Gendermedizin
Modellregion Kärnten lädt zum zweiten Gender-Day
Am Montag (13. März) wird zum 2. Gender-Day in die FH Kärnten geladen und sich der Gendermedizin gewidmet. Dazu gibt es Vorträge, Referate und Workshops.
© LPD Kärnten/Helge Bauer
Seit 2021 ist Kärnten Modellregion für Gendermedizin. Gesundheitsreferentin Beate Prettner hat bereits 2017 einen Antrag eingebracht, die Gendermedizin verpflichtend in der Ärzte-Ausbildung zu verankern. „Passiert ist nichts. Deshalb hat Kärnten 2021 die Initiative ergriffen und ist Modellregion für Gendermedizin geworden“, sagt sie. „Krankheiten sind nicht geschlechtsneutral: Frauen und Männer haben unterschiedliche Krankheitssymptome, der Krankheitsverlauf ist anders, auch Medikamente wirken unterschiedlich. Genau diesen Umständen nimmt sich die Gendermedizin an. Und das ist gut, wichtig und es kann auch lebensnotwendig sein.“ Am Anfang wurde die Modellregion Gendermedizin belächelt, doch hat sich das Bewusstsein verändert.
Wichtigkeit der Gendermedizin
Das zeigt sich daran, dass es Initiativen und Bestrebungen gibt, auf diesen Aspekt der Medizin aufmerksam zu machen. „Gendermedizin darf keine Randwissenschaft bleiben. Auch die Bevölkerung sollte möglichst viele Informationen erhalten“, ist Prettner überzeugt. Als Beispiel nennt sie den Herzinfarkt: „Erleiden Frauen einen Herzinfarkt, zeigen sie meist andere und oft weniger dramatische Symptome. Der stechende Brustschmerz, der in den linken Arm ausstrahlt, bleibt bei Frauen oft aus. Stattdessen klagen sie häufig über Übelkeit, ein Symptom, das auch Ärzte nicht gleich mit einem Herzinfarkt in Verbindung bringen. Während Männer umgehend richtig behandelt werden, verstreicht bei Frauen wertvolle Zeit — sie sollten sich ausruhen, Traubenzucker zu sich nehmen oder die Beine hochlagern.“
Großes Gesundheits-Programm
Das Maßnahmenpaket fußt auf drei Säulen: Zum einen auf der Ausbildungsschiene für Ärzte und für Pflegeberufe. Zum anderen auf der Fort- und Weiterbildung. Drittens auf der Sensibilisierung der Bevölkerung. „Am Montag laden wir zum Gender-Day in der FH Kärnten ein. Den ganzen Tag werden sich Studierende mit Fachexperten und Wissenschaftlern mit diesem Thema auseinandersetzen“, informiert Prettner. Unter anderem konnten mit Miriam Hufgard-Leitner und Margarete Hochleitner Top-Gendermedizinerinnen gewonnen werden. „Mit diesem Gender-Day zielen wir auf die Ausbildung im Bereich der Pflegeberufe ab. Rund 170 Studierende werden teilnehmen. Am Programm stehen Vorträge, Referate und Workshops.“
Diplomausbildung “gender medicine”
Wie Prettner erklärt, wolle man als Modellregion jedes Jahr fünf Kärntner Ärzten die Diplomausbildung „Gender medicine“ finanzieren. „Im Gegenzug sollten uns die Absolventen als Vortagende und Multiplikatoren zur Verfügung stehen.“ Parallel dazu wird — in Kooperation mit der Ärztekammer und organisiert und finanziert vom Gesundheitsfonds — eine Fortbildungsreihe für Mediziner umgesetzt. Begonnen wurde damit bereits 2021. Die dritte Säule, die Sensibilisierung der Bevölkerung, wird vom Gesundheitsfonds durchgeführt: In den gesunden Gemeinden (123 von 132 Kärntner Kommunen) gibt es Vorträge, Seminare, Veranstaltungsreihen. Geplant ist zusätzlich eine internationale Konferenz.
