Konjunktur

Auf­trä­ge im Bau­sek­tor bre­chen ein

Die Ergebnisse der Konjunkturbeobachtung im zweiten Quartal 2023 des Kärntner Gewerbe und Handwerk zeigen: Die Handwerksbetriebe bewerten ihre Geschäftslage insgesamt wieder besser. Im Bausektor aber droht eine Verschlechterung. Auftragspolster werden generell kleiner.

Auf­trä­ge im Bau­sek­tor bre­chen ein Auch das Baugewerbe verzeichnet derzeit ein Minus.

© Pixabay/mlinderer

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Mit nicht gera­de rosi­gen Aus­sich­ten ist das hei­mi­sche Gewer­be und Hand­werk in die Mona­te April bis Juni 2023 gestar­tet. Dies spie­gelt auch das Ergeb­nis der Kon­junk­tur­be­ob­ach­tung der KMU For­schung Aus­tria für das zwei­te Quar­tal 2023 wider. Aus­ge­hend von einem sehr hohen Niveau beur­tei­len die Kärnt­ner Gewer­be- und Hand­werks­be­trie­be die Geschäfts­la­ge im abge­lau­fe­nen 2. Quar­tal 2023 deut­lich schlech­ter als im Vor­jah­res­quar­tal (+ 19 Pro­zent). Es über­wie­gen die Betrie­be mit schlech­ter Geschäfts­la­ge.

Minus auch im Hand­werk

Im Hand­werk kann die kon­junk­tu­rel­le Lage im zwei­ten Quar­tal ins­ge­samt noch als zufrie­den­stel­lend bezeich­net wer­den — zuneh­men­de Pro­ble­me gibt es aber im Bau­haupt­ge­wer­be, das ein deut­li­ches Minus hin­neh­men muss­te. „Noch sind die Betrie­be im nach­ge­la­ger­ten Bau­ne­ben­ge­wer­be und im Bereich Elek­tro und Instal­la­ti­on gut aus­ge­las­tet, aber die Pols­ter wer­den klei­ner. Auf­grund der wei­ter stei­gen­den Zin­sen, der damit ver­bun­den höhe­ren Finan­zie­rungs­kos­ten und der ver­schärf­ten Ver­ga­be­re­geln für Wohn­bau­kre­di­te sind die Auf­trags­be­stän­de deut­lich ein­ge­bro­chen“, berich­tet Klaus Kron­lech­ner, Obmann der Spar­te Gewer­be und Hand­werk in der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten.

Pro­jek­te im Neu­bau abge­sagt

Im Neu­bau wer­den Pro­jek­te ver­scho­ben oder ganz abge­sagt. Vor allem die öffent­li­chen Auf­trag­ge­ber hal­ten sich wegen der hohen Bau­prei­se seit Mona­ten mit Auf­trä­gen zurück. „Den Bau­un­ter­neh­men bleibt kal­ku­la­to­risch nichts übrig, als die gestie­ge­nen Kos­ten wei­ter­zu­ge­ben“. Auch die hohen Lohn­ab­schlüs­se (plus zehn Pro­zent) sei­en für vie­le mitt­ler­wei­le schwer zu ver­kraf­ten. Die Ver­tre­ter der Kärnt­ner Bau­wirt­schaft appel­lie­ren an die Poli­tik: Die öffent­li­che Hand soll­te end­lich Bau­im­pul­se set­zen. Damit die Gemein­den längst fäl­li­ge und drin­gend not­wen­di­ge Sanie­run­gen im Infra­struk­tur­be­reich durch­füh­ren kön­nen, müss­ten ihnen finan­zi­el­le Spiel­räu­me eröff­net wer­den. Die Bau­wirt­schaft appel­liert aber auch, gemein­nüt­zi­gen Bau­ver­ei­ni­gun­gen Pro­jek­te zu ermög­li­chen.

Bes­se­re Geschäf­te im kon­sum­na­hen Bereich

Posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen zu den Umsät­zen im 2. Quar­tal 2023 kom­men ins­ge­samt aus den kon­sum­na­hen Bran­chen wie dem Lebens­mit­tel­ge­wer­be, Gesund­heit und Well­ness, etwas abge­schwächt bei den Per­so­nal­dienst­leis­tern sowie den Kfz-Werk­stät­ten.

