Auszeichnung

Kin­der­gär­ten und Schu­len machen Kärn­ten zum „MINT-Land“

Im Veranstaltungsraum der Industriellenvereinigung Kärnten bekamen ein Kindergarten und sieben Schulen das „MINT“-Gütesiegel verliehen. Kärnten ist hier im Verhältnis zur Bevölkerungszahl spitze.

Kin­der­gär­ten und Schu­len machen Kärn­ten zum „MINT-Land“ Mittelschule Gegendtal-Treffen: Industriellenvereinigung-Geschäftsführerin Claudia Mischensky, Andreas Rauchenberger, Katharina Blasge und Max Olsacher (Mittelschule Gegendtal-Treffen) sowie Bildungsdirektorin Isabella Penz (von links)

© Industriellenvereinigung Kärnten

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Die Abkür­zung „MINT“ fasst Unter­richts­ge­gen­stän­de aus den Berei­chen Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaft und Tech­nik zusam­men. Dass Kärn­ten ein „MINT“-Land ist, bewei­sen aktu­ell wie­der ein Kin­der­gar­ten und sie­ben Schu­len (sie­he unten), die sich bereits zum wie­der­hol­ten Mal dafür bewor­ben hat­ten und deren Ver­tre­ter im Ver­an­stal­tungs­raum der Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung Kärn­ten in Kla­gen­furt das „MINT“-Gütesiegel ver­lie­hen beka­men. Die­ses Güte­sie­gel wird seit dem Jahr 2016 auf Initia­ti­ve von Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um, Wis­sens­fa­brik Öster­reich, Päd­ago­gi­scher Hoch­schu­le Wien und Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung ver­ge­ben.

Gro­ßes Enga­ge­ment der Päd­ago­gen

In ihren Anspra­chen beton­ten Bil­dungs­di­rek­to­rin Isa­bel­la Penz und Clau­dia Mischen­sky, Geschäfts­füh­re­rin der Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung Kärn­ten, dass „MINT“ in Kärn­ten bereits seit über 20 Jah­ren The­ma ist. Von den 492 öster­rei­chi­schen Kin­der­gär­ten und Schu­len mit Güte­sie­gel kom­men 35 (7,7 Pro­zent) aus dem süd­lichs­ten Bun­des­land. Bei den neu Ein­rei­chen­den beträgt der Anteil sogar fast zehn Pro­zent. Für Penz ist das gro­ße Enga­ge­ment der Päd­agogen umso erstaun­li­cher, als 70 Pro­zent von ihnen „fach­fremd“ unter­rich­ten, also über kei­ne expli­zi­te fach­li­che Aus­bil­dung für „MINT“-Gegenstände ver­fü­gen.

Mehr Stun­den für MINT

Höchst erfreu­li­chen Nach­rich­ten hat­te auch Klaus Haberl aus der Kärnt­ner Bil­dungs­di­rek­ti­on: In den „MINT“-Mittelschulen, die der­zeit noch als Schul­ver­such lau­fen und ab dem Jahr 2027 in den Regel­be­trieb über­ge­hen sol­len, wer­den die Stun­den­kon­tin­gen­te kräf­tig auf­ge­stockt. Vier zusätz­li­che Stun­den sind für digi­ta­le Grund­bil­dung vor­ge­se­hen, wei­te­re elf Stun­den für for­schen­des Ler­nen. Die letz­te Erhö­hung in der­ar­ti­gem Aus­maß geht, so Haberl, auf die 90er Jah­re zurück. Anders als im übri­gen Öster­reich ist in Kärn­ten der „MINT“-Schwerpunkt über das gesam­te Land ver­teilt. So wur­de auch die Schul­spren­gel-Rege­lung gesetz­lich auf­ge­weicht, um den Zugang zur „MINT“-Ausbildung zu erleich­tern.

Uni­ver­si­tät und Hoch­schu­le koope­rie­ren

Heimo Sen­ger vom Insti­tut für Unter­richts- und Schul­ent­wick­lung der Alpen-Adria-Uni­ver­si­tät Kla­gen­furt arbei­tet par­al­lel an den päd­ago­gi­schen Inhal­ten. Gera­de bei der Inter­dis­zi­pli­na­ri­tät hät­ten Bil­dungs­ein­rich­tun­gen im deut­schen Sprach­raum wenig vor­zu­wei­sen. Bei The­men wie „Pro­jekt­ori­en­tier­tes Arbei­ten“ oder „Kom­pe­tenz­ori­en­tier­tes Ler­nen“ nimmt man sich eher an Asi­en ein Bei­spiel. Wei­te­re wich­ti­ge Schwer­punk­te sind, so Sen­ger, die Ver­zah­nung von Spra­che und „MINT“ sowie das Gen­der-The­ma. In Sachen MINT-Didak­tik arbei­tet Sen­gers Insti­tut eng mit der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le (PH) in Kärn­ten zusam­men.

Georg Sit­ter von der PH Kärn­ten erklär­te, dass sei­ne Insti­tu­ti­on die „MINT“-Begleitung für sämt­li­che Mit­tel­schu­len in Öster­reich koor­di­niert. Er ver­weist außer­dem auf das rei­che Fort­bil­dungs­an­ge­bot der PH in Kärn­ten: die NAWI-Mix-Kur­se, das Edu­ca­ti­on-Inno­va­ti­on-Stu­dio oder die „MINT“-Messe.

Lavant­tal ist „MINT“-Tal

Beson­ders initia­tiv ist ein über­grei­fen­des Netz­werk von Bildungs­in­sti­tu­tio­nen im Lavant­tal, wo man seit dem Jahr 2009 suk­zes­si­ve vom Kin­der­gar­ten bis hin­auf zur HTL koope­riert und wo buch­stäb­lich gemein­sam expe­ri­men­tiert wird. Alle Betei­lig­ten spre­chen die „posi­ti­ve Ener­gie“ des Pro­jekts an. Der Lohn der Übung: Die HTL Wolfs­berg steht mit ihrem hohen Mäd­chen-Anteil von über 20 Pro­zent ziem­lich allein auf wei­ter Flur.

 

Im Über­blick

Fol­gen­de Bil­dungs­ein­rich­tun­gen wur­den wie­der mit dem „MINT“-Gütesiegel zer­ti­fi­ziert:

  • Montesso­ri-Kin­der­gar­ten „Bun­te Knöp­fe“ (Kla­gen­furt)
  • Volks­schu­le Hör­zen­dorf (St. Veit)
  • Volks­schu­le Met­nitz
  • Volks­schu­le St. Marein (Wolfs­berg)
  • Volks­schu­le Schief­ling
  • Mit­tel­schu­le St. Marein (Wolfs­berg)
  • Mit­tel­schu­le Gegen­d­tal-Tref­fen
  • HTL Wolfs­berg
12.10.2022 05:00
Anzeige
Kin­der­gär­ten und Schu­len machen Kärn­ten zum „MINT-Land“ Mittelschule Gegendtal-Treffen: Industriellenvereinigung-Geschäftsführerin Claudia Mischensky, Andreas Rauchenberger, Katharina Blasge und Max Olsacher (Mittelschule Gegendtal-Treffen) sowie Bildungsdirektorin Isabella Penz (von links)

© Industriellenvereinigung Kärnten