28. Juni bis 2. Juli 2023

Das wird der 47. Bach­mann-Preis in Kla­gen­furt

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt wird der Bachmann-Preis verliehen. Er ist einer der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschen Raum. "KLiCK Kärnten" hat sich die diesjährigen Tage genauer angesehen.

Das wird der 47. Bach­mann-Preis in Kla­gen­furt Christine Lavant, Ingeborg Bachmann und Robert Musil: Sie sind nach wie vor das Aushängeschild Kärntens.

© Dieter Resei/Werbeagentur Zeitpunkt

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In einem ihrer Gedich­te heißt es: “Nichts Schö­ne­res unter der Son­ne als unter der Son­ne zu sein. Ohne die Son­ne nimmt auch die Kunst wie­der den Schlei­er.” Heu­er ist es bereits der 50. Todes­tag der Kärnt­ner Schrift­stel­le­rin. Mit Inge­borg Bach­mann ver­lor die öster­rei­chi­sche Lite­ra­tur im Jahr 1973 eine ihrer gewal­tigs­ten Stim­men der deutsch­spra­chi­gen Lyrik und Pro­sa. Eigent­lich muss man es dras­ti­scher for­mu­lie­ren, der deutsch­spra­chi­ge und inter­na­tio­na­le Raum ver­lor mit ihr eine gro­ße, unver­gleich­li­che weib­li­che Schrift­stel­le­rin, ein außer­or­dent­li­ches Vor­bild. Heu­te (25. Juni 2023) wür­de Bach­mann ihren 97. Geburts­tag fei­ern.

Ein Som­mer wie damals

ORF-Lan­des­di­rek­to­rin Karin Bern­hard sag­te bei der Prä­sen­ta­ti­ons­kon­fe­renz, dass die Tage der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur (TddL) wie­der zu einem Ereig­nis wer­den wür­den: “Ein Som­mer wie damals, könn­te man sagen, wenn wir auf die letz­ten drei Jah­re mit den coro­nabe­ding­ten Ein­schrän­kun­gen zurück­bli­cken”. Ein Som­mer braucht auch jenes Gefühl wie es etwa das Gedicht “Der Juni” von Erich Käst­ner zu bewir­ken ver­mag: Wär­me, Berüh­run­gen, Gesprä­che über Gemein­sa­mes und Tren­nen­des, und gemein­sam anzu­stel­len­de Beob­ach­tun­gen.

Lesun­gen im Gar­ten und Thea­ter des Funk­hau­ses

Wäh­rend Son­nen­schein und war­men Tem­pe­ra­tu­ren für die Gäs­te im Gar­ten wer­den also 12 (und nicht wie immer 14!) Autorin­nen und Autoren aus Öster­reich, Deutsch­land und der Schweiz ihre Tex­te am Tisch im ORF-Thea­ter des Funk­hau­ses in der Spon­hei­mer­stra­ße zurecht­rü­cken, hin und wie­der einen Schluck Was­ser neh­men und vor­tra­gen, was sie vor­zu­tra­gen haben oder gleich ihren Text hal­tend in der Hand vor­le­sen. Egal wie — die Augen der sie­ben­köp­fi­gen Jury und vie­ler Lite­ra­tur­fans vor Ort im Thea­ter, im Gar­ten und auch hin­ter den TV-Bild­schir­men im deut­schen Raum sind auf sie gerich­tet.

Autoren aus dem deut­schen Raum

Um als Autor oder Autorin teil­neh­men zu kön­nen, ist es not­wen­dig, sich mit einem unver­öf­fent­lich­ten, deutsch­spra­chi­gen Pro­sa­text mit einer maxi­ma­len Lese­dau­er von 25 Minu­ten an ein Jury­mit­glied oder an meh­re­re Jury­mit­glie­der zu wen­den. Zusätz­lich ist es not­wen­dig, von einem Ver­lag oder einer Lite­ra­tur­zeit­schrift emp­foh­len zu wer­den. Jedes Jury­mit­glied wählt dann zwei Bewer­ber aus, die nach Kla­gen­furt gela­den wer­den: Yev­ge­niy Brey­ger, Anna Feln­ho­fer, Anna Gien, Vale­ria Gor­deev, Sophie Klie­ei­sen, Lau­ra Leu­pi, Jac­in­ta Nan­di, Mar­tin Pie­kar, Jay­ro­me C. Robi­net, Andre­as Stich­mann, Deniz Utlu und Mario Wurm­it­zer — das sind die dies­jäh­ri­gen Teil­neh­mer.

Heu­er nur 12 Autoren

Am 21. Juni infor­mier­te das Orga­ni­sa­ti­ons­bü­ro dar­über, dass Hele­na Adler und Robert Pros­ser, bei­de aus Öster­reich, ein­ge­la­den von Klaus Kast­ber­ger und Bri­git­te Schwens-Har­rant, nicht teil­neh­men kön­nen. Wäh­rend sich Adler einer medi­zi­ni­schen Behand­lung unter­zie­hen müs­se, gab Pos­ser bekannt, dass er aus per­sön­li­chen Grün­den nicht nach Kla­gen­furt anrei­sen kön­ne. Ein Blick in die Sta­tu­ten des Bach­mann-Prei­ses stellt klar, dass eine Teil­nah­me mit einer per­sön­li­chen Anwe­sen­heit ver­bun­den ist.

