Gabriele Obmann
“Für den Ironman muss man im Kopf bereit sein”
Gabriele Obmann (34) ist Kärntens Top-Favoritin für den Ironman. Die Triathletin und OP-Krankenschwester ist Disziplin gewohnt. Im Interview mit "KLiCK Kärnten" verrät sie, warum zum Erfolg auch Verzicht gehört - und was ihr heimliches Zeitlimit ist.
Triathletin Gabriele Obmann ist zeitlichen Druck gewohnt. Aber “so intensiv” wie heuer waren die Tage vor einem Wettkampf noch nie. “Das Interesse an meiner Person ist in den letzten Jahren gewachsen. Früher war ich eher ein Underdog”, sagt die Kärntnerin. Das hat sich allerdings spätestens seit ihrer Teilnahme beim Ironman 2021 in Klagenfurt geändert. Damals erlangte sie auf Anhieb den dritten Platz und wurde österreichische Staatsmeisterin auf der Triathlon-Langdistanz. “Der Erfolg kam fast ein bisschen überraschend”, gesteht Obmann. “Zwar gebe ich im Training immer alles. Aber ich hätte zuvor nicht gedacht, dass ich so konkurrenzfähig bin.”
Ein besonderes Zeitlimit
In diesem Jahr nimmt Obmann bereits an ihrem 11. Triathlon seit 2017 teil. Ihr Ziel: “Ich möchte das Bestmögliche aus dem Training herausholen”, so die 34-Jährige. Ob sie es auf den Podest schafft, sei dabei nachrangig. “Ich selbst muss mit meiner Leistung zufrieden sein”, betont sie. Ob sie sich auch ein zeitliches Limit gesetzt hat? Bei dieser Frage muss Obmann schmunzeln. “Ich möchte die Zeit meines Lebensgefährten unterbinden”, antwortet sie — und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: “Wenn mir das gelingt, habe ich zuhause die Hosen an.” Ihre Lieblingsdisziplin ist das Radfahren. “Da fühle ich mich am wohlsten. Durch das Training bin ich mittlerweile aber auch im Laufen stark geworden.”
“Ein gutes Selbstmanagement und Zeiteinteilung sind unverzichtbar”, ist Gabriele Obmann überzeugt.
Kein Erfolg ohne Disziplin
Apropos Training: Ohne strikte Vorbereitung wäre ein Ironman nicht zu schaffen. “Ich trainiere 30 Stunden pro Woche”, sagt Obmann. In ihrem Brotberuf arbeitet sie als OP- Krankenschwester im Unfallkrankenhaus Klagenfurt. “Ich bin gerne Krankenschwester”, betont sie.
Wie sie es schafft, beide Bereiche miteinander zu vereinen? “Mit einem guten Selbstmanagement und einer guten Zeiteinteilung”, so Obmann.
Straffer Zeitplan
Dazu gehört auch das Setzen von Prioritäten. “Man muss schon lernen zu verzichten. Ich mache keinen Urlaub, sehe meine Freunde selten.” Ein “Kaffeeklatsch” am Sonntag etwa ist bei diesem straffen Zeitplan nicht drinnen.
Keine Zweifel
Bedauert hat sie die Entscheidung für eine sportliche Karriere aber nie. “Die Erfolge geben mir Recht. Sie zeigen mir, dass mein Weg richtig ist.” In den nächsten Jahren wird sie ihre Kräfte daher weiterhin dem Triathlon widmen. “Solange ich so eine Leidenschaft habe, will ich sie auch leben”, ist sie überzeugt. Neben dem körperlichen Aspekt gefällt ihr am Ironman vor allem die mentale Komponente. “Der Ironman ist mental sehr fordernd. Man muss im Kopf bereit sein und dafür arbeiten. Dieses Arbeiten an einem selbst ist aber ein sehr cooles Gefühl!”
Fokus setzen und dranbleiben
Für all jene, die ebenfalls ein Ziel vor Augen haben und danach streben, es zu erreichen, hat sie folgenden Ratschlag: “Man muss sich einen Fokus setzen und mit Freude und Leidenschaft daran arbeiten.” Und: Im Sport müsse man hin und wieder auch egoistisch sein. “Gewisse Dinge muss man hintenanstellen. Man muss lernen, auf sich selbst Acht zu geben.”
