Historisches Klagenfurt
Ein Gebäude wächst in die Zukunft
Vierter und letzter Teil der "Klick Kärnten"-Zeitreise, die die Geschichte eines denkmalgeschützten Hauses beleuchtet, das vor tiefgreifenden, baulichen Veränderungen steht.
Die “Kärntner Sparkasse” baut ihr Hauptgebäude am Neuen Platz 14 um. Es steht unter Denkmalschutz und erzählt eine abwechslungsreiche Geschichte. Seit dem 15. Jahrhundert wohnten hier Bürger, ordinierten Ärzte, es waltete der Landeshauptmann seines Amtes. In diesem Haus wurde gewirtschaftet, gehandelt und auch die Post bot ihre Dienste an.
1950er Jahre: Plastik und Neonlichter
Während des Zweiten Weltkrieges blieb das Gebäude von Schäden verschont. Die “Kärntner Sparkasse”, die damals bereits Eigentümer des Gebäudes war, hat sich nach dem Kriegsende gut erholt. Der erste große Umbau wurde in den 1950er Jahren in Angriff genommen: Neugestaltung des Erdgeschoßes mit rechteckigen Fenstern und Steinverkleidung, neue Fassade für das Obergeschoß, neuer Büro- und Kassensaal und steinverkleideter Stiegenaufgang. Typisch für diese Zeit war der Einsatz von Plastik und Neonlichtern. An der Außenfassade strahlte der Schriftzug der “Kärntner Sparkasse” bis zum Rathaus hin.

1960er Jahre: wirtschaftlicher Aufschwung
Der Platz wurde schnell knapp und Mitte der 1960er Jahre wurden die Räume der Bank durch eine Aufstockung des Gebäudes erweitert. Damit erhöhte sich die Gesamtfläche der Räume der “Kärntner Sparkasse” von 875 auf 2880 Quadratmeter.

Trotzdem musste die Sparkasse bald zusätzliche Räume in einem benachbarten Gebäude am Benediktinerplatz anmieten. Es wurde unumgänglich, die bisher bestehenden Mietverträge zu lösen: Anfang der 1980er Jahre zogen daher das Postverkehrsbüro, der HNO-Facharzt Dr. Altrichter, die Witwe des Zahnarztes Prim. Dr. Richter, sowie die Firma Plach aus.
1980er Jahre: erneuter Um- und Ausbau
Ein Dachgeschoß wurde aufgesetzt. Die Fassade bekam einen hellrosa Farbton. Und architektonisch bemerkenswert waren ein „Kommunikationszentrum“ im Südtrakt des ersten Stockes mit „gemütlicher Kaffeehausatmosphäre“ und eine Galerie für künftige Kunstausstellungen. Damit wurden Pläne des Architekten Rudolf Nitsch verwirklicht. Nur eineinhalb Jahre nach der Fertigstellung, ab Mai 1988, war wieder der Lärm von Baumaschinen zu hören. Am auffälligsten war danach im Außenbereich ein neues Eckportal zum Benediktinerplatz hin. Im Foyer wurde erstmals eine “Selbstbedienungszone” eingerichtet mit Kontoauszugsdrucker und Geldausgabeautomat. Ein Hauch von Klassizismus blieb mit den Sockeln an der Südfassade erhalten.
2000er Jahre: Bankgeschäfte als „Individualerlebnis“
Weniger Verwaltung, mehr Beratung und Verkauf — veränderte Ansprüche in der Kundenbetreuung gaben den Anstoß zu einer weiteren Neugestaltung in Bezug auf räumliche und personelle Kapazitäten. Im Jänner 2004 wurden neuerliche Umbauarbeiten abgeschlossen.

Fit für die Zukunft
Das Gebäude der Kärntner Sparkasse steht nun vor dem größten Umbau der vergangenen 150 Jahre. Behutsam zu sanieren, lautet das Ziel. “Neben einer modernen Bankfiliale wird unser künftiges Hauptgebäude ein Ort der Begegnung für alle Menschen und das gesellschaftliche Leben in Klagenfurt sein“, sagt Ulrike Resei, Vorstandsdirektorin Kärntner Sparkasse.
Die verantwortlichen Architekten für den aktuellen Umbau sind Certov und “Winkler+Ruck” – eine ARGE zweier Architekturbüros. Zuletzt haben sie in Kärnten das Landesmuseum Rudolfinum und die mobile Ausstellung für “CARINTHIja2020“ realisiert.
Die Umbauphase wird rund zwei Jahre benötigen und soll Ende 2024 abgeschlossen sein. Die einzelnen Geschäftsbereiche sind währenddessen in Ausweichräumlichkeiten untergebracht. Für schnelle Erledigungen steht am Standort Neuer Platz 14 eine Selbstbedienungszone zur Verfügung.
Die ersten drei Teile der Zeitreise:
Teil 1 — Alter Neuer Platz 14
Teil 2 — Ein Gebäude erzählt Geschichte
Teil 3 — Post, Polizei, Bank — die Geschichte eines Hauses