Anders gefragt – anders verKLiCKert

„Wird sich Schei­der immer bei Köfer zu Hau­se füh­len?“

„Anders gefragt – anders verKLiCKert“: FPÖ-Landespartei- und Klubobmann Gernot Darmann im vierten Teil der „KLiCK Kärnten“-Serie. Hält er eine Rückkehr von Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider zur FPÖ für möglich? Wann hatte er zuletzt mit Heinz-Christian Strache Kontakt? Und: Wie würde Jörg Haider die Corona-Krise meistern?

FPÖ Kärnten Gernot Darmann, Partei- und Klubobmann der FPÖ Kärnten: „Unsere beliebten Dorffeste, Kirchtage und Wiesenmärkte, die Kärnten ausmachen, fehlen mir sehr.“

© Oskar Polak

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KLiCK Kärn­ten: Sie füh­ren mitt­ler­wei­le auch die FPÖ-Stadt­par­tei in Kla­gen­furt als desi­gnier­ter Obmann an. Möch­ten Sie den Vor­sitz behal­ten oder einen neu­en Vor­sit­zen­den auf­bau­en?

Ger­not Darm­ann: Das wird die Zukunft wei­sen. Die­se zusätz­li­che Funk­ti­on in der Stadt Kla­gen­furt ist eine unter den aktu­el­len Rah­men­be­din­gun­gen glei­cher­ma­ßen her­aus­for­dern­de wie reiz­vol­le Auf­ga­be.

Wann haben Sie zuletzt mit Chris­ti­an Schei­der, dem neu­en Kla­gen­fur­ter Bür­ger­meis­ter, gespro­chen? Wor­um ging es in die­sem Gespräch?

Im Zuge der Son­die­rungs­ge­sprä­che nach den Gemein­de­rats­wah­len. Es ging um Ehr­lich­keit gegen­über der Bevöl­ke­rung und dass die Stadt in Zukunft kei­ne lee­ren Ver­spre­chun­gen machen darf, ehr­lich kom­mu­ni­zie­ren muss und die sozia­len Haus­auf­ga­ben im Sin­ne unse­rer Bür­ger zu erle­di­gen hat. Ich habe auch die not­wen­di­ge Unter­stüt­zung der Wirt­schaft nach der Lock­down-Poli­tik der Bun­des­re­gie­rung, den Kampf gegen den Bahn­lärm und die Stei­ge­rung der Lebens­qua­li­tät für die eige­ne Bevöl­ke­rung ange­spro­chen. Die­se Punk­te sind der FPÖ beson­ders wich­tig.

Wäre für Sie eine Rück­kehr Schei­ders zur FPÖ und ein Zusam­men­schluss mit sei­nem „Team Kärn­ten“ in Kla­gen­furt vor­stell­bar?

Die Wahr­heit ist sprich­wört­lich eine Toch­ter der Zeit. Es wird sich noch zei­gen, ob sich Chris­ti­an Schei­der auf Dau­er in Köfers Par­tei zu Hause füh­len wird und sich dem Druck sei­tens des Spit­ta­ler Bür­ger­meis­ters und Par­tei­chefs für immer beu­gen will. In der Poli­tik soll­te es aus mei­ner Sicht nicht um Ein­zel­in­ter­es­sen gehen, son­dern immer das Gemein­wohl im Fokus ste­hen.

Sie waren bereits mit dem Covid-19-Virus infi­ziert. Sind Ihre per­sön­li­chen Erfah­run­gen mit dem Coro­na-Kurs der FPÖ auf Bun­des­ebe­ne kom­pa­ti­bel?

Die Linie der FPÖ Kärn­ten ist klar: Die Regie­rung ist eine Ser­vice­ein­rich­tung, die den Bür­gern zu hel­fen hat. Wir arbei­ten schon immer lösungs­ori­en­tiert und sind nicht auf Streit aus. Bei der Coro­na-Kri­se geht es uns seit Beginn um den aus­rei­chen­den Schutz der Risi­ko­grup­pen, für den die Bun­des- und Lan­des­re­gie­rung lei­der nicht gesorgt hat, und um die Unter­stüt­zung der Men­schen, der Kin­der, Jugend­li­chen und Eltern sowie der tau­sen­den betrof­fe­nen Unter­neh­mer, statt um das Schi­ka­nie­ren der Bür­ger. Hier tref­fen wir uns abso­lut mit der Linie der FPÖ auf Bun­des­ebe­ne.

Wenn Sie sich zwi­schen Nor­bert Hofer (Bun­des­par­tei­ob­mann) und Her­bert Kickl (Klub­ob­mann im Par­la­ment) ent­schei­den müss­ten, wer wäre Ihr Favo­rit?

