Historisches Klagenfurt

Alter Neu­er Platz 14

Ein Rückblick in die Vergangenheit. Dort, wo bereits Baugeräte Aufstellung nehmen, um das Sparkassengebäude umzubauen, gingen im 16. Jahrhundert die Kärntner Landeshauptmänner ein und aus. Eine "Klick Kärnten"-Zeitreise.

Alter Neu­er Platz 14 Klagenfurt im Bereich des Neuen Platzes und Benediktinerplatzes im Jahr 1688.

© Kärntner Sparkasse

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Der Haupt­sitz der Kärnt­ner Spar­kas­se am Neu­en Platz 14 in Kla­gen­furt erhält eine Total­sa­nie­rung. Im April beginnt ein umfas­sen­der Umbau, der das geschichts­träch­ti­ge Gebäu­de aus dem 15. Jahr­hun­dert auf den neus­ten Stand brin­gen soll.

Umbau und Moder­ni­sie­rung

Rund 35 Mil­lio­nen Euro wird die Kärnt­ner Spar­kas­se inves­tie­ren. Die bestehen­de Fas­sa­de soll erhal­ten wer­den, das Inne­re des Gebäu­des soll zeit­los und modern gestal­tet wer­den: groß­zü­gi­ge Bera­tungs­flä­chen, ein Finan­cial Life Park für inter­ak­ti­ve Finanz­bil­dung, Gas­tro­no­mie- und Ver­an­stal­tungs­be­rei­che wer­den durch moderns­te Arbeits­be­rei­che für die Mit­ar­bei­ten­den ergänzt.

Kla­gen­furt vor 500 Jah­ren

In sei­ner jahr­hun­der­te­lan­gen Geschich­te hat die­ses Haus am Neu­en Platz eini­ges erlebt. Im Jahr 1523, also vor genau 500 Jah­ren, noch bevor an die­ser Stel­le Gebäu­de stan­den, befand sich hier eine Aus­fall­stra­ße, die aus der Stadt hin­aus­führ­te. Kla­gen­furt, ein bis dato unbe­deu­ten­des klei­nes Städt­chen, wur­de eben erst (1514) von einer Brand­ka­ta­stro­phe in Schutt und Asche gelegt.

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Rekon­stru­ier­tes Stadt­bild von Kla­gen­furt. Ein­ge­zeich­net ist der Ver­lauf der alten Fern­stra­ße. Das Haus der Kärnt­ner Spar­kas­se ist mit sei­nem heu­ti­gen Grund­riss ein­ge­zeich­net.
© Kärnt­ner Spar­kas­se

Wie­der­auf­bau nach Brand­ka­ta­stro­phe

Im Zuge des Wie­der­auf­baus wur­de der Lend­ka­nal aus­ge­ho­ben, um die Stadt mit dem Wör­ther­see zu ver­bin­den und den neu geschaf­fe­nen Stadt­gra­ben – der sie­ben Meter tief und zwi­schen 34 und 38 Meter breit war – mit Was­ser zu ver­sor­gen. Das beim Aus­hub gewon­ne­ne Mate­ri­al dien­te zur Auf­schüt­tung des Stadt­wal­les.

Ab 1527 ent­stand eine aus­ge­klü­gel­te, auf dem Reiß­brett ent­wor­fe­ne Befes­ti­gungs- und Stadt­an­la­ge. Die Stadt­be­fes­ti­gung hat­te die Form eines regel­mä­ßi­gen Rhom­bus mit einer Sei­ten­län­ge von etwa 700 m.

Erneu­ter Zer­fall

An der Adres­se Neu­er Platz 14 wur­den vier Häu­ser gebaut, die zuerst als Bür­ger­häu­ser und Mei­er­hö­fe — in denen die ade­li­gen Ver­wal­ter (=Mei­er) von umlie­gen­den Land­wirt­schaf­ten leb­ten —  genutzt wur­den. Spä­ter waren hier eine Gast­wirt­schaft und Läden unter­ge­bracht. Ende des 16. Jahr­hun­derts erwähnt die Kla­gen­fur­ter Chro­nik wei­te­re Stadt­brän­de, denen die­se Häu­ser an der besag­ten Adres­se zum Opfer fie­len.

