EPU-Symposium

Ein-Per­so­nen-Unter­neh­men in Kärn­ten immer belieb­ter

Das dritte Kärntner EPU-Symposium stellte klar: Ein-Personen-Unternehmen wären in den letzten Jahren in Kärnten stetig gewachsen. 22.000 Solounternehmen sind eine starke und stabile Säule des Wirtschaftsstandortes.

Ein-Per­so­nen-Unter­neh­men in Kärn­ten immer belieb­ter Beim dritten Kärntner EPU-Symposium: Franz Ahm, Obmann der Bezirksstelle Klagenfurt, Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl, Wirtschaftskammer Österreich-Vizepräsidentin Carmen Goby, EPU Beiratsvorsitzende Nicole M. Mayer, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Astrid Legner und Wirtschaftskammer-Vizepräsident Alfred Trey (von links)

© WKK/Maria Wawrzyniak

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Sie sind gekom­men, um zu blei­ben: Wie Eva Heckl von der KMU For­schung Aus­tria beim heu­ti­gen drit­ten Kärnt­ner Ein-Per­so­nen-Unter­neh­men-Sym­po­si­um (EPU) in ihrer Stu­die prä­sen­tier­te. Das sta­bi­le selbst­ge­wähl­te Geschäfts­mo­dell sei in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ste­tig gewach­sen. Dabei han­delt es sich kei­nes­wegs, wie oft behaup­tet, um eine aus der Not gebo­re­ne Selbst­stän­dig­keit, unter­strich Heckl: „Die Grün­dung eines EPU ist eine bewuss­te Ent­schei­dung für eine Tätig­keit, die meist als Haupt­be­ruf und in Voll­zeit aus­ge­übt wird.“

Grün­der im Schnitt 35 Jah­re alt

Die Unter­neh­mens­grün­der sind durch­schnitt­lich 36 Jah­re alt und brin­gen 15 Jah­re Berufs- sowie zehn Jah­re Berufs­er­fah­rung mit. Ent­schei­dend für den Weg in die Selb­stän­dig­keit sind die Unab­hän­gig­keit, die Selbst­ver­wirk­li­chung und eine fle­xi­ble Zeit­ein­tei­lung hin­sicht­lich der Work-Life-Balan­ce und der Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fami­lie. Des­halb geben auch nur sie­ben Pro­zent der als Stu­di­en­grund­la­ge befrag­ten EPU an, künf­tig Mit­ar­bei­ter beschäf­ti­gen zu wol­len. „Ein Vier­tel ist sogar im Export tätig, in Sum­me leis­ten EPU einen wesent­li­chen Bei­trag zur Kärnt­ner Wirt­schafts­kraft“, erklär­te Wirt­schafts­kam­mer­prä­si­dent Jür­gen Man­dl vor Jour­na­lis­ten nach dem Sym­po­si­um.

Ein­zel­un­ter­neh­men erwirt­schaf­ten rund 8 Mil­li­ar­den Euro

Öster­reich­weit erwirt­schaf­ten 340.000 Ein­zel­un­ter­neh­mer eine Brut­to­wert­schöp­fung von knapp acht Mil­li­ar­den Euro — „wie ein zehn­tes Bun­des­land, etwa in der Grö­ßen­ord­nung des Bur­gen­lan­des“, bringt Wirt­schafts­kam­mer Öster­reich-Vize­prä­si­den­tin (WKÖ) Car­men Goby die­se Zahl in Rela­ti­on. Die­ser Stel­len­wert wird auch zuneh­mend von der Poli­tik erkannt, Goby — selbst in einem Ein­zel-Per­so­nen-Unter­neh­men aktiv — zähl­te eine Rei­he von Ver­bes­se­run­gen und Erleich­te­run­gen auf, die die Wirt­schafts­kam­mer für EPU zuletzt erzie­len konn­te: So kön­nen sie mit der Ver­an­la­gung 2022 erst­mals das Arbeits­platz­pau­scha­le von 1.200 Euro jähr­lich unab­hän­gig vom Vor­han­den­sein eines sepa­ra­ten Arbeits­zim­mers gel­tend machen.

Meh­re­re Fak­to­ren spre­chen für Selbst­stän­dig­keit

Auch die Anhe­bung der Gren­ze gering­wer­ti­ger Wirt­schafts­gü­ter auf 1.000 Euro, die Sen­kung der Ein­kom­men­steu­er­ta­ri­fe (in der 2. Tarif­stu­fe von 35 Pro­zent auf 30 Pro­zent ab Juli die­ses Jah­res, in der 3. Tarif­stu­fe von 42 auf 40 Pro­zent ab Juli 2023) und die Anhe­bung des Gewinn­frei­be­trags von 13 auf 15 Pro­zent kom­men EPU beson­ders zugu­te. Gobys nächs­tes Ziel: Die Erhö­hung der Gren­ze bei der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung von 35.000 auf 85.000 Euro, was im EU-Rah­men ab 2025 mög­lich wird. Goby: „Wenn Öster­reich den Rah­men aus­schöpft, kön­nen wir die büro­kra­ti­schen Las­ten wei­ter deut­lich redu­zie­ren.“

Enthu­si­as­mus für nächs­te Gene­ra­tio­nen

Das erwar­tet sich auch Nico­le M. May­er, die Vor­sit­zen­de des Bei­ra­tes für Ein­zel­un­ter­neh­mer: „Wir sind eine Wirt­schafts­kraft, die mit beson­de­rer Agi­li­tät am Ball bleibt und die wir nicht unter­schät­zen dür­fen!“ Das Feu­er, das May­er an die nächs­te Gene­ra­ti­on wei­ter­ge­ben will, hat offen­bar auch Wirt­schafts­lan­des­rat Sebas­ti­an Schu­sch­nig beein­druckt: Er sprach von den EPU als „wirt­schafts­po­li­ti­schen Schnell­boo­ten“ und ortet eine „Leis­tungs­be­reit­schaft, die wir auch in der Gesamt­ge­sell­schaft brau­chen wie einen Bis­sen Brot!“

„Grow-up-Initia­ti­ve“ im Jahr 2023

Er wür­dig­te beson­ders den Opti­mis­mus, mit dem immer mehr Men­schen bereit sei­en, Ver­ant­wor­tung für sich selbst zu über­neh­men. Die­se unter­neh­me­ri­sche Hal­tung will Schu­sch­nig nun in Zusam­men­ar­beit mit der Wirt­schafts­kam­mer auch för­dern: Mit nächs­tem Jahr star­tet eine gemein­sa­me „Grow-up-Initia­ti­ve“, um Grün­der aktiv bei der Gestal­tung des Geschäfts­mo­dells und in der Pro­dukt­ent­wick­lung zu unter­stüt­zen.

 

12.11.2022 11:00
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Ein-Per­so­nen-Unter­neh­men in Kärn­ten immer belieb­ter Beim dritten Kärntner EPU-Symposium: Franz Ahm, Obmann der Bezirksstelle Klagenfurt, Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl, Wirtschaftskammer Österreich-Vizepräsidentin Carmen Goby, EPU Beiratsvorsitzende Nicole M. Mayer, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Astrid Legner und Wirtschaftskammer-Vizepräsident Alfred Trey (von links)

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