Bei­de Bur­schen sind in ihren jewei­li­gen Funk­tio­nen wich­tig für die Par­tei. Sie sind nicht nur aus­ge­zeich­ne­te Poli­ti­ker, son­dern ver­ste­hen es auch, sich um die ech­ten und nicht durch eini­ge Schreib­tisch­tä­ter erfun­de­ne Sor­gen der Bür­ger zu küm­mern. Gera­de die Viel­falt macht die FPÖ aus, bei uns gibt es kei­nen abso­lu­ten Gehor­sam wie bei der Kurz-ÖVP. „Hän­de fal­ten, Goschen hal­ten“ – ein Zitat des Ex-ÖVP-Abge­ord­ne­ter Fer­di­nand Mai­er gibt es bei den Frei­heit­li­chen nicht und das ist gut so.

Das Wort Aus­schluss besteht bekannt­lich aus zwei Wor­ten, näm­lich ‚Aus‘ und ‚Schluss‘.

Ger­not Darm­ann

FPÖ Kärn­ten (Obmann)

Wann hat­ten Sie zuletzt mit dem ehe­ma­li­gen FPÖ-Bun­des­par­tei­ob­mann Heinz-Chris­ti­an Stra­che Kon­takt?

Das war in den Wochen nach Ver­öf­fent­li­chung des Ibi­za-Vide­os, als ich ihm den Rat gege­ben habe, sich aus der Öffent­lich­keit und der Poli­tik zurück­zu­zie­hen. Wie wir wis­sen, hat er sich nicht an die­sen Rat gehal­ten und ist bei der Wien-Wahl mit sei­nen Come­back-Plä­nen doch deut­lich geschei­tert.

Was wür­den Sie Stra­che ant­wor­ten, wür­de er Ihnen eine SMS oder eine Whats­App-Nach­richt schi­cken?

Nach­dem Stra­che aus guten Grün­den aus der FPÖ aus­ge­schlos­sen wur­de, gehe ich nicht davon aus, dass er sich mel­det. Das Wort Aus­schluss besteht bekannt­lich aus zwei Wor­ten, näm­lich „Aus“ und „Schluss“.

Stich­wort Coro­na-Pan­de­mie: Was ver­mis­sen Sie per­sön­lich am meis­ten, was in Zei­ten der Pan­de­mie der­zeit nicht mög­lich ist?

Das unge­zwun­ge­ne Gespräch mit Mit­men­schen und Freun­den im Wirts­haus, ohne Mas­ke­ra­de und Zwei-Meter-Abstand. Aber auch unse­re belieb­ten Dorf­fes­te, Kirch­ta­ge und Wie­sen­märk­te, die Kärn­ten aus­ma­chen, feh­len mir sehr.

Hät­ten Sie die Mög­lich­keit: Mit wel­chem – leben­den oder ver­stor­be­nen – Poli­ti­ker wür­den Sie ger­ne zu Abend essen?

Auf jeden Fall mit Jörg Hai­der. Mich wür­de bren­nend inter­es­sie­ren, wie er als Bun­des­kanz­ler die Coro­na-Kri­se gemeis­tert hät­te. Und ich bin mir sicher, dass er es ganz anders als die Kurz-Kog­ler-Regie­rung machen wür­de. Jörg hät­te in der Kri­se mit Haus­ver­stand gehan­delt, ohne die Wirt­schaft und die Betrie­be mit mona­te­lan­gen Lock­downs mas­siv zu schä­di­gen und die Grund­rech­te der Bür­ger zu miss­ach­ten.

Was möch­ten Sie nach Ihrer akti­ven Zeit in der Poli­tik, wann immer sie kom­men möge, tun?

Ich bin aus der Pri­vat­wirt­schaft gekom­men. Mein Antrieb war immer, mit Fleiß und Anstand mei­ne Zie­le zu ver­fol­gen. Die­se Eck­pfei­ler beglei­ten mich auch in der Poli­tik, samt dem Wunsch, etwas für unse­re Bür­ger posi­tiv zu ver­än­dern. Soll­te die­se Zeit ein­mal enden, wer­de ich mich mit dem glei­chen Taten­drang in die Pri­vat­wirt­schaft stür­zen.

16.05.2021 09:00
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FPÖ Kärnten Gernot Darmann, Partei- und Klubobmann der FPÖ Kärnten: „Unsere beliebten Dorffeste, Kirchtage und Wiesenmärkte, die Kärnten ausmachen, fehlen mir sehr.“

© Oskar Polak