kann den Ent­schä­di­gungs­rück­stau auf­lö­sen und der Wirt­schaft die drin­gend not­wen­di­ge Liqui­di­tät zufüh­ren!“

31.08.2022 11:00 - Update am: 05.09.2022 17:36
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Noch 105 Mil­lio­nen Euro Covid-Ent­schä­di­gun­gen aus­stän­dig Franz Ahm, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klagenfurt

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