Historisches Klagenfurt

Ein Gebäu­de wächst in die Zukunft

Vierter und letzter Teil der "Klick Kärnten"-Zeitreise, die die Geschichte eines denkmalgeschützten Hauses beleuchtet, das vor tiefgreifenden, baulichen Veränderungen steht.

Ein Gebäu­de wächst in die Zukunft Das Sparkassengebäude am Neuen Platz 14 im Jahr 2023 vor dem Umbau.

© Kärntner Sparkasse

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Die “Kärnt­ner Spar­kas­se” baut ihr Haupt­ge­bäu­de am Neu­en Platz 14 um. Es steht unter Denk­mal­schutz und erzählt eine abwechs­lungs­rei­che Geschich­te. Seit dem 15. Jahr­hun­dert wohn­ten hier Bür­ger, ordi­nier­ten Ärz­te, es wal­te­te der Lan­des­haupt­mann sei­nes Amtes. In die­sem Haus wur­de gewirt­schaf­tet, gehan­delt und auch die Post bot ihre Diens­te an.

1950er Jah­re: Plas­tik und Neon­lich­ter

Wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges blieb das Gebäu­de von Schä­den ver­schont. Die “Kärnt­ner Spar­kas­se”, die damals bereits Eigen­tü­mer des Gebäu­des war, hat sich nach dem Kriegs­en­de gut erholt. Der ers­te gro­ße Umbau wur­de in den 1950er Jah­ren in Angriff genom­men:  Neu­ge­stal­tung des Erd­ge­scho­ßes mit recht­ecki­gen Fens­tern und Stein­ver­klei­dung, neue Fas­sa­de für das Ober­ge­schoß, neu­er Büro- und Kas­sen­saal und stein­ver­klei­de­ter Stie­gen­auf­gang. Typisch für die­se Zeit war der Ein­satz von Plas­tik und Neon­lich­tern. An der Außen­fas­sa­de strahl­te der Schrift­zug der “Kärnt­ner Spar­kas­se” bis zum Rat­haus hin.

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Nach dem Umbau in den 1950er Jah­ren waren die Fens­ter recht­eckig, der Haupt­ein­gang grö­ßer und die Fas­sa­de neu gestal­tet.
© Kärnt­ner Spar­kas­se

1960er Jah­re: wirt­schaft­li­cher Auf­schwung

Der Platz wur­de schnell knapp und Mit­te der 1960er Jah­re wur­den die Räu­me der Bank durch eine Auf­sto­ckung des Gebäu­des erwei­tert. Damit erhöh­te sich die Gesamt­flä­che der Räu­me der “Kärnt­ner Spar­kas­se” von 875 auf 2880 Qua­drat­me­ter.

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Die Fas­sa­de des Hau­ses Neu­er Platz 14 nach der Auf­sto­ckung 1967.
© Kärnt­ner Spar­kas­se

Trotz­dem muss­te die Spar­kas­se bald zusätz­li­che Räu­me in einem benach­bar­ten Gebäu­de am Bene­dik­ti­ner­platz anmie­ten. Es wur­de unum­gäng­lich, die bis­her bestehen­den Miet­ver­trä­ge zu lösen: Anfang der 1980er Jah­re zogen daher das Post­ver­kehrs­bü­ro, der HNO-Fach­arzt Dr. Alt­rich­ter, die Wit­we des Zahn­arz­tes Prim. Dr. Rich­ter, sowie die Fir­ma Plach aus.

1980er Jah­re: erneu­ter Um- und Aus­bau

Ein Dach­ge­schoß wur­de auf­ge­setzt. Die Fas­sa­de bekam einen hell­ro­sa Farb­ton. Und archi­tek­to­nisch bemer­kens­wert waren ein „Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­trum“ im Süd­trakt des ers­ten Sto­ckes mit „gemüt­li­cher Kaf­fee­haus­at­mo­sphä­re“ und eine Gale­rie für künf­ti­ge Kunst­aus­stel­lun­gen. Damit wur­den Plä­ne des Archi­tek­ten Rudolf Nit­sch ver­wirk­licht. Nur ein­ein­halb Jah­re nach der Fer­tig­stel­lung, ab Mai 1988, war wie­der der Lärm von Bau­ma­schi­nen zu hören. Am auf­fäl­ligs­ten war danach im Außen­be­reich ein neu­es Eck­por­tal zum Bene­dik­ti­ner­platz hin. Im Foy­er wur­de erst­mals eine “Selbst­be­die­nungs­zo­ne” ein­ge­rich­tet mit Kon­to­aus­zugs­dru­cker und Geld­aus­ga­be­au­to­mat. Ein Hauch von Klas­si­zis­mus blieb mit den Sockeln an der Süd­fas­sa­de erhal­ten.

2000er Jah­re: Bank­ge­schäf­te als „Indi­vi­dual­erleb­nis“

Weni­ger Ver­wal­tung, mehr Bera­tung und Ver­kauf — ver­än­der­te Ansprü­che in der Kun­den­be­treu­ung gaben den Anstoß zu einer wei­te­ren Neu­ge­stal­tung in Bezug auf räum­li­che und per­so­nel­le Kapa­zi­tä­ten. Im Jän­ner 2004 wur­den neu­er­li­che Umbau­ar­bei­ten abge­schlos­sen.

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Das Spar­kas­sen­ge­bäu­de mit dem auf­ge­setz­ten Dach­ge­schoß und den Dach­er­kern, wie es heu­te am Neu­en Platz 14 steht.
© Kärnt­ner Spar­kas­se

Fit für die Zukunft

Das Gebäu­de der Kärnt­ner Spar­kas­se steht nun vor dem größ­ten Umbau der ver­gan­ge­nen 150 Jah­re. Behut­sam zu sanie­ren, lau­tet das Ziel. “Neben einer moder­nen Bank­fi­lia­le wird unser künf­ti­ges Haupt­ge­bäu­de ein Ort der Begeg­nung für alle Men­schen und das gesell­schaft­li­che Leben in Kla­gen­furt sein“, sagt Ulri­ke Res­ei, Vor­stands­di­rek­to­rin Kärnt­ner Spar­kas­se.

Die ver­ant­wort­li­chen Archi­tek­ten für den aktu­el­len Umbau sind Cer­tov und “Winkler+Ruck” – eine ARGE zwei­er Archi­tek­tur­bü­ros. Zuletzt haben sie in Kärn­ten das Lan­des­mu­se­um Rudol­finum und die mobi­le Aus­stel­lung für “CARINTHIja2020“ rea­li­siert.

Die Umbau­pha­se wird rund zwei Jah­re benö­ti­gen und soll Ende 2024 abge­schlos­sen sein. Die ein­zel­nen Geschäfts­be­rei­che sind wäh­rend­des­sen in Aus­weich­räum­lich­kei­ten unter­ge­bracht. Für schnel­le Erle­di­gun­gen steht am Stand­ort Neu­er Platz 14 eine Selbst­be­die­nungs­zo­ne zur Ver­fü­gung.

11.04.2023 12:00
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Ein Gebäu­de wächst in die Zukunft Das Sparkassengebäude am Neuen Platz 14 im Jahr 2023 vor dem Umbau.

© Kärntner Sparkasse