Alles beginnt am 28. Juni

Am Abend (28. Juni) fin­det die Eröff­nung der Tage der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur statt, dann wird eben­so die Rei­hen­fol­ge der Lesun­gen aus­ge­lost. Auch wird die Bach­mann-Preis­trä­ge­rin aus dem Jahr 2018, Tan­ja Mal­jart­schuk, unter dem Titel “Hier ist immer Gewalt. Hier ist immer Kampf” die 24. Kla­gen­fur­ter Rede zur Lite­ra­tur hal­ten.

Vil­la­cher mode­riert die TddL

Peter Fäss­la­cher, gebür­tig aus Vil­lach, mode­riert heu­er erst­mals die Tage der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur. Er löst damit Chris­ti­an Ankowitsch nach ins­ge­samt zehn Jah­ren ab. In den Pau­sen mode­riert zudem Céci­le Schort­mann und führt Gesprä­che im Gar­ten des ORF-Funk­hau­ses.

Lesung und anschlie­ßen­de Dis­kus­si­on

Am 29. Juni beginnt es dann mit den Lesun­gen. Der Rei­he nach betre­ten die Autoren und Autorin­nen bis ein­schließ­lich 1. Juli die Lese­büh­ne und tra­gen ihren ein­ge­reich­ten Text vor. Gleich im Anschluss an jede Lesung wird der Text von der Jury inten­siv dis­ku­tiert. Nach jeder Lesung wer­den die jewei­li­gen Tex­te auch gleich online ver­öf­fent­licht und zur per­sön­li­chen Lek­tü­re zur Ver­fü­gung gestellt.

Preis­ver­lei­hung am 2. Juli

Die TddL enden heu­er am 2. Juli mit der Preis­ver­lei­hung, bei der aber nicht nur der renom­mier­te Bach­mann-Preis ver­ge­ben wird. Es gibt näm­lich ins­ge­samt fünf Lite­ra­tur-Prei­se, dar­un­ter unter ande­rem der BKS Bank-Publi­kums­preis, wel­cher mit 7.000 Euro dotiert und mit einem Stadt­schrei­ber­sti­pen­di­um ver­bun­den ist. Wie der Name schon sagt, stim­men die Zuschau­er via eines Online-Votings über die­sen Preis ab: Am 1. Juli, zwi­schen 15 und 20 Uhr, kann online abge­stimmt wer­den.

Online-Tipp: Wie man live dabei sein kann

Fünf Prei­se

  • Inge­borg-Bach­mann-Preis (25.000 Euro)
  • Deutsch­land­funk-Preis (12.500 Euro)
  • KELAG-Preis (10.000 Euro)
  • 3sat-Preis (7.500 Euro)
  • BKS Bank-Publi­kums­preis (7.000 Euro)

Die Jury 2023

Die Jury dis­ku­tiert auch heu­er wie­der unter dem Vor­sitz von Insa Wil­ke. Die Frank­fur­te­rin über­nahm 2021 den Vor­sitz von Hubert Win­kels und ist unter ande­rem als Lite­ra­tur­kri­ti­ke­rin tätig.

Die Ber­li­ne­rin Mara Deli­us, Lite­ra­tur­kri­ti­ke­rin, sitzt seit 2020 in der Jury.

Mit Klaus Kast­ber­ger, der heu­er den Öster­rei­chi­schen Staats­preis für Lite­ra­tur­kri­tik erhielt, als Lei­ter des Lite­ra­tur­hau­ses Graz bekannt sowie als Lite­ra­tur­kri­ti­ker und Ger­ma­nist an der Uni­ver­si­tät Graz tätig ist, hat die Jury einen erfah­re­nen Bach­mann-Preis-Ken­ner in ihren Rei­hen.

Mit­hu San­y­al urteilt heu­er das ers­te Mal als Jury­mit­glied über die ein­ge­reich­ten Tex­te, sie ist Schrift­stel­le­rin, Kul­tur­wis­sen­schaft­le­rin und Jour­na­lis­tin.

Bri­git­te Schwens-Har­rant, Lite­ra­tur­kri­ti­ke­rin und ‑ver­mitt­le­rin, ist eben­so ein bekann­tes Gesicht bei den Tagen der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur.

Das zwei­te neue Gesicht ist hin­ge­gen Tho­mas Sträss­le, er ist Lite­ra­tur­kri­ti­ker und Pro­fes­sor für Neue­re deut­sche und ver­glei­chen­de Lite­ra­tur­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät Zürich.

Lite­ra­tur­fans bes­tens bekannt ist Phil­ipp Tin­gler, der Schwei­zer ist Schrift­stel­ler und Lite­ra­tur­kri­ti­ker. Er gilt als ein scharf­sin­ni­ger Kri­ti­ker.

Micha­el Wie­der­stein und Vea Kai­ser sind nicht mehr dabei.

25.06.2023 17:00 - Update am: 29.06.2023 10:53
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Das wird der 47. Bach­mann-Preis in Kla­gen­furt Christine Lavant, Ingeborg Bachmann und Robert Musil: Sie sind nach wie vor das Aushängeschild Kärntens.

© Dieter Resei/Werbeagentur Zeitpunkt