Offener Brief

Lan­des­rä­tin­nen gemein­sam gegen Gewalt an Frau­en

Sieben Landesrätinnen aus den Bundesländern Kärnten, Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich wenden sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung.

Lan­des­rä­tin­nen gemein­sam gegen Gewalt an Frau­en Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner, Landesrätin Sara Schaar und Martina Gabriel (von links), Frauenbeauftragte des Landes Kärnten

© Büro LR Schaar

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„Öster­reich hat ein Pro­blem mit Män­ner­ge­walt“, betont Lan­des­rä­tin und Frau­en­re­fe­ren­tin Sara Schaar. Der Anlass für die­se Fest­stel­lung ist ein offe­ner Brief, mit dem sich sieben Lan­des­rä­tin­nen aus den Bun­des­län­dern Kärn­ten, Wien, Nie­der­ös­ter­reich, Bur­gen­land, Stei­er­mark und Ober­ös­ter­reich an die zustän­di­gen Minis­te­rin­nen und Minis­ter der Bun­des­re­gie­rung wer­den. Sie for­dern die Bun­des­re­gie­rung zu mehr Bud­get und Dia­log im Gewalt­schutz auf.

Absichts­er­klä­run­gen zu wenig

„Das Pro­blem der Män­ner­ge­walt gibt es nicht erst seit den Femi­zi­den in die­sem Jahr, doch geben sie uns Anlass, erneut laut zu wer­den. Die Bun­des­re­gie­rung muss end­lich han­deln“, erklärt Schaar. Auch Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­te­rin Bea­te Prett­ner, Kärn­tens Sozi­al- und Gesund­heits­re­fe­ren­tin, for­dert: „Wir dür­fen nicht locker­las­sen. Wir müs­sen unse­re Kräf­te bün­deln: Absichts­er­klä­run­gen des Bun­des sind zu wenig, es muss gehan­delt wer­den. Und zwar jetzt.“

Prä­ven­ti­ve Arbeit

Die Poli­ti­ke­rin­nen for­dern mehr Bud­get­mit­tel des Bun­des, kon­kret für den Gewalt­schutz und vor allem für die Akut­hil­fe, die gegen­wär­tig vor­ran­gig von den Bun­des­län­dern finan­ziert wird. „Um die­se grau­sa­men Mor­de und den Anstieg von Gewalt an Frau­en nach­hal­tig zu ver­hin­dern, braucht es auch Maß­nah­men auf ande­ren Ebe­nen, vor allem auf der prä­ven­ti­ven Ebe­ne“, schil­dert Schaar. Zudem regen Prett­ner und sie einen Schwer­punkt in der prä­ven­ti­ven Arbeit mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern, Jugend­li­chen, beson­ders mit männ­li­chen, sowie mit Män­nern und Beschäf­tig­ten im Gesund­heits­be­reich sowie im Rah­men von opfer­schutz­ori­en­tier­ter Täter­ar­beit an.

Unter­stüt­zung aus Kla­gen­furt

Auch die Kla­gen­fur­ter Stadt­rä­tin Corin­na Smrec­nik, Frau­en- und Fami­li­en­re­fe­ren­tin der Lan­des­haupt­stadt, mel­det sich zu Wort: „Gewalt an Frau­en beginnt nicht mit Schlägen, son­dern mit abwer­ten­den Kom­men­ta­ren. Gera­de in die­sem Frühstadium muss die Präventionsarbeit anset­zen.“ Ziel muss es sein, einer­seits den betrof­fe­nen Frau­en unbürokratisch und schnell zu hel­fen und ander­seits auch die Gesell­schaft auf die­se unter­schwel­li­ge Art der Gewalt an Frau­en auf­merk­sam zu machen. Dazu zählt auch, so Smrec­nik, bereits eine ent­spre­chen­de Bewusst­seins­bil­dung im Kin­der- und Schul­al­ter.

„Das Frauenbüro der Lan­des­haupt­stadt und die Kla­gen­fur­ter Frau­en­platt­form, der rund 40 Frau­en­in­itia­ti­ven angehören, neh­men in die­sen Berei­chen kärntenweit bereits eine Vor­rei­ter­rol­le ein“, erzählt die Stadt­rä­tin. Den­noch gehö­re die Zusam­men­ar­beit der Insti­tu­tio­nen wei­ter­hin inten­si­viert – und auch Ver­tre­ter der Jus­tiz und der Exe­ku­ti­ve ins Boot geholt.

12.05.2021 18:39
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Lan­des­rä­tin­nen gemein­sam gegen Gewalt an Frau­en Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner, Landesrätin Sara Schaar und Martina Gabriel (von links), Frauenbeauftragte des Landes Kärnten

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