Krammer und Schimion

Auf­ge­wacht. Dia­log zwi­schen Wort und Bild

Bianca Krammer und Melissa Schimion bilden ein neues Duo im Kärntner Kulturkosmos. „KLiCK Kärnten“ lauschte und betrachtete bei ihrer ersten gemeinsamen Veranstaltung „Aufgewacht. Ein Dialog zwischen Wort und Bild“.

Auf­ge­wacht. Dia­log zwi­schen Wort und Bild Bianca Krammer (links) und Melissa Schimion (rechts) sind das neue Duo im Kärntner Kulturkosmos.

© KLiCK Kärnten/Grayer

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Lite­ra­tur und Kunst brau­chen ein­an­der, sind not­wen­dig für­ein­an­der, auch wenn sie in der Regel bloß gegen­über­lie­gen und jeder für sich eine eige­ne Welt bean­sprucht. Kon­tak­te gibt es nur gele­gent­lich. Doch die Autorin Bian­ca Kram­mer und die Künst­le­rin Melis­sa Schi­mi­on führ­ten Lite­ra­tur und Kunst mit Fein­ge­fühl zusam­men, in einem Dia­log zwi­schen Wort und Bild im Euro­pa­haus Kla­gen­furt. Die Gren­zen ver­schwam­men dabei mit der musi­ka­li­schen Unter­ma­lung. Die Kärnt­ner­lie­der einer Zieh­har­mo­ni­ka brach­ten Früh­lings­ge­füh­le mit sich.

Eine viel­ver­spre­chen­de Koope­ra­ti­on

Nach und nach kamen die Gäs­te in den ers­ten Stock des Euro­pa­hau­ses und wur­den bei Sekt­emp­fang durch Bea­trix Erla­cher-Heinzl und Musik stim­mungs­voll begrüßt. Und von den Fens­tern her­ein kamen die Son­nen­strah­len des Früh­lings. „Es riecht nach Früh­ling! Die­se Jah­res­zeit hat für mich immer etwas mit Erwach­sen zu tun. Etwas Gemein­sa­mes kann erblü­hen. In die­sem Sin­ne wer­den wir gemein­sam etwas wagen, etwas Gemein­sa­mes gestal­ten. Weder ich, noch Melis­sa ste­hen im Vor­der­grund, son­dern unse­re Koope­ra­ti­on“, erklär­te Kram­mer. „Ein Dia­log zwi­schen Wort und Bild“, füg­te Schi­mi­on hin­zu. Die Gäs­te wur­den ein­ge­la­den, in sich zu gehen, ruhi­ger zu wer­den, und auch den Früh­ling nicht nur zu den­ken, son­dern auch zu füh­len und sich durch Tex­te, Bil­der und Musik inspi­rie­ren zu las­sen.

Wort und Bild bedin­gen

Die bei­den sind wäh­rend ihrem Tun auf eine Erkennt­nis gesto­ßen, die auf eine frucht­ba­re Wech­sel­sei­tig­keit Bezug und erschaf­fen­de Abhän­gig­kei­ten in den Blick nimmt. „Unser Grund­ge­dan­ke ist, dass das Wort ohne das Bild und das Bild ohne das Wort nicht aus­kommt”, erin­nert sich Kram­mer. Das war die pas­sen­de Ergän­zung: Kram­mer wur­de von der Künst­le­rin für poe­ti­sche Zei­len inspi­riert und Schi­mi­on gelang­te durch die Poe­sie wie­der­um zu neu­en Bild­nis­sen. Vier klei­ne­re Wer­ke waren an Kram­mers Kurz­ge­dich­te ange­lehnt und für die Gäs­te auf der Büh­ne zu sehen. Wäh­rend sich Schi­mi­on durch Far­ben arti­ku­liert, ord­net Kram­mer Zei­chen zu Tex­ten. Zusam­men ent­stand ein Dickicht aus Kul­tur.