Sitz der Lan­des­haupt­män­ner

Der Neue Platz befand sich damals am Stadt­rand von Kla­gen­furt. Am Grund­stück mit der Haus­num­mer 14 bau­te man ein nach allen Sei­ten frei­ste­hen­des, zwei­ge­scho­ßi­ges, vier­flü­ge­li­ges Haus. Wer bewohn­te die­sen reprä­sen­ta­ti­ven Bau? Chris­toph David Urschenpeck. Er war von 1610 bis 1636 Lan­des­haupt­mann von Kärn­ten. Nach sei­nem Tod gin­gen der Titel des Lan­des­haupt­man­nes und auch das besag­te Gebäu­de an sei­nen Nach­fol­ger Georg Sig­mund Gra­fen Para­dei­ser über. Und von die­sem wie­der­um an den nächs­ten: Georg And­re Frei­herr (Graf) von Kron­egg. Des­sen Schwie­ger­sohn Franz Lud­wig Gra­fen von Thurn, ließ, in der Hoff­nung dass er das Haus erben wür­de, zwi­schen 1660 und 1680 Umbau­ar­bei­ten vor­neh­men: auf die zwei Gescho­ße wur­de ein Halb­stock auf­ge­mau­ert und dar­über lag ein gewöhn­li­ches Walm­dach auf. Das Tor auf der Platz­sei­te rück­te in die Mit­te.

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Der Neue Platz in Kla­gen­furt anläss­lich der Erb­hul­di­gung Kai­ser Leo­polds I. im Jahr 1660.
© Kärnt­ner Spar­kas­se

Ein neu­er­li­cher Stadt­brand im Jahr 1723 dürf­te die Haus­ei­gen­tü­mer in den Ruin getrie­ben haben. Nach 75-jäh­ri­gem Fami­li­en­be­sitz kam es zum Ver­kauf des Gebäu­des.

Han­dels­haus mit Schwei­ne­stall

Anfang des 18. Jahr­hun­derts war Anton Valen­tin Edler von Schlu­ga Haus­be­sit­zer: ein Ade­li­ger  im Flei­scher- und Händ­ler­ge­wer­be. Das Haus am Neu­en Platz 14 wur­de zum „Schlug­aschen Haus“. Im ers­ten Stock des Gebäu­des wur­den 30 Wohn- und Wirt­schafts­räu­me genutzt, dar­un­ter auch zwei Küchen, wobei in einer ein gemau­er­ter Zier­brun­nen stand. Für Fleisch- und Gemü­se­vor­rä­te gab es eige­ne Gewöl­be. Im Haus befand sich wei­ters ein Stall für zwei Zug­pfer­de und drei Schwei­ne. Die Schwei­ne ver­rin­ger­ten das Pro­blem der Küchen­ab­fäl­le in der Zeit vor der Kana­li­sa­ti­on. Neben dem Stall gab es eine eige­ne Kam­mer für Reit­zu­be­hör und Bewaff­nung. Süd­lich an das Haus schlo­ße ein Haus­gar­ten an, der knapp 250 Qua­drat­me­ter umfass­te. Im Kel­ler wur­den ita­lie­ni­scher Wein und Most, in den Gewöl­ben und unter dem Dach wur­de Getrei­de gela­gert. Im Bedarfs­fall konn­te das “Schlug­asche Haus” durch­aus eine Zeit lang aut­ark geführt wer­den.

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Das tra­pez­för­mi­ge Stadt­haus der Schlu­ga mit süd­lich ange­leg­tem Gar­ten.
© Kärnt­ner Spar­kas­se

Sal­ni­ter­grä­ber

Seit dem Ein­zug der Adels­fa­mi­lie Schlu­ga im Jahr 1723 wur­den kei­ne nen­nens­wer­ten Umbau­ten mehr vor­ge­nom­men, das Haus ver­lor an Glanz. Maria The­re­sia erließ zu die­ser Zeit im “Codex Aus­tria­cus”, dass eigens befug­te Sal­ni­ter­grä­ber in “ein­ge­fal­le­nen Schlös­sern” sowie in allen Scheu­nen, Schup­fen und Mei­er­hö­fen nach “Sal­ni­ter­erde” (=Sal­pe­ter) gra­ben soll­ten. Den benö­tig­te der Staat für die Erzeu­gung von Schieß­pul­ver. So wur­de auch im Kel­ler des „Schlug­aschen Haus“ am Neu­en Platz gegra­ben. Nach dem Tod des Soh­nes Franz Xaver von Schlu­ga folg­ten schnel­le­re Besit­zer­wech­sel. Bald aber soll­te dem Haus neu­er Glanz zukom­men.

Fort­set­zung folgt…

Wie aus dem Alt­stadt­haus am Neu­en Platz 14 ein moder­nes Palais wur­de lesen Sie in der nächs­ten Fol­ge unse­rer „Klick Kärnten“-Zeitreise.

21.03.2023 09:58
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Alter Neu­er Platz 14 Klagenfurt im Bereich des Neuen Platzes und Benediktinerplatzes im Jahr 1688.

© Kärntner Sparkasse