Spritziges Revival
Lena braut einen Zaubertrank
Leben mit der Natur liegt ihr am Herzen. Auf der Suche nach einem gesunden Getränk, das dennoch gehaltvoll schmeckt, wurde Magdalena Pečnik aus Gallizien erfinderisch. Sie erzeugt nun im großen Stil Kombucha.
© Gerhard Kampitsch/renegrafik.at
Fermentierte Lebensmittel liegen im Trend: Sie sind vitaminreich, leicht verdaulich und fördern die Darmgesundheit. Getränke dieser Art – am besten regional, naturbelassen und zuckerfrei – waren bisher Mangelware. Magdalena „Lena“ Pečnik hat daher beschlossen: „Ich mach‘ das einfach selbst!“ Bereits als Studentin und später als Angestellte wusste sie: „Ich werde mal was Eigenes aufbauen.“
Made in Kärnten
Die 30-Jährige schwört schon immer auf eine gesunde Lebensweise und die Kraft der Natur: „Eigentlich wollte ich naturbelassenen Kombucha kaufen, habe aber nirgendwo einen gefunden.“ Also experimentierte sie zu Hause in der Küche mit einer Kombucha-Kultur. Dann kam die Corona-Pandemie: Als Handelsangestellte konnte sie wegen der Lockdowns nicht arbeiten. Das bedeutete: mehr Zeit für die Kombucha-Experimente. Das war vor zwei Jahren. „Mittlerweile betreibe ich eine Manufaktur in Völkermarkt, in der ich in regelmäßigen Abständen Chargen von 2.000 Litern Kombucha erzeuge. Vom Ansetzen des Tees bis zum Abfüllen in Flaschen vergeht ein Monat.“
Comeback der 90er
Die Nachfrage nach ihrem fermentierten Teegetränk hat schnell zugenommen. Sein Ursprung ist jahrhundertealt und die Herkunft nicht eindeutig: entweder Asien oder Russland. Interessanterweise war Kombucha bereits in den 1990er Jahren in Europa verbreitet und auch in Kärntner Haushalten beliebt. Viele hatten einen sogenannten „Kombucha-Schwamm“ zu Hause, der in Tee angesetzt wurde, darin wuchs und dann in den nächsten Tee wanderte, um auch diesen durch Gärprozesse und Fermentation in ein fein-spritziges Kombucha-Getränk zu verwandeln. Irgendwann wurde es den meisten zu aufwändig, und es folgte das vorübergehende kollektive Ende des Kombuchas. Magdalena Pečnik erweckt ihn nun wieder zum Leben.

Getränk des langen Lebens
Viele ihrer Kunden finden Gefallen daran, dass sie Kombucha nun fix-fertig fermentiert und in Flaschen abgefüllt kaufen können. In acht verschiedenen Geschmacksrichtungen noch dazu. Die beliebtesten? „Grüner Tee und Rosé“, sagt Magdalena und lacht: „Das sind auch meine Lieblingssorten“.
In der asiatischen Kultur hat Kombucha einen sehr hohen Stellenwert. Er ist „das Getränk des langen Lebens“ und verspricht Gesundheit bis ins hohe Alter. Kombucha schmeckt fein-säuerlich, leicht süßlich und – je nach weiteren Zutaten wie Hagebutte, Ingwer oder Pfefferminze – mehr oder weniger herb. Die Bakterien und Pilze der Kombucha-Kultur vermehren sich, indem sie Zucker zersetzen und umwandeln. Daher ist das fertig vergorene Getränk nahezu zuckerfrei. Und sehr lange haltbar.
Kombucha geht immer
Laut Pečnik ist Kombucha nicht nur ein hervorragendes Erfrischungsgetränk, wahlweise auch mit Koffein, sondern passt zu jedem Essen: „Ich trinke Kombucha am liebsten in der Früh.“ Die Jungunternehmerin vertreibt ihr Getränk über verschiedene Händler und Gastronomiebetriebe in ganz Kärnten. Unter anderem sind sie in den Zadruga-Märkten in Unterkärnten und über ihren Online-Shop erhältlich.
Online
- Website: www.lenas.at
- Facebook: Lenas Kombucha Manufaktur
- Instagram: @lenaskombucha
- Acht Sorten Kombucha: „Die meisten treffen ihre Kaufentscheidung anhand der Farbe“, zeigt sich Magdalena Pečnik überrascht. Top: Grüner Tee und Rosé.
- Lange Zeit und mit vielen Zutaten hat Magdalena Pečnik experimentiert – Ingwer, Hibiskus-Hagebutte und Rosé haben sich bewährt.
- Regional, vegan und mit Liebe gemacht – „Lenas Kombucha“ als Alternative zu süßen Getränken
- Naturmensch durch und durch: Magdalena Pečnik in ihrer Heimat Gallizien beim Wildensteiner Wasserfall