Gedich­te und die Bil­der wecken auf

Mit viel Gefühl und das bei abso­lu­ter Stil­le wur­den die Dicht­kunst vor­ge­tra­gen. Dar­an schlos­sen sich die ein­ge­hen­den Beschrei­bun­gen und Erläu­te­run­gen der Künst­le­rin zum jewei­li­gen Bild. Damit beka­men die Gäs­te einen Ein­blick, wie ein Kunst­werk über­haupt ent­steht und wie es sei­ne Deu­tung erfährt: Jeder Wort­strang Kram­mers spie­gelt sich in den Bil­dern der Künst­le­rin wider. Und durch die tie­fen Beschrei­bun­gen ihrer Bil­der schließt Schi­mi­on den Kreis wie­der mit Kram­mer: Bei­de schaff­ten es, mit ihrer je unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ve, geprägt durch Lite­ra­tur und Kunst, Gemein­sa­mes zu ermög­li­chen und das Publi­kum für sich zu begeis­tern.

Ein gelun­ge­ner Früh­lings­start

Sei­nen Aus­klang fand der „Dia­log zwi­schen Wort und Bild“ bei einem gemein­sa­men Speis und Trank, wo sich die Gäs­te unter­ein­an­der, aber auch mit Kram­mer und Schi­mi­on wei­ter aus­tausch­ten, über die Gedich­te und die Bil­der dis­ku­tier­ten und dabei eben­so ihren eige­nen Per­spek­ti­ven auf die Kunst­wer­ke Ver­trau­en schenk­ten. Vie­le nah­men Ein­drü­cke, Wör­ter, Bil­der und vor allem eine schö­ne Erin­ne­rung an eine wun­der­ba­re Ver­an­stal­tung mit. Und als die Gäs­te sich ver­ab­schie­de­ten, rich­te­ten eini­ge noch­mals den Blick in Rich­tung der Fens­ter des Euro­pa­hau­ses zurück, wor­aus die letz­ten Töne des Akkor­de­ons erklan­gen, die sich mit dem Duft des nas­sen Asphalts misch­ten, der von dem begin­nen­den Früh­lings­re­gen bedeckt wur­de.

Bian­ca Kram­mer

„KLiCK Kärn­ten“ hat die Autorin bereits vor eini­ger Zeit zum Gespräch ein­ge­la­den. Das Gespräch ist online nach­zu­le­sen. Übri­gens: Es wird noch wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen mit der Künst­le­rin Melis­sa Schi­mi­on geben.

Melis­sa Schi­mi­on

Melis­sa Schi­mi­on hat bereits von Kin­des­bei­nen an in der Kunst eine Inspi­ra­ti­on gefun­den. Ihre Mut­ter hat ihr immer wie­der Stift und Papier hin­ge­legt, und so begann es. „Die Kunst bewegt mich und die Gedan­ken und Gefüh­le, die mich beim Malen beglei­ten, kann ich so am bes­ten zum Aus­druck brin­gen.” Und auch als Kind hat sie abs­trakt gemalt, für sie ist das Rea­lis­ti­sche nicht das, was sie aus­macht, son­dern ihren Gedan­ken und Gefüh­len frei­en Lauf zu las­sen, das ist es. Der Expres­sio­nis­mus setzt hier an: Schi­mi­on gibt sich der abs­trak­ten Male­rei hin, die­ses nicht spe­zi­fi­sche, mit den Far­ben, For­men und der Ein­fach­heit zu spie­len. Ihre Inspi­ra­ti­on liegt in bestimm­ten The­men, die sie berüh­ren oder es sind bestimm­te Wor­te und Erin­ne­run­gen. Auf den Aus­druck der inne­ren Welt kommt es bei ihrem Schaf­fen an.

12.03.2023 16:00 - Update am: 12.03.2023 18:51
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Auf­ge­wacht. Dia­log zwi­schen Wort und Bild Bianca Krammer (links) und Melissa Schimion (rechts) sind das neue Duo im Kärntner Kulturkosmos.

© KLiCK Kärnten/Grayer