Sparkasse-Wohnstudie
Mehrheit der Kärntner zufrieden mit Wohnsituation
Wie leben die Kärntner? Wie zufrieden sind sie mit ihrer Wohnsituation? Und welche Trends zeichnen sich beim Thema Wohnen ab?
IMAS International wurde von der Erste Bank, Sparkassen und Bausparkasse mit einer Wohnstudie beauftragt, die im Februar 2021 durchgeführt wurde. 39 Prozent aller Mieter gaben an, in den nächsten Jahren auf Eigentum umsteigen zu wollen. 2018 wollten dies noch 49 Prozent. Wohnbau-Experte Harald Tschitschnig von der Kärntner Sparkasse kennt den Grund für diesen Rückgang: “Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten gibt an, dass diese zwar gerne Eigentum erwerben möchte, sich dieses aber nicht leisten kann.”
Wohnen wird teurer
Wohnen wir nämlich immer teurer. Experten der Österreichischen Nationalbank schätzen, dass sich Wohnimmobilien in Österreich 2020 um sieben Prozent verteuert haben. Doch die durchschnittlichen Einkommen sind nicht gestiegen. Der Deloitte Property Index gibt an, dass 2020 für einen durchschnittlichen Wohnraum von 70 Quadratmeter zehn durchschnittliche Brutto-Jahresgehälter zu zahlen waren – 2019 waren es noch sechs.
Wie geht es weiter?
Tschitschnig zu Prognosen: “Wie sich dieser Markt weiterentwickelt, hängt stark vom weiteren Verlauf der Pandemie, der Zins- und Baustoffrohpreisentwicklung ab. Derzeit ist aber nicht davon auszugehen, dass sich die Dynamik am Immobilienmarkt wesentlich abschwächt und das zeigt auch Auswirkungen bei der aktuellen Wohnsituation der Österreicher.”
Mehr Eigentum am Land
55 Prozent der Österreicher leben laut Eurostat-Statistik im Eigentum, in Kärnten sind es sogar 72 Prozent. Am Land ist der Eigentums-Anteil viel höher als in der Stadt. “Der niedrige Eigentums-Anteil im urbanen Raum hängt unmittelbar mit der Preissituation zusammen. Überall dort, wo Immobilien noch günstig zu haben sind, wird gekauft und nicht gemietet”, so Tschitschnig.
Mehr Platz gewünscht
76 Prozent der Kärntner geben an, mit ihrer Wohnsituation “sehr zufrieden” zu sein. Eigentümer sind zufriedener als Mieter, die “Schere” ist 2021 weiter auseinander gegangen. 15 Prozent der Befragten hätten gerne mehr Platz, speziell junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren, Mieter und Mehrpersonen-Haushalte.
Neukredite legten zu
Die Sparkassen-Gruppe legte bei der Zahl der Neukredite für Wohnraum-Finanzierungen 2020 (im Vergleich zu 2019) wieder zu. “Vergangenes Jahr hat die Sparkassengruppe 28.700 Menschen ihren Wohntraum erfüllt. Das sind um 1.700 Finanzierungsabschlüsse mehr als noch 2019”, weiß Tschitschnig. 231.000 Euro machte die durchschnittliche Finanzierungshöhe aus, 192.000 Euro waren es noch 2018.
Fix oder variabel?
80 Prozent der Finanzierungen waren wegen der günstigen Konditionen Fixzins-Kredite. Doch diese sind nicht immer die richtige Wahl, so Tschitschnig: “Vor allem für Kunden, die vorzeitige Rückzahlungen planen und damit die Kreditlaufzeit beträchtlich verkürzen, stellen Kredite mit variabler Verzinsung ein sehr interessantes Angebot dar.”
Vergleichen zahlt sich aus
Der Experte rät: “Alle, die es sich leisten können, sollten eine Investition ins Eigenheim überlegen. Stellt man die monatliche Miete der Kreditrate gegenüber und bedenkt dabei den Anlagewert bzw. die Wertsteigerung, ist eine detaillierte Betrachtung auf jeden Fall sinnvoll.” Ein Vergleich: In Wien zahlt man für eine freifinanziert errichtete Wohnung von 70 Quadratmeter durchschnittlich 886 Euro Miete monatlich. Die Raten-Rückzahlung für eine Finanzierung von 230.000 Euro (25 Jahre) beträgt 931 Euro.
Umschuldung jetzt sinnvoll
Ein weiterer Tipp des Experten: “Wer jetzt noch Fremdwährungskredite hält, sollte die aktuell günstigen Zinskonditionen für eine Umschuldung nutzen. Das verringert das Währungs- und Zinsrisiko, das in den nächsten Jahren wieder deutlich zunehmen wird.”