Gesam­te Bran­che ver­un­si­chert

Ins­ge­samt ist das Stim­mungs­ba­ro­me­ter im Ver­gleich zum Vor­jah­res­quar­tal gering­fü­gig gesun­ken. Der Anteil der Betrie­be mit schlech­ter Geschäfts­la­ge ist im zwei­ten Quar­tal 2023 mit 26 Pro­zent höher als im 2. Quar­tal 2022 mit neun Pro­zent. Der Anteil der Betrie­be mit guter Geschäfts­la­ge lag auch im 2. Quar­tal 2023 bei 22 Pro­zent. Der Anteil der Betrie­be, die eine sai­son­üb­li­che Geschäfts­la­ge mel­den, ist von 54 Pro­zent (ers­tes Quar­tal 2023) auf 52 Pro­zent (zwei­tes Quar­tal 2023) gesun­ken. Dage­gen ist der Anteil der Betrie­be mit einer schlech­ten Geschäfts­la­ge im zwei­ten Quar­tal 2023 mit 26 Pro­zent etwas höher als im ers­ten Quar­tal 2023 (24 Pro­zent).

Top 3 Her­aus­for­de­run­gen

Was das Hand­werk im zwei­ten Quar­tal 2023 am meis­ten und am häu­figs­ten „belas­tet“, sind die Prei­se für Roh­stof­fe und Mate­ria­li­en (72 Pro­zent) und die Beein­träch­ti­gung der Geschäf­te durch die stei­gen­den Ener­gie­prei­se (58 Pro­zent). Den Fach­kräf­te­man­gel spü­ren 56 Pro­zent der Befrag­ten mas­siv.

Aus­blick Juli bis Sep­tem­ber 2023

Bei der Pro­gno­se für das drit­ten Quar­tal sind die Erwar­tun­gen der Kärnt­ner Gewer­be- und Hand­werks­be­trie­be (im Ver­gleich zum Vor­jah­res­quar­tal) mehr­heit­lich nega­tiv. Es über­wie­gen die pes­si­mis­ti­schen Ein­schät­zun­gen. Die Erwar­tun­gen bezüg­lich der Auftragseingänge/Umsätze sind schlech­ter als im Vor­jah­res­quar­tal (-6 Pro­zent). Ins­ge­samt rech­nen mehr Unter­neh­men mit Rück­gän­gen als im Vor­quar­tal. Dif­fe­ren­ziert nach Inves­ti­ti­ons­gü­ter- und Kon­sum­gü­ter­bran­chen zei­gen sich kaum Unter­schie­de in den Erwar­tun­gen für das 3. Quar­tal 2023: In den inves­ti­ti­ons­gü­ter­na­hen Bran­chen liegt der Sal­do (Anteil der Betrie­be mit posi­ti­ven Erwar­tun­gen abzüg­lich der nega­ti­ven Erwar­tun­gen) von Juli bis Sep­tem­ber 2023 mit ‑14 Pro­zent deut­lich stär­ker im nega­ti­ven Bereich als in den kon­sum­na­hen Bran­chen (-6 Pro­zent).

“Plan­bar­keit gibt es nicht”

Für alle Bran­chen gilt: Eine über­le­bens­wich­ti­ge Plan­bar­keit wie in der Ver­gan­gen­heit gibt es der­zeit nicht. „Die Unter­neh­men hof­fen auf eine Ver­bes­se­rung der wirt­schaft­li­chen Lage. Gro­ße Sor­gen berei­ten ihnen die nach­las­sen­de Kun­den­nach­fra­ge und die stei­gen­den Kos­ten. Nicht zuletzt wird der Fach­kräf­te­man­gel eine sehr gro­ße Her­aus­for­de­rung dar­stel­len“, sagt Kron­lech­ner abschlie­ßend.

05.07.2023 19:00
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Auf­trä­ge im Bau­sek­tor bre­chen ein Auch das Baugewerbe verzeichnet derzeit ein Minus.

© Pixabay/mlinderer