Renate Pirker

Für Kunst braucht es beson­de­re Muße

Renate Pirker aus Völkermarkt fand in ihrer Ton-Kunst eine besondere und große Resonanz. "KLiCK Kärnten“ lud die gebürtige Klagenfurterin zum Gespräch.

Für Kunst braucht es beson­de­re Muße Renate Pirker erschafft Büsten, Skulpturen, Masken, kleine Figuren und Sockelköpfe.

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In Völ­ker­markt, wo sie seit fünf Jah­ren lebt, ahmt sie den Schaf­fens­pro­zess der Natur nach. Mit glei­cher schöp­fe­ri­scher Kraft näm­lich bedient sie sich Figu­ren und Far­ben, dem Model­lie­ren und For­men von Ton. Sie arti­ku­liert und ver­wirk­licht über das Medi­um des Rau­mes ver­schie­de­ne Kör­per: Büs­ten, Skulp­tu­ren, Mas­ken, klei­ne Figu­ren und Sockel­köp­fe. „Man ist mit sich selbst im Tun“, weil die Kunst zur per­sön­li­chen Erfül­lung und Ent­wick­lung bei­trägt. Die Wir­kung Rena­te Pir­kers Wer­ke ent­fal­tet sich in unmit­tel­ba­rer Prä­senz und im Vor­wärts­be­we­gen des Arbeits­pro­zes­ses über die Zeit, der sich im Augen­blick nach der Voll­endung der Kör­per kon­zen­triert.

Sie hat ihre Kunst gefun­den

Viel ist in ihrer Ver­gan­gen­heit pas­siert. Nach der Leh­re zur Ein­zel­han­dels­kauf­frau und eini­gen Jah­ren in die­sem Beruf, folg­te eine erfolg­rei­che Aus­bil­dung zur diplo­mier­ten Behin­der­ten­päd­ago­gin und damit eine mehr als zwei Jahr­zehn­te dau­ern­de Arbeit im Sozi­al­be­ruf mit Men­schen. Die Lebens­welt der Künst­le­rin trüb­te sich all­mäh­lich als das Burn­out nach ihr Griff. Eine Zeit, in der Pir­ker mit der Kunst in Dia­log trat und sinn­stif­ten­de Reso­nan­zen erfuhr. „Noch nie habe ich zuvor gebas­telt oder ähn­li­ches getan. Es war erstaun­lich zu sehen, dass ich das kann.“ Die Toch­ter ihres Lebens­ge­fähr­ten brach­te ihr den ers­ten Ton und damit gleich die Gele­gen­heit zum Ent­wer­fen, Model­lie­ren und For­men. Dem Werk­stoff blieb sie seit­dem treu und auch die Distanz zwi­schen ihr und dem Ton ver­liert immer mehr an Distanz, das Zeug­nis dafür sind ihre Kunst­wer­ke.

Wo ihre Kunst ent­steht

In Unter­kärn­ten, in Völ­ker­markt fand die gebür­ti­ge Kla­gen­fur­te­rin gemein­sam mit ihrem Lebens­ge­fähr­ten einen wohl­füh­len­den Ort, wo ihre ein­zig­ar­ti­gen Wer­ke in Ruhe ent­ste­hen kön­nen, zumeist an Nach­mit­ta­gen „Im ers­ten Stock des Hau­ses habe ich alles in mei­nem Ate­lier, was ich für die Kunst­ar­beit brau­che, und im Kel­ler ist der Brenn­ofen. Hier habe ich einen Raum, wo ich alles ver­wirk­li­chen kann.“ Die ers­ten begeis­ter­ten Rück­mel­dun­gen ihrer Freun­de und Bekann­ten lie­ßen nicht lan­ge auf sich war­ten. In Pir­kers Ver­ständ­nis bringt Kunst Men­schen zusam­men, schafft erst Bezie­hun­gen und öff­net Geist- und Gefühls­wel­ten.

Suche nach der Moti­va­ti­on

Wenn sie sich im Ton ver­greift, ver­ge­hen Stun­den, ohne das sie es bemerkt. „Ich fra­ge mich oft, wo die Zeit hin ist. Dann bli­cke ich auf und es ist bereits fins­ter.“ In Pir­ker ertönt in der Regel ein inne­rer Drang, „jetzt muss ich mit dem Ton was machen.“ Wäh­rend sie aus dem Nichts gewis­ser­ma­ßen krea­tiv schöpft, kann sie Abstand vom All­tag neh­men, in eine ande­re Welt ein­tau­chen, „man ist dann schon ein­mal weg.“ Und immer ist da eine gewis­se Auf­re­gung, wenn etwas Neu­es ent­steht. Inspi­ra­ti­on fin­det Pir­ker in ruhi­gen Momen­ten im Wald, an stim­mi­gen Orten, “da wächst dann in mir eine Idee für eine Figur oder ein Pro­jekt.” Manch­mal holt sie sich auch für die Aus­füh­rung von Fein­hei­ten Anlei­tun­gen aus dem Inter­net — sie ist Auto­di­dak­tin.

Aus­stel­lun­gen als Zeug­nis

Die Künst­lern setzt sich hin und macht, und bringt her­vor, in Ruhe und mit Kon­zen­tra­ti­on auf das vor ihr lie­gen­de Ton. „Es pas­siert alles wäh­rend dem Model­lie­ren.“ Es ist also ein reger Fluss, der bei ihr eben her­vor­bringt und in Ton sei­ne Wirk­lich­keit erfährt. Auch braucht es bestän­di­ge Muße, um Büs­ten, Skulp­tu­ren, Mas­ken, Figu­ren und Sockel­köp­fe der­art zu einem Abschluss zu brin­gen. Wie in der Ver­gan­gen­heit, so wer­den eben­so in Zukunft Aus­stel­lun­gen fol­gen, die ihr reges und beson­de­res Schaf­fen in der Bezirks­stadt Völ­ker­markt bezeu­gen.

12.02.2023 15:00 - Update am: 12.02.2023 15:07
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Für Kunst braucht es beson­de­re Muße Renate Pirker erschafft Büsten, Skulpturen, Masken, kleine Figuren und Sockelköpfe.

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